Das Wort 'fast' ?

„Ich mag Äpfel fast lieber als Birnen.“

Normalerweise wenn man das im Alltag sagt, meint man doch, dass man Äpfel lieber hat als Birnen…
Aber „fast“ bedeutet doch soviel wie „nicht ganz“?
Ergo sollte diese Aussage eigentlich zeigen, dass ich lieber Birnen mag!

Was denn nun? Was gilt denn wohl heutzutage?
Kann mir jemand Licht ins Dunkle bringen?

Moin, Stephan,

„Ich mag Äpfel fast lieber als Birnen.“

Normalerweise wenn man das im Alltag sagt, meint man doch,
dass man Äpfel lieber hat als Birnen…

das sind so die kleinen Unschärfen der Sprache: Hier ist das fast an die Stelle des eigentlich getreten. Sowas passiert schon mal, wenn im Satz vorher bereits ein eigentlich verbraten wurde und eine Wiederholung vermieden werden soll - und hast nich gesehn entschlüpfen diese Missgeburten hinaus ins Leben.

Gruß Ralf

„Ich mag Äpfel fast lieber als Birnen.“

Also ich verstehe den Satz so, dass derjenige beides beinahe gleich gern hat, aber die Äpfel doch noch ein bisschen mehr mag.

Aber „fast“ bedeutet doch soviel wie „nicht ganz“?

So wird es doch hier auch verwendet.
Nicht lieber muss ja nicht automatisch weniger lieb bedeuten. Kann ja auch gleich sein.

Johannes

Hi

„Ich mag Äpfel fast lieber als Birnen.“

„fast“ als qualitative subjektive Bewertung:
„Ich mag sowohl Äpfel als auch Birnen gleichermaßen gern. Nur in Bezug auf bestimmte Sorten (süß, sauer, Aussehen) oder Verwendung (Rezepte, Zubereitungsmöglichkeiten) mag ich Äpfel fast lieber als Birnen.“

Normalerweise wenn man das im Alltag sagt, meint man doch,
dass man Äpfel lieber hat als Birnen…

Nicht grundsätzlich. Nur einschränkend in bestimmten Details.

Still Gone

Hallo!

das sind so die kleinen Unschärfen der Sprache: Hier ist das
fast an die Stelle des eigentlich getreten.

Nein. „Ich mag Äpfel fast lieber als Birnen“ und „Ich mag Äpfel eigentlich lieber als Birnen“ sind unterschiedliche Sätze mit unterschiedlichen Bedeutungsschwerpunkten, weil auch fast und eigentlich unterschiedliche Bedeutungen haben. Wenn ich sage, daß ich Äpfel fast lieber habe, dann meine ich fast lieber und nicht eigentlich lieber. :smile:

Natürlich kann man sich jederzeit einen Kotext oder Kontext hinzudenken, der auch deine Lesart rechtfertigt - das hast Du ja gut gezeigt, als Du über einen nichtvorhandenen vorhergehenden Satz spekuliert hast.

Max

„Ich mag Äpfel fast lieber als Birnen.“

hier dient das fast dazu, die Aussage weniger absolut erscheinen zu lassen. Vergleichbar ist das den von Politikern gern gebrauchten Wendungen wie „Im Grossen und Ganzen mag ich Äpfel lieber“ oder „Ich würde sagen, dass ich Äpfel lieber mag“ usw., wobei die jeweiligen Wendungen „Im Grossen und Ganzen“ oder „Ich würde sagen“ garkeinen wirklichen Sinn haben. Es klingt bloss verbindlicher als „Ich mag Äpfel lieber - hier stehe ich und kann nicht anders“.

Gruss Reinhard

Moin, Max,

dunkel bleibt Deiner Rede Sinn… Lass es.

Gruß Ralf

und außerdem…
…vermisse ich Deinen Beitrag zur Ausgangsfrage. Geht’s Dir nur ums Flirten? Da sind wir hier im falschen Forum.

Gruß Ralf

Wenn ich Birnen „fast“ lieber als Äpfel mag, bedeutet das für mich (genauso wie für Johannes im Posting weiter oben) daß ich Äpfel auch sehr gerne mag. Wenn ich Birnen „eigentlich“ lieber mag, dann kann es sein, daß ich Äpfel gar nicht mag.

„Ich mag Äpfel, aber Birnen mag ich fast lieber.“
„Ich mag Äpfel, aber Birnen mag ich eigentlich lieber.“

Beide Sätze für mich inhaltlich ok.

„Ich mag keine Äpfel; Birnen mag ich eigentlich lieber.“
„Ich mag keine Äpfel; Birnen mag ich fast lieber.“

Da empfinde ich den zweiten Satz als inhaltlichen Widerspruch.

Fazit: In meinem Sprachgebrauch haben die beiden Wörter eigentlich und fast unterschiedliche Bedeutung und können sich nicht gegenseitig ersetzen. Statt „fast“ an dieser Stelle zu sagen, empfinde ich als eine sprachliche Unschärfe.

„Ich mag Äpfel fast lieber als Birnen.“

Hallo, Stefan,
dann hab ich auch noch einen Wurf frei:
Er mag Birnen und Äpfel gleichermaßen. Hat er jedoch die Wahl, nimmt er eher die Äpfel.

Gruß
Eckard

Hi,
Meine Einschätzung des Satzes ist, dass man hier keine konkrete Aussage treffen kann, da alle drei Interpretationen gleichsam möglich sind:

a) Er mag Äpfel ein kleines bisschen lieber.
b) Er mag Birnen ein kleines bisschen lieber.
c) Er mag beides gleich gut, und kann sich manchmal nicht entscheiden.

Und daran ist genau der Widerspruch schuld, den du genannt hast. Dadurch ist dieser Satz zwar nicht ungrammatisch, aber unsinnig, quasi ein Paradoxon.

Gruß,

  • André

Moment…

a) Er mag Äpfel ein kleines bisschen lieber.
b) Er mag Birnen ein kleines bisschen lieber.
c) Er mag beides gleich gut, und kann sich manchmal
nicht entscheiden.

Mir ist grad noch was eingefallen: Manchmal ist’s leichter, die Wörter im Satz zu ändern und einen ähnlichen Satz zu betrachten: "Meine Schwester ist fast größer als ich!"
Daher ist sie entweder genauso groß wie oder nur geringfügig kleiner als ich.

Somit fällt von meinem a/b/c eine der beiden 1. Bedeutungen raus… welche, weiß ich grad nicht, da man hier im WWW blöderweise das, worauf man antwortet bzw. die älteren Beiträge nicht sieht.

Gruß,

  • André

da man hier im WWW
blöderweise das, worauf man antwortet … nicht sieht.

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bzw. die älteren Beiträge

Ist zwar nicht sehr komfortabel, aber man kann wer-weiss-was doch in einem weiteren Fenster/Tab öffnen, dort die anderen Beiträge ansehen (evtl. Teile daraus kopieren) und dann seinen Artikel im ersten Fenster/Tab weiterschreiben.

Gruß
Kreszenz