Mein Nachbar hat einen DSL-Anschluss. Er hat daran irgendein
Gerät mit Antenne angeschlossen (nennt sich das Ding
„router“?).
Nein, Access Point. Heutzutage ist in den Access Point meist auch ein
Router eingebaut. Und ein Switch. Früher waren das drei Geräte, und
das Ding mit der Antenne war der Access Point.
Möglicherweise hat er auch einen Router mit eingebauten Access Point.
Soll heißen: nenn es wie du willst. Passt schon.
Das ganze ist WEP-verschlüsselt.
Also so gut wie gar nicht.
- auf meine Festplatte zugreifen?
Wenn du deine Festplatte oder Teile davon freigegen hast: ja.
- mein Surfverhalten nachverfolgen?
Ja, theoretisch kann er das. Immerhin benutzt du seine
Verschlüsselung und sein Netz, von dem du nicht weist, wie es
aufgebaut ist.
Was kann ich gegebenenfalls tun, um dies zu vermeiden?
Nichts außer einen ANON-Proxy verwenden (siehe beispielsweise http://
anon.inf.tu-dresden.de/index.html). Oder kein WEP, sondern WPA
benutzen und einen anderen Schlüssel als er.
Wenn ich dein Nachbar wäre, würde dir nicht mal eine andere
Verschlüsselung helfen, und auch wenn ich möglicherweise dein
Surfverhalten nicht kontrollieren kann, dann lese ich eben deine
Mail. Ich könnte diese Aktivitäten vor einem Profi kaum verbergen,
aber wahrscheinlich vor dir.
Ach ja: ich verwende windows XP. Meine windows-firewall habe
ich natürlich aktiviert.
Eine Personal Firewall hilft in diesem Falle nicht. Die hat alles
gecheckt, für in Ordnung befunden und nun bläst du alles in den Äther
(sozusagen ins Äthernet, hehe). Dort holen es die gewieften Jungs
wieder ab.
WEP ist das indianische Wort für „Weißer Mann tut so, als ob er
verschlüsselt“.
Ich hole es übrigens hinter dem Access Point wieder ab, direkt aus
dem Kabel, das nicht mehr verschlüsselt ist. Und weil es mein Kabel
ist, mache ich damit schlichtweg, was ich will.
Gruß,
Stefan