OT: MS-Word… die gigantische Verschörung?
Salü Sebastian
- Ausgangslage
Das erste Posting in diese Thread bietet einen Link zu einem kostenlosen Tool an, dass für eine weitverbreitete Textverarbeitung sinnvoll ist. Ich habe den Link mit Informationen dazu ergänzt:
-Erinnerung an technische Aspekte des Datenschutzes
-für welche MS Office Versionen das Tool geschrieben ist.
Danach kam der pauschale Ratschlag, es in Rich Text Format (RTF) zu speichern. Da dieses Format immer wieder pauschal als „sicher“ in der Relation zu den typischen Risiken des DOC (MS Word Datei) genannt wird, widerlegte ich diese Behauptung
- XML
2.1 MS - XML?
Der Link zum Heise Artikel den du zitierst
http://www.heise.de/newsticker/data/hps-23.01.04-000/
erwähnt sogar, dass XML ein offener Standard ist. Und immer sein wird.
Zumindest so sicher wie der HTML / XHMTL Standard dem W3C Gremimum gehört. Wie die Personen des W3C Gremiums zu Microsoft stehen, bzw. wie sich die Zusammensetzung seit der Gründung verändert hat, ist ein anderes Thema.
Wer sich die Zeit nimmt und den Heise Artikel liest, nimmt folgendes zur Kenntnis:
Microsoft hat für MS Office 2003 ein Patent beantragt:
„Textverarbeitungsdokument, das in einer einzelnen XML-Datei gespeichert ist, die mit Anwendungen, welche XML verstehen, bearbeitet werden kann“. Der Autor HPS philosophiert im letzten Abschnitt über die Auswirkungen, falls dieses Patent anerkannt wird:
Wie weit die Errungenschaften, die Microsoft in seinem Patentantrag beschreibt, andere Office-Programme vom Gebrauch des Formats XML abhalten, werden wohl die Patentanwälte klären müssen. Immerhin gilt die Sprache XML allgemein als offener Standard und darf an sich keinen Anspruch zu Lizenzforderungen begründen. Die Sprache WordML, Microsofts XML-Abart zum Kodieren von Dokumenteneigenschaften, dürfte aber nach einer Patenterteilung als Speicherformat fremder Anwendungen tabu sein.
2.2 Falle
–>schnipp
Und wie wäre es das ganze in XML zu speichern?
Dann bist Du potenziell in genau die Falle gelaufen, in die
Microsoft dich locken will: Du bringst ein neues Format in den
Ring, welches im ersten Schritt eine Inkompatibilität mit
alten Word-Versionen hervorruft (man kann ja günstig upgrade,
oder? – Achso, auf Windows XP muß man nebenbei auch
aufrüsten, ist ja sowieso bunter…). Die Idee, daß XML
irgendwie ein standardisiertes und offenes Format ist,
schwirrt ja allgemein in den Köpfen herum, offiziell wird
Microsoft das auch nicht anders darstellen. Hintenrum wird
aber versucht, andere durch Patente aus dem zukünfigen Format
der Office-Anwendungen auszusperren:
http://www.heise.de/newsticker/data/hps-23.01.04-000/
schnapp -->
Danke für Deine Überlegungen zu den Konsequenzen im XML-Format zu speichern. Ich muss allerdings sagen, die die Microsoft in den letzten
6 Jahren zunehmend kooperativ verhalten hat:
-Das DOC-Format hat sich seit Word 8 (Word 97) nicht mehr verändert
-Mit RTF oder der Datenschnittstelle ODBC hat MS einen breit genutzten Industriestandard geschaffen, der vollständig offen ist.
Natürlich öfters weil der Druck von aussen kam. Es ist eine Firma und will seine Einnahmen optimieren. Genauso wie alle anderen Firmen auf der Welt. (Wirtschafts-) Ethik ist halt immer noch wie die Rocklänge bei der Frau: Was (noch) anständig ist, bestimmt der Zeitgeist und die Anwälte. Bzw. alle 50 Jahre neu die Historiker. Bzw. jene Historker die gerne mit Pauken und Trompeten ihre Erkenntnisse und Ansichten verbreiten…
schnipp -->
*grübel*
Nicht grübeln – handeln.
Leute, wenn ihr mit Word zufrieden seid, benutzt es ruhig.
–> schnapp
Privat arbeite ich mit OpenOffice 1.1 Nur so b.t.w.
–> schnipp
- Benutzt Word, wenn ihr mit den fortwährenden Abstürzen leben
könnt.
–> schnapp
Seit MS-Word eine 32 Bit Applikation ist, hatte ich so gut wie keine Probleme. Ich habe nie mit Win 9.x. gearbeitet, vermutlich daher kenne ich keine Abstürze. ich kann keine persönlichen Erfahrungen mit grossen und komplexen Dokumenten (Buch oder wissenschaftliche Arbeiten) beitragen.
schnipp -->
- Benutzt Word, wenn ihr glaubt, Monopole, gegen die die
Bundespost ein Waisenknabe war, seinen irgendwie völlig
unproblematisch.
–> schnapp
Jetzt wirds aber philosophisch und polemisch. Ja, ja das Böse lauert überall. „Kartelle und Monopole“ haben den Konsumenten i.d.R. nur interessiert, wenn er realisierte das er zuviel zahlt…
Über das Welt- und Menschenbild diskutiere ich hier nicht. Besondes nicht in einer Zeit wo „Geiz ist geil“ angesagt ist…
–> schnipp
- Benutzt Word, wenn Eure Daten nach 2 Jahren nichts mehr wert
sind und es ohnehin egal ist, daß man sie dann wegen einer
Dateiformatänderung nicht mehr gut geöffnet bekommt.
–> schnapp
Die Beziehung von Text und Layout sind doch sehr komplex. In der Spannweite einer Aktennotiz zu einem literarischen Text.
Der Verlust der Daten in der digitalen Welt ist zunehmend ein anerkanntes kulturelles Problem. Entstanden durch das stürmische Voranschreiten der (Software-) Technik sowie die explosive Vervielfachung an Daten.
Word Dateien öffnen?
Wo bleibt das Beispiel? Meine Beispiele:
-MS Word 6 Format ist bald 10 Jahre alt.
Für Dateien dieses Format gibt es: 1. Viewer (kostenlos) 2. auf allen!
32 Bit MS OS "Wordpad.exe (kostenlos). 3. Konkurrenzprodukte (Star / Open Offcie). Dito. für Word 7.
- Word 8 DOC Format ist seiTher unverändert. D.h. ich kann es mit allen nachfolgenden Office Versionen lesen.
schnipp -->
- Benutzt Word, wenn es euch egal ist, daß ein und die selbe
Word-datei auf einem anderen Rechner völlig anders aussieht.
–> schnapp
Textverarbeitungen sind von der Applikationsarchitektur auf das speichern von Daten konzipiert. Für Layout Aufgaben verwendete man DTP
Programme wie Pagemaker. Das Textverarbeitungen in den letzten Jahren
viele und immer bessere DTP Feature erhielten, nicht zuletzt weil „Design“ uns immer penetranter in den Alltag verfolgt, ist eine Enwicklung. Ändert somit nichts an der Idee von Textverarbeitungsprogrammen und den damit verbundenen Grenzen.
Wenn man die ersten HTML - Dokumente anschaut und man die Tabelllen / Null Byte Gifs Konstrukte der letzten Jahre vergleicht, so sieht man dieselbe Entwicklung. Daher auch XHTML / CSS.
Diesen Text den ich nun seit einiger Zeit tippe ist nur Information. Das Layout ist nicht Teil dieser Information und kann in jeder Form verändert werden, die die Aufnahme der Informationen erleichtert.
schnipp -->
- Benutzt Word, wenn es Euch egal ist, daß mit Word
geshriebene Texte die Ästhetik eines sterbenden Schafes
ausstrahlen, wenn Euch guter Textsatz egal ist.
schnapp -->
Als Informatiker - wenn auch nur ein halber (Wirtschafts - / PC Informaikter) - fühle ich mich in Fragen der Ästhetik unwohl. Zu relativ und Zeit bedingt.
Das ästhetische Verständnis des Benutzers lässt sich ja auch anhand der privaten Homepages erschliessen, bzw. schauernd erahnen…
Die Privatanwender und Mitarbeiter in den Firmen die ich kenne sind zufrieden, wenn sie ihre Texte schnell und möglichst fehlerfrei erstellen können. Das seit Word 6 das ausgedruckte Dokument in 99% der Alltagsfälle mit dem Bildschirm übereinstimmt, ist auch ein Punkt der Zufriedenheit. Das man die Dokumente organisieren (Zentraldokumente, Hyperlinks, Dokumenteneigenschaften,etc. ) kann, ist bei vielschreibern auch eine „gefreute“ Sache.
schnipp -->
- Benutzt Word, wenn es euch egal ist, in regelmäßigen
Abständen erkleckliche Geldsummen für Aktualisierungen
hinzublättern, die Arbeit verursachen durch
Dateiformatänderungen, geänderte Bedienung und neu versteckte
Fehler.
–> schnapp
Wie vorhergehend gesagt, es hast sich schwer gebessert. Wir kommen immer näher dem Stand des TV. Ausserdem hat man so viele Alternativen wie nie zuvor, wenn man Text (mit und ohne Layout) erstellen will.
Nur ist die Freiheit der Wahl, verknüpft mit der Pflicht. Wie eine gute Ehe (IMHO). Bequeme oder auch technophobe Konsumenten (nur 2 Bsp.) wählen Word, weil der Sohn / Neffe ihnen damit helfen kann, weil es dutzendweise Illus und Bücher gibt, etc. Genauso wie Fertiggerichte oder Junk-Food die den Menschen an Geschmack, biologischem Nutzen, sozialer Interkation, etc. wenig zu bieten haben…
–> schnipp
- Benutzt Word, wenn ihr Euch sicher seit, daß Eure gesamte
IT-Struktur (einschließliech PDAs) nur auf Windows/Mac
festgenagelt ist.
schnapp -->
Herr Unix… da wird die kleine Randgruppe von Mac Usern aber gar nicht glücklich sein
… Ansonsten siehe Replik letztes Statment.
–> schnipp
- Benutzt Word, wenn Ihr in neuen Versionen kein Problem mit
dem DRM habt. Wenn es Euch nichts ausmacht, daß bei jedem
öffnen eines Dokumentes eine Nachfrage an einen zentralen
Server gestellt wird. Wenn es Euch nichts ausmacht, bei
Störugen dieses Servers oder der Verbindung dorthin eben die
geplanten Arbeitsschritte auf „später“ z verschieben.
–> schnapp
Schon wieder wirfst Du so viele verschiedene Dinge in einen Topf.
„Digital Right Management“ (DRM) besonders in Hinsicht auf das kommende „Longhorn“ ist ein „politisches“, bzw. juristisches Thema.
Auch da ist mein erster Kritikpunkt die Apathie und Bequemlichkeit zu vieler Menschen. Wo blieb der Protest, als sich die EU das permanent verfügbare Hintertürchen zu allen Mailprovidern sicherte? Das der Abbau der Grundrechte auch in (West-) Europa vorangetrieben wird, lässt sich z.B. hier ersehen:
http://www.bigbrotherawards.ch/2004/
http://www.bigbrotherawards.de/
schnipp -->
- Benutzt Word, wenn es Euch nicht stört, daß Word nicht nur
einen ganzen Haufen Sicherheitslücken aufreißt, sondern auch
immer wieder die Privatsphäre der Benutzer verletzt.
–> schnapp
Word „reisst“ keine Sicherheitslücken auf. Wenn schon, dann kann man sagen, dass der Komfort für Anwender von „Visual Basic for Application“ (VBA) oder Windows Scripting Host (WSH), zu kriminellen Zwecken missbraucht wird.
Im übrigen sprichst Du doch von den Benutzern, die über mobile Telephone statt Festnetze telefonieren, die über Kreditkarten alles bezahlen, „Customer Relationship Managemnt“ (CRM) System mit ihren Kundenkarten für 1% Rabatte füttern, mit aktivierten Laufwerksfreigaben und ohne Firewall surfen, etc. ?
schnipp -->
Benutzt Word ruhig. Ihr habt es ja immer schon getan. Und sie
Auswahl von den Animierten Assistenten-kaspern ist ja auch
ganz nett im langweiligen Arbeitsalltag. Benutzt es weiter,
wenn ihr von Word voll überzeugt seid.
–> schnapp
„Schöne neue Welt“ - Soma für alle. Oder etwas aktueller „Matrix“. Wieviel Prozent würden nicht für eine angenehme Illusion (virtuelle Realität - in Matrix Macht und Ansehen verbunden mit Steak und Zigarre) andere Argumente hintenan stellen? Ist nicht der „Spassfaktor“ das Credo unserer Gesellschaftsform? Warum also bestimmte Feature von Word daran aufhängen?
schnipp -->
Wenn ihr aber nicht zufrieden seit, jammert nicht herum. Es
gibt Alternativen. Und sie kosten nichts. Und einige davon
können nicht schlechter mit Word-Dateien umgehen als eine
beliebige andere Word-Version.
–> schnapp
Stimmt - mehrheitlich. Privat arbeite ich mit OpenOffice. Die Version 1.1 ist ganz gut gelungen, vor allem die PDF Dateien sind sehr gut.
–> schnipp
Nutzt sie. Nutzt nicht Word. Nutzt auch nicht das
geklaute Word, welches ihr Euch vom Kumpel auf CD habt brennen
lassen.
–> schnapp
Schon wieder die liebe Bequemlichkeit…
–> schnipp
Wer Word nutzt, wird eingesperrt. Auf Windows. Auf ein mehr
und mehr undefiniertes Format, welches zudem patentrechtlich
geschützt ist.
–> schnapp
Wer Word nutzt ist nicht auf Windows beschränkt. Diese Ausage ist falsch. Zweitens ist sie auch inhaltlich falsch. Mögliche Beschränkungen werden durch Dateiformate und nicht durch Applikationen bestimmt.
„patentrechtlich geschützt“? D.h. ich sollte bei meiner Stereoanlage „Dolby“ ausschalten, da es patentrechlich geschützt ist? 
Falls Du damit auf den Heise Artikel und XML in Office 2003 anspielst, so bist du ein wenig zu früh. Das Patent wurde ja (IMHO) noch nicht erteilt. Und wie der Artikel schreibt, ist XML ein offenens Format.
schnipp -->
Wer Zeit zum Herumweinen hat, hat Zeit zum Wechsel. Zum
Wechsel auf ein definiertes Format, auf ein Format, welches
auch in 20 Jahren noch lesbar und benutzbar sein wird. Wollt
ihr euch wirklich einsperren lassen?
schnapp schnapp
Da merkt man wieder was für ein Zeithorizont Unix hat. Seit 40 Jahren legen die Jungs (sorry Mädels) Schicht um Schicht auf ihren Kernel, noch immer meisseln sie den Code in Stein (äh mit C) und selbst heute wo sie das „klickibunti“ Interface auf den VW-Unixen (Linux) eingeführt haben, gehts einfach noch immer nicht so richig vom Platz.
Als MS 1993 NT einführte (Version 3.1) beherschte Novell fast 90% der Lanserver (ohne flams und polemiken der unix gang). 4 Jahre später hat
NT diese Phalanx massiv aufgebrochen. 10 Jahre später muss sich Novell zum 2. Mal Unix in die Arme werfen. Dasselbe prophezeie ich mit C# und Java. Das Geschäftsgebahren von MS, die Ethik eines Herrn Balmer ist die eine Sache, die Produkte eine andere. Die Produkte von MS überzeugen mich seit bald 16 Jahren.
Die gute Nachrichten zum Schluß: die Alternativen sind oft
genug kostenlos. Ja.
Stimmt. Für alle die bereit sind mehr Zeit und mehr Geduld zu haben
Grüsse Peter
PS:
Wirklich schade, dass Du nicht im gleichen Haus wohnst!
Wir müssten wöchentlich mit ein paar Flaschen eines alten Weines aus der alten Welt ein wenig diskutieren und philosophieren