Dauernt getrennt lebend... was muss man beachten?

Hallo,
meine Frau und ich haben uns vor ein paar Moanten nach 4 Jahren Ehe „erstmal so“ getrennt, d.h. dass ich aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen bin. Wir haben einen gemeinsamen Sohn (1,5 Jahr alt), für den wir versuchen die Situation so angenehm wie möglich zu machen. Meine Frau und ich haben keinen Streit oder so und unternehmen auch viel zu Dritt. Bis jetzt ist quasi alles „normal“, außer dass ich Nachts in einer anderen Wohnung schlafe. Jetzt meine Fragen:

  1. Wann muss ich meinen 1. Wohnsitz ändern lassen? Muss ich überhaupt?
  2. Was hat ein Wohnsitzwechsel für Auswirkungen?
  3. Kann die Ehe so bestehen bleiben oder gibts irgendwann Ärger (Scheinehe oder so)?
  4. Kann ich die zweite Wohnung in der gemeinsamen Steuererklärung angeben?
  5. Was für Vorteile/Nachteile hat eine Scheidung?
  6. Wir wollen nichts mit Unterhalt etc zu tun haben - wir haben alles untereinander geregelt. Wird das akzeptiert oder gibt es eine Unterhaltspflicht? Wir sind finanziell unabhängig und verdienen beide fast das gleiche. Unseren gemeinsamen Besitz haben wir bereits aufgeteilt.
  7. Ist das sinnvoll wie wir es im Moment machen? Wir wollen eigentlich nichts ändern, aber im Bekanntenkreis erzählt jeder was anderes. Der Eine meint dass man automatisch geschieden wird, sobald ich meine Wohnsitz ändere und ein Jahr vergeht, der nächste sagt, dass es eine Scheinehe ist…
    Vielen Dank
    Marc

Hallo Marc,
ich bin Psychologin, Du brauchst einen Rechtsanwalt…
Gruß Petra

Hallo Marc,
ich durchlaufe z. Zt. ein ähnliches Szenario, nur leider völlig verdreht … Rosenkrieg. Ich sehe dieses nicht aus Eurer Sicht der Einvernehmlichkeit (Seufz … Neid :smile:. Auf jeden Fall kannst Du/könnt ihr Eure Steuerklassen in dem Jahr der Trennung beibehalten, ab dem 01.01.2012 gehts dann in die I. Da gibts dann noch Spiele mit dem Aussöhnungsversuch … der temporären Steuergeldverschleierung. Zu den anderern Fragen kann ich keine kompetenten Antworten geben, nur Meinungen.
Gruß
Fragezeiche 1

Hallo Marc,

zunächst mal Folgendes:

Ihr könnt 20 Jahre verheiratet sein und trotzdem könnt ihr in zwei verschiedenen Wohnungen leben. Das machen sogar einige Paare von Anfang an ganz bewusst so.
Es hat steuerlich keine Nachteile. Für euer Kind sowieso nicht.
Wenn ihr euch - was das Finanzielle angeht - geeinigt habt, dann ist doch alles ok. Besser geht es gar nicht.
Wenn einer von euch die Scheidung einreicht, dann muss wahrlich erst ein Jahr der Trennung vergehen, bevor der Richter eure Ehe scheidet. Das hättet ihr gewährleistet.
Die Fage ist also ganz einfach: Wollt ihr weiterhin beide verheiratet bleiben oder nicht? Wenn ja, dann ändert sich nichts bis auf die getrennten Wohnungen.
Wenn nicht, dann wird (wahrscheinlich) ein gemeinsames Sorgerecht vereinbart und der Hauptaufenthaltsort des Kindes festgelegt. Auch ein Unterhaltsanspruch besteht natürlich von Seiten des Kindes gegenüber dem nicht ständig im Haushalt lebenden Partner. Hierrüber wird ein Urteil entscheiden.

Gruß, Ralle

Hallo!
Erstmal eine gegenfrage. Seit ihr auf Dauer getrennt?

  1. Neuer Wohnsitz muss zwei Wochen nach dem Umzug beim Einwohneramt gemeldet werden.
  2. Deine Frau kann Lohnsteuerklasse 2 beantragen du bekommst die Eins.
  3. Ehe kann bestehen bleiben.
  4. Das weiss ich nicht.
  5. Hmm ich denke immer nachteile, bzw. finanzielle Vorteile.
    Unterhaltspflicht gibt es gegenüber dem Kind ausser du zahlst mehr.
  6. Es wird niemand automatisch geschieden!!!
    Lg jessica

Hallo MArc,

ich kann dir vielleicht bei der menschlichen Seite helfen. weniger bei de4r Juristischen.
So Definitionen wie „getrennt von Tisch und Bett“, die kriterien für eine Scheidung darstellen kann ein Jurist besser beurteilen.
Wichtig ist, dass ihr euch einig seid und die finanziellen Dinge geregelt habt. Ich würde euch dazu raten, diese Einigung auch schriftlich festzuhalten.
Schwierig wird es erfahrungsgemäß, wenn einer von Euch eine/n neue/n Partner/in kennen lernt und sich neu binden will. Dann kommen oft negative Gefühle hoch und mit eurer gutwilligen Trennung gehts dahin.
Mein Tip also: sichert euch beide ab und haltet eure Abmachungen schriftlich fest. Denkt an die Möglichkeit, dass jemand von Euch den oder die „Richtige“ kennenlernen könnte und ob ihr dann noch anneinander gebunden sein wollt.

Hallo,
meine Frau und ich haben uns vor ein paar Moanten nach 4
Jahren Ehe „erstmal so“ getrennt, d.h. dass ich aus der
gemeinsamen Wohnung ausgezogen bin. Wir haben einen
gemeinsamen Sohn (1,5 Jahr alt), für den wir versuchen die
Situation so angenehm wie möglich zu machen. Meine Frau und
ich haben keinen Streit oder so und unternehmen auch viel zu
Dritt. Bis jetzt ist quasi alles „normal“, außer dass ich
Nachts in einer anderen Wohnung schlafe. Jetzt meine Fragen:

  1. Wann muss ich meinen 1. Wohnsitz ändern lassen? Muss ich
    überhaupt?
  2. Was hat ein Wohnsitzwechsel für Auswirkungen?
  3. Kann die Ehe so bestehen bleiben oder gibts irgendwann
    Ärger (Scheinehe oder so)?
  4. Kann ich die zweite Wohnung in der gemeinsamen
    Steuererklärung angeben?
  5. Was für Vorteile/Nachteile hat eine Scheidung?

Die Scheidung hat den Vorteil, dass jeder von Euch seine Zukunft so gestalten kann wie er will ohne dem Anderen Rechenschaft schuldig zu sein.

  1. Wir wollen nichts mit Unterhalt etc zu tun haben - wir
    haben alles untereinander geregelt. Wird das akzeptiert oder
    gibt es eine Unterhaltspflicht? Wir sind finanziell unabhängig
    und verdienen beide fast das gleiche. Unseren gemeinsamen
    Besitz haben wir bereits aufgeteilt.

WEnn ihr alles geregelt habt ist alles OK. Wo kein Kläger da kein Richter.
Unterhalt kann der, der das Kind hat fordern, muss aber nicht.

  1. Ist das sinnvoll wie wir es im Moment machen? Wir wollen
    eigentlich nichts ändern, aber im Bekanntenkreis erzählt jeder
    was anderes. Der Eine meint dass man automatisch geschieden
    wird, sobald ich meine Wohnsitz ändere und ein Jahr vergeht,
    der nächste sagt, dass es eine Scheinehe ist…

Das mit der Scheinehe kann schon sein, wg, der steuerlichen Vergünstigung, die ihr ja als verheiratete automatisch in Anspruch nehmt.
Das ist eben die Sache mit „getrennt von Tisch und Bett“ die als Trennungsindikator gilt. Aber fragt da nochmal nen Juristen.
Insgesamt rate ich euch: probiert aus, was euch gut tut. Aber sich an jemand zu binden, und dadurch auch abhängig zu sein, das muss man schon mögen. Warum wollt ihr eigentlich nicht mehr zusammen leben, wenn doch alles OK ist? Versuchts doch mal mit ner Paartherapie. und erarbeitet, was für Euch und Euer Kind das Beste ist und was jeder von Euch überhaupt „eigentlich“ will.

Vielen Dank
Marc

Viel Glück dabei
walter

Hallo Marc,

ich will versuchen, meine Erfahrungen zu schildern.

  1. Den Wohnsitz sollte man ändern lassen, falls die Trennung länger dauert oder zu einer Scheidung wird. Nach einem Trennungsjahr, ist die Scheidung einfacher.

  2. Soviel ich weiß, kann man so bleiben, es sei denn, es gibt Probleme mit dem Finanzamt und/oder mit Unterhaltszahlungen.

  3. Dazu kann ich nichts sagen.

  4. Scheidung ist eben endgültig und muss sein, wenn ein Partner neu heiraten will. Die negative Seite ist eben mehr finanziell und für die Kinder nicht so einfach.

  5. Warum nicht?

  6. Was heißt schon vernünftig? Wenn es so klappt, finde ich persönlich OK.
    Aber ich frage mich, warum ihr getrennt seid, wenn ihr auf der anderen Seite so gut miteinander auskommt …

Nehmt Euch doch eine größere Wohnung und lebt „in den eigenen Wänden getrennt“. Das tun mein Mann (64)und ich (61) seit 10 Jahren, weil 2 Wohnungen nicht finanziert werden konnten. Wir haben ein Haus (was nicht verkauft wurde) und jeder seinen eigenen bereich. Nur Küche und Bad werden geteilt, wie in einer WG. Und für Euer Kind wäre das ideal. Kinder brauchen die Familiewärme, in welcher Form auch immer !!!

Ich wünsche Euch alles Gute. Jacqueline

Hallo Marc,

vielen Dank für Dein Vertrauen und Glückwunsch zu einer fairen Trennung. Macht weiter so.

Ich möchte Euch ein paar Tipps geben, denn in meiner wissenschaftlichen Untersuchung gab es auch Trennung/Scheidungspaare, die zunächst kooperativ waren. Doch durch externe Einflüsse wurde diese Kooperation massiv gestört und es wurde sehr strittig. Zu gleich mehr.

Zum anderen möchte ich kurz vorwegschicken, dass ich nur zu den psychologischen Folgen einer Trennung und Scheidung Stellung beziehen kann. Rechtliche Fragen kann ich nicht beantworten, da ich kein Jurist bin und auch keine Spekulationen abgeben möchte. Dafür stehen mitunter Existenzen auf dem Spiel.

Ich schlage Euch vor: Geht gemeinsam zu einem Anwalt/Notar und regelt Eure Scheidungsfolgen in Bezug auf Geld; Besitz und natürlich den Unterhalt. Trefft auch eine Vereinbarung über die finanzielle Versorgung Eures Sohnes. Bedenkt, einem von Euch kann etwas passieren. Trefft auch dafür eine Regelung. Ein guter Anwalt/Notar wird Euch dabei helfen. Aber sucht nach einem guten Anwalt und investiert das Geld dafür. Dann seid Ihr für den Fall von Divergenzen gewappnet. In diesem Zusammenhang kannst Du auch die steuerrechtliche Seite abklären.

Die Stabilität in eurer jetzigen kann beeinträchtig werden. In der Regel passiert es dann, wenn eines der ehemaligen Partner eine neue Beziehung eingeht. Durch diese Einwirkung kann die Einvernehmlichkeit verloren gehen. Das ist der Hauptgrund. Irgendwann wird einer von Euch losgehen und sich nach einem anderen Partner umschauen. Der andere Grund sind örtliche Veränderungen. Was passiert, wenn Deine Frau einen neuen Mann kennenlernt und zu ihm in die 250 km entfernte Stadt zieht?

Jetzt habt Ihr die Möglichkeit in Ruhe und ohne Stress darüber zu sprechen und es wirksam gerichtsfest zu fixieren. Kommt der Streit später, wird es in der Regel sehr teuer und die Prozesse sind langwierig.

Zur Scheidung: Seid ihr beide deutsche Staatsbürger ist die Scheinehe gegenstandslos. Eine Ehe wird geschieden, wenn ein Partner die Scheidung einreicht sonst passiert nichts. Bis zu Scheidung seid ihr verheiratet und gegenseitig verpflichtet. Zur endgültigen Scheidung gehört das Trennungsjahr. Das heißt, jeder muss bestätigen, dass ihr keinen ehelichen Pflichten nachgekommen seid. Natürlich kannst Du das am besten beweisen, wenn Du eine eigene Wohnung hast. Das Trennungsjahr muss für den Richter plausibel sein. Ist Deine Frau im 5 Monat schwanger, kann kein Trennungsjahr eingehalten worden sein.

Die Ehe hat den Vorteil, dass der Ehepartner verschieden Rechte und Pflichten hat, die nach einer Scheidung wegfallen. (Beispiel: Im Erbfall, bei Unfällen darf sie entscheiden, ob die Geräte abgeschaltet werden dürfen und einige Dinge mehr.) Auch die Haftung beim Schuldenmachen entfällt, es sei denn, Ihr habt eine Gütertrennung bei Eheschluss vereinbart. Das kann Dir aber ein Rechtsanwalt erklären.

Fixiert jetzt in aller Friedlichkeit die Trennungs- und kommenden Scheidungsfolgen.

Viele Grüße chicobello

Pfuuuhhh … das sind viele Fragen.
Zum Steuerrechtlichen kann ich gar nichts sagen. Das ist nicht nur sehr umfangreich, sondern es ändert sich da auch ständig irgendwas. Also würde ich da entweder einen Steuerberater anrufen oder das Finanzamt direkt. Auch da gibt es Berater und die sind auskunftspflichtig. Ihr wollt nichts Unrechtes tun, sondern nur wissen, wie ihr es korrekt regeln könnt. Warum also nicht dort anrufen, wo ihr sicherlich kompetente und - vor Allem - kostenlose Auskunft bekommt?

Zu dem anderen Thema … klar kann es so weiterlaufen. Ihr müsst euch nicht scheiden lassen und wenn ihr euch einig seid, müsst ihr euch auch keine andere Regelung bzgl. des Unterhaltes vorschreiben lassen. Nichts desto Trotz würde ich euch aber dringend empfehlen GEMEINSAM zu EINEM Anwalt zu gehen und euch beraten zu lassen. Dort könnt ihr alle Fragen stellen, die euch auf dem Herzen liegen und jeder bekommt die gleiche Info. Es gibt also keine Geheimniskrämerei und auch keine Spekulationen und „kluge Ratschläge“ aus der Bekanntschaft … die oft dazu führen, dass Missverständnisse entstehen oder letzten Endes sogar noch ein Keil zwischen euch getrieben wird. Auch bei einer Scheidung kann man sogar - wenn man sich einig ist - komplett von einem Anwalt für beide Seiten zusammen vertreten werden … es muss nicht zum Streit führen.
Ich finde es toll, dass ihr für euren Sohn nach wie vor so freundschaftlich miteinander umgeht. Lasst euch das nicht durch falsche Ratschläge von sogenannten Freunden kaputt machen!! Sorry, wenn ich das so krass sage, aber da bin ich ein gebranntes Kind. Klärt es möglichst untereinander und lasst nicht zu, dass andere Einfluss auf euch nehmen! Dafür ist kompetente und neutrale Hilfe das beste. Eine Beratung durch einen Anwalt kostet nicht die Welt und das sollt euch die Gewissheit und der Frieden untereinander wert sein.

Ich wünsche euch alles erdenklich Gute und schicke liebe Grüße

Ira

Hallo Marc,
Das mit der Scheinehe, lasse Dir da keine Angst machen. Ihr seid verheiratet und wir ihr eure Ehe gestaltet ist euer Bier. Ihr habt vier Jahre zusammengelebt, was für ein Quatsch.
Probleme gibt es erst wenn ihr Euch scheiden lasst. Das kostet.
Unterhaltspflichtig bist Du dann, da kann man sich nicht mehr so einigen. Ich würde alles so beibehalten und dort meinen zweiten Wohnsitz anmelden, fertig.
Das ist ok wie ihr es macht.
Viel Glück für Euch
Susanne

Bitte Rechtsanwalt fragen

Hallo,
meine Frau und ich haben uns vor ein paar Moanten nach 4
Jahren Ehe „erstmal so“ getrennt, d.h. dass ich aus der
gemeinsamen Wohnung ausgezogen bin. Wir haben einen
gemeinsamen Sohn (1,5 Jahr alt), für den wir versuchen die
Situation so angenehm wie möglich zu machen. Meine Frau und
ich haben keinen Streit oder so und unternehmen auch viel zu

Dritt. Bis jetzt ist quasi alles „normal“, außer dass ich
Nachts in einer anderen Wohnung schlafe. Jetzt meine Fragen:

  1. Wann muss ich meinen 1. Wohnsitz ändern lassen? Muss ich
    überhaupt?
  2. Was hat ein Wohnsitzwechsel für Auswirkungen?
  3. Kann die Ehe so bestehen bleiben oder gibts irgendwann
    Ärger (Scheinehe oder so)?
  4. Kann ich die zweite Wohnung in der gemeinsamen
    Steuererklärung angeben?
  5. Was für Vorteile/Nachteile hat eine Scheidung?
  6. Wir wollen nichts mit Unterhalt etc zu tun haben - wir
    haben alles untereinander geregelt. Wird das akzeptiert oder
    gibt es eine Unterhaltspflicht? Wir sind finanziell unabhängig
    und verdienen beide fast das gleiche. Unseren gemeinsamen
    Besitz haben wir bereits aufgeteilt.
  7. Ist das sinnvoll wie wir es im Moment machen? Wir wollen
    eigentlich nichts ändern, aber im Bekanntenkreis erzählt jeder
    was anderes. Der Eine meint dass man automatisch geschieden
    wird, sobald ich meine Wohnsitz ändere und ein Jahr vergeht,
    der nächste sagt, dass es eine Scheinehe ist…
    Vielen Dank
    Marc