Liebe Sprachgenauigkeitswächter
,
erinnert ihr euch auch, daß früher in der Schule, zumindest in der Grundschule, der Lehrer den Unterschied zwischen „daß/dass“ und „das“ gern damit erklärt hat, daß man „daß“ immer dann schreibt, wenn man es durch „damit“ ersetzten kann. Ich finde es nicht gut, den Schülern von anfang an diese unsinnige Regel beizubringen. Viele Mitschüler haben z. b. später oft Sätze gesagt wie etwa: „Ich weiß, damit du mich angelogen hast“.
Hallo Till
erinnert ihr euch auch, daß früher in der Schule, zumindest in
der Grundschule, der Lehrer den Unterschied zwischen
„daß/dass“ und „das“ gern damit erklärt hat, daß man „daß“
immer dann schreibt, wenn man es durch „damit“ ersetzten kann.
Ich finde es nicht gut, den Schülern von anfang an diese
unsinnige Regel beizubringen. Viele Mitschüler haben z. b.
später oft Sätze gesagt wie etwa: „Ich weiß, damit du mich
angelogen hast“.
Also mir haben die Lehrer nie sowas unsinniges beigebracht. Bei uns war die Regel folgendermaßen:
Wenn ich das(s) durch dieses oder welches ersetzen kann, dann wird es mit einem s geschrieben. Also: Ich weiß, dass du mich angelogen hast. Ich weiß, dieses/ welches du mich angelogen hast? Macht keinen Sinn, also mit ß (jetzt ss).
Aber ich finde das Buch gut, das(s) mir das erklärt. Ich finde das Buch gut, dieses/ welches mir das erklärt. Klappt doch ziemlich gut, wie ich finde, nicht?
Schmunzl
Das ist schon wesentlich besser, wenn auch nicht immer so genau passend.
Z. B. im Satz „Das erste, was ich gesehen habe, war der Küchenschrank“, da geht es nicht.
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Erklärung
Hallo Till,
Das ist schon wesentlich besser, wenn auch nicht immer so
genau passend.
Z. B. im Satz „Das erste, was ich gesehen habe, war der
Küchenschrank“, da geht es nicht.
Natürlich geht das!
Aber zur Erklärung - vorausgesetzt, du kennst dich mit Grammatikbegriffen aus:
Das wird mit einem s geschrieben, wenn es sich um einen bestimmten Artikel (wie „der“ oder „die“) oder um ein Pronomen (Demonstrativpronomen wie „dieses“ auch ist oder Relativpronomen wie „welches“) handelt.
Dass wird mit zwei ss geschrieben (oder mit ß nach der alten Rechtschreibung), wenn es sich dabei um eine Konjunktion (=Bindewort) handelt.
Alles klar?
Gruß
Camilla
Das ist schon wesentlich besser, wenn auch nicht immer so
genau passend.
Z. B. im Satz „Das erste, was ich gesehen habe, war der
Küchenschrank“, da geht es nicht.
Klar geht das (dieses
:
„Jenes/dieses erste, was ich gesehen habe, war der Küchenschrank.“
Ist zwar kein guter Stil, aber grammatisch möglich.
Mir wurde das (dieses
auch so beigebracht, allerdings mit den 3 Varianten „dieses/jenes/welches“.
Gruß
Myriam
Hallo Till,
Das ist schon wesentlich besser, wenn auch nicht immer so
genau passend.
Z. B. im Satz „Das erste, was ich gesehen habe, war der
Küchenschrank“, da geht es nicht.
Natürlich geht das!
Aber zur Erklärung - vorausgesetzt, du kennst dich mit
Grammatikbegriffen aus:
Das wird mit einem s geschrieben, wenn es sich um einen
bestimmten Artikel (wie „der“ oder „die“) oder um ein
Pronomen (Demonstrativpronomen wie „dieses“ auch ist
oder Relativpronomen wie „welches“) handelt.
Dass wird mit zwei ss geschrieben (oder mit ß nach der
alten Rechtschreibung), wenn es sich dabei um eine
Konjunktion (=Bindewort) handelt.
Es geht hier darum, wie man es Grundschulkindern anhand einfacher Eselsbrücken erklärt. Und wenn man dem kind sagt: „Das wird mir einem s geschrieben, wenn man auch dieses oder welches sagen kann!“
dann überlegt sich das kind:
_„Dieses erste, was ich gesehen habe, war der Kühlschrank?“ geht nicht,
also muß es heißen: "Daß erste… "_
Das ist schon wesentlich besser, wenn auch nicht immer so
genau passend.
Z. B. im Satz „Das erste, was ich gesehen habe, war der
Küchenschrank“, da geht es nicht.
Klar geht das (dieses
:
„Jenes/dieses erste, was ich gesehen habe, war der
Küchenschrank.“
Ist zwar kein guter Stil, aber grammatisch möglich.
So richtig kann das schon einmal nicht sein, weil jenes und dieses durch den Bezugspunkt unterschieden werden. Wenn keiner da ist, kann man also nicht dieses oder jenes oder gar beides schreiben.
Mir wurde das (dieses
auch so beigebracht, allerdings mit
den 3 Varianten „dieses/jenes/welches“.
Noch ein Beispiel: „Alle Geschenke haben mir gefallen, aber das schönste war der Computer“
Dieses schönste, jenes schönste, welches schönste? nichts davon paßt.
Gruß
Myriam
Was vielleicht bis hierher untergegangen ist:
die genannte Eselsbrücke bezieht sich nur auf das „das(s)“ nach dem Komma.
Jetzt wirst Du bestimmt mit einem Beispielsatz ankommen, wo ein „dass“ das erste Wort des Satzes ist. In diesem Falle nehme ich die Antwort vorweg:
Die von mir genannte Eselsbrücke ist eine Eselsbrücke. Wenn Du alle Eventualitäten abdecken möchtest, kannst Du keine Eselsbrücke verwenden, sondern musst die ganze Regel benutzen.
Gruß,
Myriam
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Was vielleicht bis hierher untergegangen ist:
die genannte Eselsbrücke bezieht sich nur auf das „das(s)“
nach dem Komma.
Jetzt wirst Du bestimmt mit einem Beispielsatz ankommen, wo
ein „dass“ das erste Wort des Satzes ist. In diesem Falle
nehme ich die Antwort vorweg:
Die von mir genannte Eselsbrücke ist eine Eselsbrücke. Wenn Du
alle Eventualitäten abdecken möchtest, kannst Du keine
Eselsbrücke verwenden, sondern musst die ganze Regel benutzen.
Klar, aber oben war die Rede davon, daß man immer das mit normalem s schreibe, wenn man stattdessen dieses oder welches schreiben könne. Es war nicht die Rede davon, daß es sich nur auf den Fall beziehe, daß es nach einem Komma bzw. in der Mitte des Satzes stehe.
_„Dieses erste, was ich gesehen habe, war der Kühlschrank?“
geht nicht,
also muß es heißen: "Daß erste… "_
Wird es wohl kaum, schätz ich. Denn in so einem Satz steht s/ss wohl außer Frage, da es sich hier offensichtlicherweise um einen Artikel handelt. Das das/dass-Problem taucht wirklich nur nach Kommas oder am Satzanfang eines Relativsatzes auf. Ich denke, auch Kleinkinder erkennen instinktiv den Unterschied zwischen einem Artikel und einem Relativpronomen, auch wenn sie mit den Begriffen wohl nix anfangen können.
Wir haben’s auch mit welches/jenes gelernt, obwohl ich bislang immer nur „welches“ als Eselsbrücke gebraucht habe.
Das sollte jetzt nicht belehrend oder so klingen…
Grüße,
Hi!
Z. B. im Satz „Das erste, was ich gesehen habe, war der
Küchenschrank“, da geht es nicht.
„Das“ ist ein bestimmter Artikel (der, die das), da stellt sich das Problem „s“ oder „ss“ gar nicht. Oder sollen die Kinder die Frage nach „s“ oder „ss“ bei jedem Artikel eines Neutrum stellen?
„Das Haus, welches am Ende der Straße steht, ist sehr hoch.“
Stellen die Kinder da tatsächlich die Frage, ob es „das Haus“ oder „dass Haus“ heißt?
Dann ist die Lehrmethode grundsätzlich falsch. Denn dann geht es nicht um Relativsatzanschluss oder nicht.
Grüße
Heinrich
der gerade von einem Schüler gelernt hat, wie man heute in der Schule 5 + 7 rechnet:
die 7 wird aufgelöst ist 5 und 2. 5 + 5 lässt sich ganz einfach rechnen, das sind nämlich 10. Dann kommt noch die 2 hinzu. Macht 12.
Ich bin lang hingeschlagen!
Klar, aber oben war die Rede davon, daß man immer das mit
normalem s schreibe, wenn man stattdessen dieses oder welches
schreiben könne. Es war nicht die Rede davon, daß es sich nur
auf den Fall beziehe, daß es nach einem Komma bzw. in der
Mitte des Satzes stehe.
Ich glaube, hier handelt es sich um einen Fehlschluss. Die Eselsbrücke lautet:
Wenn man das(s) durch dieses/jenes/welches ersetzen kann, dann wird es „das“ geschrieben.
Der Umkehrschluss "jedes „das(s), welches man nicht durch dieses/jenes/welches ersetzen kann, wird „dass“ geschrieben“ ist nicht zulässig.
Gruß,
Myriam
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Ich wäre mir nicht so sicher. Immerhin kenne ich Erwachsene, die geschrieben haben, etwas sei eine große Enteuchung für sie gewesen. 
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Hi!
Z. B. im Satz „Das erste, was ich gesehen habe, war der
Küchenschrank“, da geht es nicht.
„Das“ ist ein bestimmter Artikel (der, die das), da stellt
sich das Problem „s“ oder „ss“ gar nicht. Oder sollen die
Kinder die Frage nach „s“ oder „ss“ bei jedem Artikel eines
Neutrum stellen?
„Das Haus, welches am Ende der Straße steht, ist sehr hoch.“
Stellen die Kinder da tatsächlich die Frage, ob es „das Haus“
oder „dass Haus“ heißt?
Dann ist die Lehrmethode grundsätzlich falsch. Denn dann geht
es nicht um Relativsatzanschluss oder nicht.
Ich weiß nicht, inwieweit man von Grundschulkindern erwarten kann, selbst mitzudenken bzw. ob sich Lehrer selbst so viel Gedanken machen.
Als ich in der Schule war, selbst noch in der weiterführenden, haben Lehrer z. B. oft bestimmte begriffe aus einem Text, den sie vorgetragen, zum Merken an die Tafel geschrieben, ohne auf die grammatische Richtigkeit zu achten.
Hieß der Text z. B. […]zur Entdeckung der Schwarzen Löcher fürhte[…], schrieb er als Lernbegriff: „Schwarzen Löcher“ an die Tafel, obwohl er auch ohne Abitur und Studium zum Lehramt wissen sollte, daß es ohne Zusammenhang „Schwarze Löcher“ heißen muß.
Grüße
Heinrich
der gerade von einem Schüler gelernt hat, wie man heute in der
Schule 5 + 7 rechnet:
die 7 wird aufgelöst ist 5 und 2. 5 + 5 lässt sich ganz
einfach rechnen, das sind nämlich 10. Dann kommt noch die 2
hinzu. Macht 12.
Ich bin lang hingeschlagen!