Hallo Experten,
ich habe hier einen USB-Stick ohne jede Kennzeichnung von einem Bekannten bekommen. Diesem ist der USB-Stick runtergefallen und er hat auch noch draufgetreten. Anschliessend kam nichts mehr von dem Stick.
Er gab ihn mir, in der Hoffnung, dass ich den wieder in Gang bekomme, weil direkt nach dem herausziehen des Sticks noch kein Backup von den wichtigen Daten auf diesem Stick erstellt wurden und er die Daten unbedingt wiederhaben möchte.
Ich habe zunächst das Gehäuse entfernt und ein paar Messungen mit dem Oszilloskop gemacht und dabei festgestellt, dass der Quarz nicht mehr funktioniert, also keine Taktfrequenz mehr an die Chips kommt. Ich habe dann einige gängige Quarze in USB-Sticks ausprobiert und schliesslich einen 12Mhz Quarz als funktionierend herausgefunden (auf dem ursprünglichen war keine Bezeichnung, keine Frequenz, kein Hersteller unter der Lichtlupe zu erkennen).
Ergebnis meiner Aktion war, dass sowohl LINUX als auch WindowsXP den Stick nun wieder als Laufwerk erkannt haben.
Der Haken ist aber, dass beide Betriebssysteme nur ein RAW-Dateisystem erkennen können (war ursprünglich ein FAT32) und dies als leer bezeichnen, mit dem Fehlerhinweis, dass im MBR die Zahl von Cylinders/Sectors/Heads grundsätzlich nicht stimmen kann - und geben eine Datenträgergröße von 7,89 MB aus, obwohl es sich um einen 1GB Stick handelt.
Ergo: MBR ist falsch und ein realer Zugriff auf die Daten ist nicht möglich.
Alle gängigen Programme unter LINUX und WindowsXP hab ich schon ausprobiert, alle haben was anderes zu meckern, aber keines hat eine Lösung anzubieten.
Weiss jemand eine Lösung, wie man an die gesamten Daten (1GB) auf dem Stick wieder heran kommt?
Oder hat jemand Erfahrung, wie man von einem solchen USB-Stick einen Dump von 1GB auf ne DVD ziehen kann, egal was da dran oder drauf ist?
(ich würde mich erkenntlich zeigen)
Gruss ANDY
Versuch es mit PhotoRec oder Testdisk, kenne für die Datenrettung keine besseren Tools, ein RAW Dump bei 1GB-Daten… da kannste dich lange durcharbeiten
Das machen die beiden Tools übrigens auch, also würde ich dir empfehlen es mit ihnen zu versuchen
Gruß
Hallo konsti4u,
danke für Deine Antwort, wenn auch leider nicht hilfreich.
Wie ich schon schrieb, habe ich alle diese Programme schon erfolglos ausprobiert. TestDisk bespielsweise erkent eine falsche Disk-Geometrie (CHS=1,255,63) und lässt auch zu, dass man diese im Programm manuell richtigstellt, also auf (CHS=125,255,63), ABER es weigert sich dann diese Korrektur auf den Stick zu schreiben. Es bietet zwar an, den MBR neu zu schreiben, schreibt aber eben nicht die manuell korregierten Daten drauf. Ergebnis: das Ganze ist völlig wertlos, weil dadurch die falschen Daten auf dem MBR des Sticks nicht korregiert werden, was aber für jede weitere Vorgehensweise nötig wäre. Man muss sich eben langsam durcharbeiten, erst den MBR korregieren, dann die FAT32 sichern, u.s.w.
Danach ist das mit nem Dump ganz einfach.
Man kann den im LINUX einfach in eine Datei kopieren und diese Datei danach als loop device in das Dateisystem des LINUX einbinden. Die Datei wird dann wie ein Laufwerk gesehen und man alles damit machen, was man mit einem Laufwerk eben machen kann, Daten runterkopieren, fehlerhafte Sektoren korregieren, u.s.w.
Aber wie gesagt, das Problem ist ein anderes, ich brauche eine Möglichkeit erst den MBR und dann die FAT schreibend zu korregieren. Alle FDISK Programme im Windows und im LINUX gehen nicht dran, weil sie die Disk-Geometrie als nicht gültig erkennen, so beisst sich die Katze in den Schwanz.
Gruss ANDY
Hallo Andy,
durch deine Versuche könnte das Problem im ungünstigen Fall nur noch größer werden.
Ich selbst würde das einem Labor übergeben, die sind auf solche Fälle spezialisiert und haben die erforderliche Ausstattung.
http://www.hddlab.de/datenrettung/datenrettung-usb-s…
Günstig ist das leider nicht 
Vielleicht auch deinem Bekannten den Tipp geben, in Zukunft robustere USB-Sticks und gleichzeitig SLC-NAND zu verwenden.
Wobei längere Sticks bei einer ungünstigen Bewegung auch am USB-Port abgebrochen oder beschädigt werden können.
Besonders robuste mit Metallgehäuse und längerer Bauform…
Sicher wäre der Anchluss über ein USB-Verlängerungskabel, das beugt vor.
Ein robusteres Gehäuse können diese Modelle aufweisen:
http://www.idealo.de/preisvergleich/CompareProducts/…
Gruss
Chris
Hallo,
ich denke, ich habe jetzt eine Lösung gefunden.
Zunächst mal festgestellt, dass weder unter Windows noch unter LINUX ein Direktzugriff auf einen Datenträger möglich ist. Diese Multi-User-Betriebssysteme für einen PC (Persönlichen Computer) lassen das nicht zu.
Aus diesem Grund habe ich nun ein altes MS-DOS 5.0 von einem CD-Image gebootet, mit USBASPI.SYS den USB-Stick installiert und kann nun mit PHDISK.EXE direkt den MBR auslesen, die falsche DiskGeometrie korregieren, den richtigen Partitionstype eintragen und die Daten zurückschreiben. Diese Stufe ist also mit einem alten DOS geschafft.
Nun geht es mit den nächsten Stufen weiter (FS, FAT32, u.s.w.)
Gruss ANDY