kennt jemand die Teile der Konjugation des Verbes erkiesen,
die heute noch gebräuchlich sind? Mir fällt irgendwie nur
„(aus-)erkoren“ ein.
Also wenn ich guter Laune bin, dann kann ich vor einer Speisekarte schon sagen: „Ja, was erkiesen wir heute zum Mahle?“
Und nach einem wenig Blättern kann ich fragen: „Was habt ihr erkoren?“
Die Konjugation ist ganz einfach.
Präsens:
ich erkiese, du erkies(e)st, er erkiest, wir erkiesen, ihr erkieset, sie erkiesen.
Präteritum:
ich erkor, du erkor(e)st, er erkor, wir erkoren, …
Und außerdem: wieso benutzt man dieses Wort nicht mehr im
deutschen Sprachgebrauch - und seit wann?
Ich vermute, das im Wort enthaltene Pathos ist bei den Sachen, zwischen denen wir uns heute entscheiden müssen, einfach unangemessen, so dass wir uns mit dem Verb „wählen“ begnügen können.
Das haben wohl schon die Weimarer Klassiker so gesehen. Ich entsinne mich bloß an den Gebrauch des Verbs in diesen Pseudo-Mittelalter-Novellen, in denen ein unsäglich falsches Mittelhochdeutsch geradegebrochen wird.
Den letzten Gebrauch fand ich in der Übsersetzung des „Herrn der Ringe“, die in dem einen Link von Kreszenz zitiert ist. Dort spricht eine „german-rohanische Schildmaid“.
kennt jemand die Teile der Konjugation des Verbes erkiesen,
die heute noch gebräuchlich sind? Mir fällt irgendwie nur
„(aus-)erkoren“ ein.
Und außerdem: wieso benutzt man dieses Wort nicht mehr im
deutschen Sprachgebrauch - und seit wann?
Fragen über Fragen…
Hallo Piri.
Da gibt es ein Synonym ‚küren‘.
Das läuft: küren, kürte, gekürt.
Grimm vermerkt dazu: "küren=wählen wie kiesen’.
Mit freundlichen Grüßen
Alexander Berresheim