Dauerbehandlung mit Hormonen

Tach liebe Experten!

Ich würde gerne wissen inwieweit Behandlungen über Jahre hinweg mit Medikamenten die auf der Wirkung von Hormonen basieren tatsächlich unbedenklich sind.
Ich bin durch einen Artikel auf die Frage gekommen, in dem darüber berichtet wurde, dass viele Medikamente zur Behandlung ganz anderer Beschwerden verwendet werden, als ursprünlich gedacht. Das interessanteste Bsp. war Propecia ein Medikament zur Behandlung von Schilddrüsenvergrößerung und jetzt im Handel als Haarwuchsmittel, was permanent eingenommen werden muss.
Da fragt man sich doch, ob da statt nur ein paar neuer Haare nicht noch einiges mehr mitkommt. Das man mit Hormonen behandelt ist ja klar, aber doch nicht über Jahre oder Jahrzehnte in solchen Dosen, wie sie eine Schilddrüsenbehandlung erfordert.
Was meint Ihr als Fachkundige dazu?

Der Michael

Hallo Michael!
Eine Dauertherapie mit Hormonen, ohne einer zugrundeliegenden Erkrankung, ist in meinen Augen mehr als unsinnig und birgt auch Gefahren.
Ich habe z.B. mal eine Anzeige für Diätwillige gesehen in der mit Abkömmlingen von Schilddrüsenpräperaten geworben wurde. „Das ist ja wohl der Hammer“ dachte ich mir, denn nirgendwo war eine Anmerkung darüber, was SD Hormone so alles bewirken. Hormone die „einfach so“ eingesetzt werden, schaden viel mehr(und das teilweise extrem) als sie nutzen können.
Gruß Natascha

genau
Den selben Gedanken hatte ich auch.
Zwar werden sämtliche Medikamente vor der Markteinführung in klinischen Studien durch Probanden getestet, aber ich denke das die langfristigen Schäden dadurch natürlich nicht entdeckt werden und gerade die sind es ja, die bei derartigen Präparaten besonders drastische Konsequenzen haben können.
Wie können Ärzte also derartige Medikamente verschreiben? Ist Ihnen etwa nicht bewusst, worum es sich handelt, oder ist es etwa doch nicht so dramatisch, wie Du und ich es glauben?
Ich finde das alles schon heftig.

Der Michael

ich weiß
Hallo Michael!

Ist Ihnen etwa nicht bewusst, worum es sich handelt, oder ist
es etwa doch nicht so dramatisch, wie Du und ich es glauben?

Doch es ist so drastisch, wie wir glauben (und ich weiß, aus eigener Erfahrung).
Warum Ärzte sowas verschreiben? Ich denke nicht alle Ärzte tun dies, es gibt auch welche mit Verantwortungsgefühl.
Aber ich kann Dir auch sagen, daß ich viele Mediziner (sogar Hormonspezialisten)in meiner langjährigen „Hormon und Stoffwechsel Erkrankungs“ Karriere kennengelernt habe, die nicht mal die grundlegensten Dinge über Hormone wußten.
Ehrlich! Viele meiner Beschwerden waren ganz eindeutig und ich habe auch auf diese Eindeutigkeit hingewiesen und bekam zur Antwort: " Hormone machen das nicht" Zitat!
Sie „machen es eben doch“
Kaum einen guten Endokrinologen gefunden und schwubs wird gesagt, was sie alles machen.
Von Herzbeschwerden oder gar Infarkt, über Verdauungstörungen die bis hin zum Ileus gehen können, über epileptische Anfälle zu Osteoporose,von seelische Verstimmungen bis zu Psychosen und Delir…vom gesunden Menschen bis hin zum Comapatienten…das machen Hormone.

Ich finde das alles schon heftig.

Ich auch und ich denke Mediziner die einfach mal so Hormonpräperate verschreiben, sollten gewaltige Strafen aufgebrummt kriegen und einen Pflichtkurs in Sachen Physiologie Stoffwechsel und Hormone absolvieren müssen. Vielleicht würde das was bringen.
Aber da bin ich wieder beim alten Thema über die Qualität der praktizierenden Ärzte und wie man dem Mediziner Weiterbildung schmackhaft machen, wie auch ermöglichen kann. Das ist aber eine andere Grundsatzdiskussion.
Und damit sich nicht jemand fälschlicherweise auf den Schlips getreten fühlt: Ich behaupte nicht, das alle Mediziner schlecht arbeiten.
Gruß Natascha