Datenschutzfrage

Hallo,

mich interessiert, ob es eine Frist gibt, wie lange Internetdokumente im weitesten Sinn beim Provider gespeichert werden müssen, bzw. ob überhaupt solche Dinge wie etwa Emails bei GMX oder anderswo (hier bei www z. B.) dokumentiert werden müssen. Bleibt etwa eine bei GMX heruntergeladene eigene Mail dort als Sicherheitskopie auf dem Server vorhanden, oder wie läuft das ab? Kann man beispielsweise noch rekonstruieren, was ich (oder auch nur ob ich) vor einer Woche irgendwo etwas hingeschrieben habe oder nicht. Wozu ist ein Provider verpflichtet und was ist ihm verboten?

Ich bedanke mich schon jetzt für jede Antwort.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

mich interessiert, ob es eine Frist gibt, wie lange
Internetdokumente im weitesten Sinn beim Provider gespeichert
werden müssen,

„Müssen“ zur Zeit gottseidank nicht. Der Gesetzgeber streckt allerdings schon munter seine Finger aus. Wehen Terroristen und Kinderpornisten natürlich, zum Wohle aller quasi.

Bleibt etwa eine bei GMX heruntergeladene eigene Mail
dort als Sicherheitskopie auf dem Server vorhanden, oder wie
läuft das ab?

Jeder halbwegs brauchbare Provider hat Sicherheitskopien. Was allgemein als Sicherungszeitraum üblich ist, kann ich nicht sagen.

Kann man beispielsweise noch rekonstruieren, was
ich

Verschlüsselst Du Deine Mail nicht?

Eine Woche im Nachhinein dürfte schon etwas an Aufwand bedeuten.

(oder auch nur ob ich)

Ja.

Du könntes anonyme remailer nutzen, um das zu vermeiden.

Se „IANAL“ bastian

Hallo Thomas

mich interessiert, ob es eine Frist gibt, wie lange
Internetdokumente im weitesten Sinn beim Provider gespeichert
werden müssen, bzw. ob überhaupt solche Dinge wie etwa Emails
bei GMX oder anderswo (hier bei www z. B.) dokumentiert werden
müssen. Bleibt etwa eine bei GMX heruntergeladene eigene Mail
dort als Sicherheitskopie auf dem Server vorhanden, oder wie
läuft das ab? Kann man beispielsweise noch rekonstruieren, was
ich (oder auch nur ob ich) vor einer Woche irgendwo etwas
hingeschrieben habe oder nicht. Wozu ist ein Provider
verpflichtet und was ist ihm verboten?

Provider sind gesetzlich verpflichtet, alle Verbindungsdaten 80 Tage zu speichern.
Damit läßt sich nachvollziehen, wann Du Dich ins Internet eingewählt hast, welche Adressen Du angesurft hast und wie lange Du online warst.
E-mails werden üblicherweise 30 Tage gespeichert, mit dem Abholen werden sie gelöscht, geht ja auch gar nicht anders, der Speicher muß ja wieder frei werden für neue mails.
Gruß
Rainer

Danke schön! owT.

Danke sehr! owT.

Nicht ganz richtig …

Provider sind gesetzlich verpflichtet, alle Verbindungsdaten
80 Tage zu speichern.

Im Gegenteil sind Provider sogar dazu verpflichtet, Verbindungsdaten, die nicht aus abrechnungstechnischen Gründen zu speichern sind (wie z.B. bei der T-DSL-Flatre), _nicht_ zu speichern, sondern direkt zu löschen. Da T-Online diese Daten jedoch speichert, macht sie sich nach der Meinung einiger Datenschützer sogar strafbar.
Das jedoch ist, soweit ich weiss, gesetztlich gesehen die einzige Ausnahme. Wer weiss, wie lange noch.

Gruß,
Jürgen

Provider sind gesetzlich verpflichtet, alle Verbindungsdaten
80 Tage zu speichern.

Im Gegenteil sind Provider sogar dazu verpflichtet,
Verbindungsdaten, die nicht aus abrechnungstechnischen Gründen
zu speichern sind (wie z.B. bei der T-DSL-Flatre), _nicht_ zu
speichern, sondern direkt zu löschen. Da T-Online diese Daten
jedoch speichert, macht sie sich nach der Meinung einiger
Datenschützer sogar strafbar.
Das jedoch ist, soweit ich weiss, gesetztlich gesehen die
einzige Ausnahme. Wer weiss, wie lange noch.

Hallo Jürgen
it doch klar, daß Polizei und Geheimdienst Interesse an solchen Daten haben.
Das sind staatliche Organe, der Staat ist bei der Telekom beteiligt, so ein Zufall :wink:
Gruß
Rainer

Schlimm genug !
Hey Rainer,

it doch klar, daß Polizei und Geheimdienst Interesse an
solchen Daten haben.
Das sind staatliche Organe, der Staat ist bei der Telekom
beteiligt, so ein Zufall :wink:

So siehts aus, und mit Deiner Aussage und meiner Antwort sitzen wir beide schon zur Hälfte im Knast :wink:
Aber ehrlich: Es geht nichts über Privatsphäre, und die Hysterie Richtung Überwachungsstaat wird nach dem ersten großen Anschlag in der BRD kein Ende mehr finden. Mal schauen, wo wir uns da hinmanövrieren …

Gruß,
Jürgen

Aber ehrlich: Es geht nichts über Privatsphäre, und die
Hysterie Richtung Überwachungsstaat wird nach dem ersten
großen Anschlag in der BRD kein Ende mehr finden.

Das befürchte ich auch. Dennoch: die Frage, wie es jetzt aussieht, ist ziemlich interessant.

Ich weiß, daß ich teilweise etwas paranoid wirke, aber ich halte das für durchaus begründet(!).

Und ja, ich bin ein „braver Bürger“[¹].

Ich kann wirklich nur jedem nahelegen, sich JETZT mit Verschlüsselung von Mails zu beschäftigen. Schließlich geht es niemanden etwas an, wenn ich mich mit einem Kumpel über das Wetter untrhalte oder über den gestrigen Kneipenabend[²].

Solange nur Inhalte verschlüsselt werden, bei denen es wichtiger erscheint, wird verschlüsselte Mail als potenziell „subversiv“ gesehen, wäre das selbstvertsändlich, würde niemand mehr krumm gucken, wenn man verschlüsselt kommuniziert.

Sebastian

[¹] nicht die „üblichen Verdächtigen“

[²] Mit Leuten, von denen ich Schlüssel habe kommuniziere ich eben auch nur verschlüsselt…

Bei mir hat der Provider Telekotz TROTZ eines richterlichen Beschlusses die Daten gelöscht.

Das ist denen nicht nur scheissegal, im Gegenteil: Je schneller die Daten gelöscht werden, desto geringer ist die Chance, nachzuweisen, daß Telekotz DICKE verdient an der Abzocke eines Dialers an DIR!

Es lebe der Täterschutz! Schließlich hatten die mal eventuell ein schlimme Kindheit!