Daten sicher über Jahre archivieren?

Hallo

Ich suche für einen Freund einme Lösung wie man grössere Datenmengen (mehrere GB) die wöchentlich bei Ihm anfallen auf Jahre archivieren kann.

Was ist da sicherer? Wie lange halten DVD? Wie lange Festplatten?

Oder was gibt es sonst?

Danke

Hallo!

Ich suche für einen Freund einme Lösung wie man grössere
Datenmengen (mehrere GB) die wöchentlich bei Ihm anfallen auf
Jahre archivieren kann.

Wenn soviele Daten anfallen, könnten Magnetbänder interessant werden. http://de.wikipedia.org/wiki/Bandlaufwerk

mfg
christoph

Hallo,

richtig untersucht ist die Lebensdauer meines Wissens nur bei CDs und DVD-RAM. Je nach Typ liegt sie so im Bereich Jahrzehnte.

Demgegenüber hält bedrucktes Papier oder COM (Microfilm) eher Jahrhunderte. Magnetische Systeme müss(t)en jeweils nach einigen Jahren auf neue Träger kopiert werden (Die NASA hat abertausende unlesbare Datenbänder von Planetenmissionen, deren Daten überhaupt noch nie gesichtet oder verwendet wurden).

Auf die Frage der Formate gehe ich hier nicht weiter ein - stell dir einfach vor, du müsstest heute deine Daten von vor 25 Jahren wieder lesen - z.B. Wordmaster-Texte auf CP/M-Disketten. Wer jetzt nicht weiss was das überhaupt ist - das ist eben das Problem.

Gruss Reinhard

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Wirklich sicher sind nur mehrere Kopien auf verschiedene Medien und reglmäßiges Umkopieren, wenn’s neue Medien gibt. Denn das ist ja nicht nur eine Frage der Medien, sondern auf der entsprechenden Lesegeräte.

Wer seine Daten vor 15 Jahren auf 5 1/4-Zoll-Disketten gesichert hat, schaut heute dumm aus der Wäsche. Unabhängig davon, ob die Medien noch gut sind oder schon nicht mehr lesbar.

Was ist da sicherer? Wie lange halten DVD?

Marketingaussage?
100 Jahre
Erfahrung?
Kommt ganz darauf an. Ich hab CDs, die jetzt 20 Jahre alt und immer noch Top sind, ich hab DVDs, die konnte ich nach einem halben Jahr schon wegwerfen.

Ich bin mittlerweile dazu übergegangen, von optischen Medien (immer mit verify brennen!) gleich nach dem Brennen ein Image zu ziehen und von diesem Parity-Files anzulegen. Wenn dann irgendwann etwas nicht mehr lesbar ist, lass ich ein neues Image erstellen, in dem halt die defekten Stellen leer bleiben und reparier dieses dann mit den Parity-Files. Hat mir schon mehrfach geholfen.

Wie lange Festplatten?

Wenn du Glück hast 20 Jahre, wenn du Pech hast, 2 Tage.

Oder was gibt es sonst?

Bänder, (verschlüsselte) Kopien ins Internet stellen, früher gab’s noch ZIP-Drives oder Wechselplatten, USB-Sticks, Speicherkärtchen . . .

Mein Rat: sowohl brennen als auch auf Platte auslagern.
Einmal im Jahr überprüfen, ob alles noch lesbar ist (am einfachsten: SFV-Datei anlegen und damit überprüfen lassen), wenn nicht: aus der anderen Kopie ein neues Backup erstellen.

Wichtig ist vor allem die Lagerung: kühl aber frostfrei, licht- und feuchtigkeitsgeschützt, erschütterungsfrei. Wenn die Daten wirklich wichtig sind, am besten einen kleinen Safe in den Keller stellen.

lg, mabuse

Hallo!

Unlängst hatte die c’t da einen längeren Artikel drüber.
Das muß um Oktober letzten Jahres gewesen sein (schätze ich).

Leider finde ich die Ausgabe gerade nicht mehr, aber wenn du die Redaktion (auf www.heise.de) lieb anschreibst, können die dir bestimmt mehr dazu sagen.

Viele Grüße!
Ph.

Moin,

Es gab bei nano(3sat) zu dem Thema, einen interessanten Beitrag am 18.12.2008.

Die Uni Basel und die Firma „Mikrosave“ haben die Gründungsakte der Schweiz,
den Bundesbrief von 1291, auf Mikrofilm gebannt.
„Mikrofilm ist für uns Archivare immer noch eines der
langfristigsten Medien, um etwas festzuhalten“,
begründet Kaspar Michel vom Bundesbriefmuseum Schwyz die
Entscheidung für das aus der Mode gekommene Speichermedium.
„Mikrofilm hält nachweislich 500 Jahre“, so Peter Fornaro von der Uni Basel.
Wichtig ist, dass es konservatorischen Ansprüchen genügt."
http://www.3sat.de/nano/cstuecke/129590/index.html

Was ist da sicherer? Wie lange halten DVD? Wie lange
Festplatten?

Zitat:
Mikrofilm ab Daten

Immer mehr Text-, Bild- und Plandokumente werden heute rein digital erzeugt.
Ältere Bestände werden zudem zur Verbesserung des Zugriffs in eine digitale Form umgewandelt.
Beim Arbeiten mit diesen Daten am Bildschirm wird kaum an die Langzeitsicherung gedacht.
Kein Wunder - diese ist sehr teuer (Serversysteme mit Harddisks,
Migrationsaufwand) oder sehr unsicher (CD, DVD).
Jetzt gibt es eine kostengünstige und sichere Lösung:
Schreiben Sie Ihre Daten direkt auf den farbigen Mikrofilm!
http://www.mikrosave.ch/d/technologien/mikrofilmabda…

mfg
W.

Hi

„Mikrofilm hält nachweislich 500 Jahre“, so Peter Fornaro von
der Uni Basel.

Wie wurde denn das nachgewiesen?
Mikrofilme gibt es ja noch nicht so lange.

Gruß
Edith

Hei!

„Mikrofilm hält nachweislich 500 Jahre“, so Peter Fornaro von
der Uni Basel.

Solange mir niemand die einwandfreie Lesbarkeit eines 500 Jahre alten Microfilms vorführen kann (und das dürfte die nächsten 450 Jahre kaum möglich sein), halte ich diese Aussage für genauso unseriös wie die 100 Jahre, die die Hersteller optischer Medien angeben.

Und ob in 500 Jahren noch irgendjemand irgendwo ein funktionsfähiges Lesegerät dafür hat . . .

Mal ganz davon abgesehen, das da das vieleicht für Bilder oder Texte brauchbar ist, aber ganz bestimmt nicht für Daten wie mp3-Files oder Videos . . .

lg, mabuse

Hallo!

Und ob in 500 Jahren noch irgendjemand irgendwo ein
funktionsfähiges Lesegerät dafür hat . . .

Wenn du in 500 Jahren eine Lupe (Vergrößerungsglas) hast, geht es schon!
:wink:

mfg
christoph

Moin,

„Mikrofilm hält nachweislich 500 Jahre“, so Peter Fornaro von
der Uni Basel.

Die Eigenschaften von Mikroformen sind in verschiedenen DIN-, EN- und ISO-Normen definiert.
http://www.uni-muenster.de/Forum-Bestandserhaltung/g…
Die Haltbarkeit von Mikrofilm soll bei entsprechender Lagerung
(21 °C, 50 % relative Luftfeuchte) bis zu 500 Jahre betragen.
[Ilford]

Solange mir niemand die einwandfreie Lesbarkeit eines 500
Jahre alten Microfilms vorführen kann (und das dürfte die
nächsten 450 Jahre kaum möglich sein),

Korrektur = 360 Jahre, wenn schon!

Der schwarzweiße Mikrofilm ist schon über 140 Jahre alt.
Der französische Fotograf René Dagron, erhielt 1859 das erste Mikrofotografiepatent.
Haltbarere Speichermedien als Microfishes,
gibt es aber bisher nachweislich nicht
.

halte ich diese Aussage für genauso unseriös wie die 100 Jahre,
die die Hersteller optischer Medien angeben.

Dazu kann Du bestimmt, bei der Fa.Mikrosave sowie beim Film-Hersteller „Ilford“
und einigen Leute von der ETH Zürich oder Uni Basel ( http://www.abmt.unibas.ch/ )
näheres erfahren.

Und ob in 500 Jahren noch irgendjemand irgendwo ein
funktionsfähiges Lesegerät dafür hat . . .

Zitat dem man, so sehe ich das zumindest, unbesehen zustimmen kann:

**Dem Einwand, es gäbe ja heute schon kaum noch Mikrofilm-Lesegeräte,   
mag man entgegenhalten,   
dass die optische Projektion eines Films mit erheblich geringerem   
Aufwand möglich ist,   
als die Rekonstruktion eines digitalen Lesegeräts   
und die Decodierung eines Datenstroms.**   

Weitere Info dazu: http://www.contentmanagement.de/AT/Mikrofilm/mikrofi…

Spezielle Lesegeräte sind garnicht nötig, hochauflösende
Digitalkamera oder Scanner und ein Rechner sollen reichen,
da neben dem Orginalabbild, wie beim „Schweizer Bundesbrief“ auch
das Digitalabbild als Tiff-Datei auf dem Film gespeichert wird.

Nachlesen oder auch mal den Bericht ansehen. :wink:

Mal ganz davon abgesehen, das da das vieleicht für Bilder oder
Texte brauchbar ist, aber ganz bestimmt nicht für Daten wie
mp3-Files oder Videos . . .

Da müßteste halt mal nachfragen.
Zitat:

Der Mikrofilm wird damit zum Datenspeicher (wie eine CD). 
...
Was für Daten können verarbeitet werden?
Grundsätzlich können alle Formate verarbeitet werden.

http://www.mikrosave.ch/d/technologien/mikrofilmabda…

Digitale Datenspeicher existieren erst seit Mitte der '60er Jahre (September 1956; IBM)
und wenn Tiff-Daten, in binärer Form, auf Film gespeichert werden können,
warum nicht auch MP3 etc…
Das Format dürfte somit tatsächlich „fast“ nebensächlich sein.

lg, mabuse

mfg
W.

Hi!

Wie wurde denn das nachgewiesen?
Mikrofilme gibt es ja noch nicht so lange.

Das „nicht so lange“ wurde ja schon von Wolfgang dementiert; andrerseits gibt es viele Möglichkeiten, einen Alterungsprozess zu simulieren, sprich: unter Laborbedingungen 500 Jahre in ein paar Tagen ablaufen zu lassen.

Wie heißt es so schön bei „Es war einmal … der Mensch“: „1000 Jahre sind ein Tag“

Grüße,
Tomh

andrerseits gibt es viele Möglichkeiten, einen
Alterungsprozess zu simulieren, sprich: unter Laborbedingungen
500 Jahre in ein paar Tagen ablaufen zu lassen.

Das gibt es nicht!

Du spielst da auf die van Hoff’sche Regel an.

Ich muss die regelmäßig anwenden (zugegeben auf einem etwas anderen Gebiet) und kann dir versichern: die ist nur sehr, sehr eingeschränkt anwendbar, nur mit recht geringen „Beschleunigungsraten“, darüber hinaus ausgesprochen ungenau und kann auch nur selten die Kombination verschiedener Alterungsprozesse simulieren.

Ganz kurze und vereinfachte Übersicht:
Die van Hoff’sche Regel besagt, da eine Erhöhung der Lagertemperatur um 10°C die Alterungsrate verdoppelt. Erhöhung um 20°C also vervierfacht, 30° verachtfacht, 40°C versechszehnfacht - und da endet es dann bei den meisten Testobjekten. Weitere Erhöhung führt schon zu Änderungen, die den Alterungsprozess grundsätzlich beeinflussen. Enzymatische Abbaureaktionen funktionieren irgendwann nicht mehr, weil die Enzyme (irreversibel) denaturiert werden. Wasser/Lösungsmittel verdampfen. Irgendwann zersetzt sich das Trägermaterial selber (Papier fängt an zu brennen). Und mikrobiologische Veränderungen kann man mit einer Temperaturerhöhung gar nicht erfassen, weil die Tierchen, die bei der korrekten Lagerung etwas ändern könnten, bei höheren Temperaturen gar nicht mehr arbeiten oder gar absterben.

Kombination mit Lichteinfluss und Feuchtigkeit sind nur eingeschränkt möglich.

Die Ergebnisse solcher Tests werden lediglich allgemein anerkannt und benutzt, weil es nichts besseres gibt, aber man sollte sich immer darüber im klaren sein, das das alles mit einer erheblichen Unschärfe behaftet ist. Man kann bestenfalls eine Alterung von 10 Jahren in einem Jahr simulieren, alles was darüber hinaus geht, ist wissenschaftlich nicht wirklich haltbar.

Genauso haben die damals die 100 Jahre für die CD ermittelt.
Und wir wissen mittlerweile wohl alle, was davon zu halten ist . . .

lg, mabuse

Mörgähn!

Die Eigenschaften von Mikroformen sind in verschiedenen DIN-,
EN- und ISO-Normen definiert.
http://www.uni-muenster.de/Forum-Bestandserhaltung/g…

Sorry Wolfgang, aber nur, weil irgendjemand etwas definiert, bedeutet das noch lannge nicht, das dem auch so ist.

Die Haltbarkeit von Mikrofilm soll bei entsprechender Lagerung
(21 °C, 50 % relative Luftfeuchte) bis zu 500 Jahre betragen. [Ilford]

Auch hier: wer hat diese Zahl wie ermittelt?
Zur Unschärfe künstlicher Alterungsvorgänge hab ich mich in meiner Antwort für Tomh etwas weiter unten ausgelassen.
Auch hierbei gilt: Traue keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast . . .

Korrektur = 360 Jahre, wenn schon!
Der schwarzweiße Mikrofilm ist schon über 140 Jahre alt.
Der französische Fotograf René Dagron, erhielt 1859 das erste
Mikrofotografiepatent.

Naja, aber ich denke nicht, das die 500 Jahre sich auf die damals verwendeten Materialien bezihen. Die werden sich schon auf heute produzierte Fiches beziehen.

Okay, Spitzfindigkeit, Themawechsel:

Haltbarere Speichermedien als Microfishes,
gibt es aber bisher nachweislich nicht
.

Also bitte!
Besuch irgendein Ägyptisches Museum und du kannst dich mit eigenen Augen davon überzeugen, das Worte in Steintafeln gemeisselt auch nach 3000 Jahren noch deutlich lesbar sind. Gravierung in eine Edelmetallplatte dürfte da nochmal mehrere Zehnerpotenz drauflegen.

Und ob in 500 Jahren noch irgendjemand irgendwo ein
funktionsfähiges Lesegerät dafür hat . . .

Weitere Info dazu::Zitat dem man, so sehe ich das zumindest, unbesehen zustimmen kann:

Dem Einwand, es gäbe ja heute schon kaum
noch Mikrofilm-Lesegeräte, mag man entgegenhalten,
dass die optische Projektion eines Films mit erheblich geringerem
Aufwand möglich ist, als die Rekonstruktion eines digitalen Lesegeräts
und die Decodierung eines Datenstroms.

Genau.
Sprich: funktioniert nur mit Bildern (einschließlich „gedrucktem“ Text). Denn für abgespeicherte mp3-Files muss ich auch bei Fiche digital einlesen und den Datenstrom decodieren. Ich kann ja heute genauso eine CD mit dem Elektronenmikroskop betrachten (okay, ist ein wenig aufwendiger - aber vom Prinzip her miteinander vergleichbar) und die Daten ablesen - aber was sie bedeuten, das weiss ich dann noch lange nicht.

Mal ganz davon abgesehen, das da das vieleicht für Bilder oder
Texte brauchbar ist, aber ganz bestimmt nicht für Daten wie
mp3-Files oder Videos . . .

Da müßteste halt mal nachfragen.
Zitat:

Der Mikrofilm wird damit zum Datenspeicher (wie eine CD).

Sicher. Man kann immer irgendeine Art von digital lesbaren Daten auf alles aufbringen - selbst auf Steintafeln. Im einfachsten Fall wie einen Barcode.

Da stellt sich dann aber die Frage nach der Datendichte - und zwar in Kombination mit der Alterung und der Lesemethode!

Wenn einzelne „Pixel“ in einem Bild oder einem gedruckten Text umkippen, dann ändert das zunächst mal herzhaft wenig an der Verständlichkeit der Daten. Das sieht im digitalen Bereich aber ganz anders aus, ein einziges falsches Bit kann eine ganze Datei völlig unbrauchbar machen.

Je kleiner du nun die Bits auf dem Microfiche machst, desto höher wird die Wahrscheinlichkeit, das sie in absehbarer Zeit umkippen. Hier dürfte die Haltbarkeit umgekehrt proportional zur Datendichte sein. Wenn mann - sagen wir mal - ein MB auf einen Microfiche aufträgt (das wären 3000 * 2667 Punkte, ohne komplizierte und trickreiche Codierung, aber auch ohne Fehlererkennung oder gar -korrektur), dann wirst du die 500 Jahre wohl kaum noch erreichen . . .

Und du kannst die Datendichte ja schon alleine wegen dem Lesegerät nicht beliebig hoch schrauben, du kommst sehr schnell an die optischen Grenzen (ist ja durchaus mit einer CD vergleichbar, ob die Bits nun Punkte oder Löcher sind, ist ja wurst. Mach die Datendichte zu hoch und du kannst die Punkte auch nur mit dem Elektronenmikroskop sichtbar machen).

Nein, für Bilder und gedruckte Texte hat der Microfiche zweifellos seine Vorteile und wird auch enorme Haltbarkeiten erreichen, aber für digitale Daten halte ich das für Augenwischerei.

Nehmen wir nur alleine die Datendichte: Wenn man wirklich mal ein MB pro Fiche für eine wirklich langfristige Sicherung als realistisch ansieht - dann bräuchte ich für ein Backup meiner persönlichen Datensammlung heute schon etwa 2,5 Millionen Fiches . . . (zugegeben, ich bin da wahrscheinlich nicht gerade das Maß der Dinge :smiley: ) - da find ich ja nie was wieder!

Ne, dann lieber ne USB-Platte und alle zwei Jahre mal umkopieren

lg, mabuse