Datenschutz, unerwünschte Werbung

Liebe/-r Experte/-in,
eine Firma, die Seminare über Rechtsthemen gibt, infiltriert Netzwerke, wie Facebook, StudiVZ und Xing. Arbeitskollegen von mir wurden auf diese Weise „aufgespürt“. Mit den gesammelten Namenslisten ging die Firma dann an unsere Geschäftsstellen und hat sich bestätigen lassen, dass wir da arbeiten. Dann haben wir auf einmal wild Werbung auf die Arbeit bekommen für irgendwelche Seminare, von denen keiner von uns auch nur das geringste Interesse hat. Mein Chef ist ausgetickt, was das soll, warum wir private Post auf die Arbeit bekommen. Was können wir tun, damit die Firma, die uns mit Seminarangeboten belästigt uns wieder in Ruhe lässt? Hat darüber hinaus noch jemand einen Tipp für uns?

Vielen Dank
Otto

Hallo,

gemäß § 28 Abs. 4 BDSG kann jeder der Nutzung seiner personenbezogener Daten für Werbezwecke widersprechen. Auch bei Nutzung der Firmenanschrift handelt es sich um personenbezogene Daten. Werden die Daten trotzt Widerspruch für Werbezwecke verwendet stellt dies eine Ordnungswidrigkeit dar.

Interessant ist allerdings auch die Frage, wieso die Geschäftsstellen Ihres Unternehmens personenbezogene Daten von Mitarbeiter/innen an diese Firma herausgegeben haben. Denn auch die bloße Bestätigung, dass ein Mitarbeiter bei einem Unternehmen arbeitet, stellt eine Übermittlung personenbezogener Daten dar.

Von daher sollte Ihr Chef mal seinen Datenschutzbeauftragten bitten, eine Schulung zur Personaldatenverarbeitung durchzuführen.

Freundliche Grüße,

Werner Hülsmann

Fragen Sie Ihre Firma, mit welcher Rechtsgrundlage Ihre personenbezogenen Daten (dazu gehört auch die Firmenzugehörigkeit) preisgegeben wurden.

Schicken Sie mir eine leere mail ([email protected]) mit dem Betreff Werbung - Widerspruch. Als Antwort bekommen Sie verschiedene Muster, mit denen rechtwirksam Werbung unterbunden werden kann - andernfalls, je nach Bundesland, hilft Ihnen die zuständige Aufsichtbehörde weiter.

mvr-datenschutz.de

Hallo Otto,

in diesem Fall würde ich mich mal direkt an den zuständigen Datenschutzbeauftragten wenden und diesem diesen Fall schildern.

Wenn du mir die Stadt/das Bundesland mitteilst, kann ich dir gerne die Adresse mitteilen.

mfg, Thomas