Hallo Ralf!
- Überreizung bekommen durch die Fernsehbilder die sie nicht
verstehen.
Allderings. Wir haben, als unser Sohn etwa in dem Alter des Kindes Deiner Bekannten war, beschlossen, den Fernseher nur noch dann laufen zu lassen, wenn unser Sohn nicht anwesend ist. Aus dem einfachen Grund, dass er einfach nicht verarbeiten konnte, was er gesehen hat. Er sah z.B. ein Auto, das kaputt gegangen ist, und hat tagelang von diesem Auto gesprochen.
Mittlerweile ist er gut 2 Jahre alt, und wir haben das Ganze etwas gelockert. Er darf einige DVDs mit Filmen gucken, z.B. Benjamin Blümchen, Lars der kleine Eisbär. Wir haben uns die Filme vorher angesehen, denn es gibt auch in Kinderfilme elendig viele Szenen, die ein so kleines Kind nicht gut haben kann. Ich habe nun kein anderes Kleinkind als Vergleich, deswegen kann ich nur von dem schreiben, was wir mit unserem Sohn erleben.
Es ist allerdings so, dass er, seit er DVD gucken darf, extrem oft fordert, diese anzusehen. Das kam innerhalb kürzester Zeit, und es ist unheimlich schwer, ihm Alternativen zu bieten.
Ich denke also schon, dass es einem Kind in dem Alter durchaus schadet, viel fern zu sehen. Noch dazu in Deinem Fall Sendungen, die die Eltern vorher nicht überprüft haben auf ihren Inhalt.
Wir sind immer in greifbarer Nähe für unseren Sohn, wenn er fernsieht. Und trotz wirklich harmloser Filme braucht er diese Nähe auch immer wieder. Er kuschelt sich dann an, stellt Fragen, reflektiert das Gesehene und braucht Erklärungen. Kindgerechte, für sein Alter.
Leider hat er, weil uns Eltern der Noro-Virus eine ganze Weile ziemlich im Griff hatte (etwa zwei Wochen), relativ viel ferngesehen. Den Unterschied merkt man deutlichst! Und das bei zwei Wochen, nicht drei Monaten.
Ich bin nun dabei, das Ganze in -für uns Eltern- geregelte Bahnen zu lenken. D.h. der Alltag hat uns wieder, ich bin wieder gesund und kann mich so bewegen, wie ich möchte. Da bleibt gar nicht viel Zeit zum fernsehen. Das denke ich ist es auch, was Deine Bekannten nun machen sollten. Reizvolle Alternativen bieten. Dem Kind die Welt ausserhalb vom TV zeigen. Viel mit ihm unternehmen, es beschäftigen, ablenken. Und WENN es guckt, eben darauf achten, was da läuft, sprich: vorher selbst angucken, nicht einfach die Glotze anmachen und hoffen dass kein Schund kommt. Und das, was gesehen wird, reflektieren. Also etwas sinnvolles, förderndes daraus machen.
Und niemals das Kind alleine vorm TV sitzen lassen. Es braucht meiner Meinung nach einen Ansprechpartner während der gesamten Fernsehzeit direkt bei sich, der aufmerksam ist und wahrnimmt, was das Kind beschäftigt.
Müssen diese beiden Punkte zwangsläufig passieren und wie
Das weiss ich nicht, und ich hoffe sehr, dass das nicht der Fall ist. Deine Bekannten sind ja auf dem richtigen Weg. Man macht als Eltern Fehler, davor ist keiner sicher. Die Kunst ist es, sie zu bemerken und etwas daran zu ändern. Deswegen finde ich es auch prima, dass Du mit ihnen darüber geredet hast und ihr zusammen nun einen Weg sucht. Die meisten Eltern hätten sich wohl eher ziemlich auf den Schlips getreten gefühlt :-S
Übrigens, ich meine, ich hätte als Richtlinie letztens gelesen, dass ein Kind in so jungem Alter maximal eine Stunde pro Woche fernsehen sollte.
Liebe Grüsse
Bine