Hallo Marc,
vielen Dank für Dein Vertrauen und Glückwunsch zu einer fairen Trennung. Macht weiter so.
Ich möchte Euch ein paar Tipps geben, denn in meiner wissenschaftlichen Untersuchung gab es auch Trennung/Scheidungspaare, die zunächst kooperativ waren. Doch durch externe Einflüsse wurde diese Kooperation massiv gestört und es wurde sehr strittig. Zu gleich mehr.
Zum anderen möchte ich kurz vorwegschicken, dass ich nur zu den psychologischen Folgen einer Trennung und Scheidung Stellung beziehen kann. Rechtliche Fragen kann ich nicht beantworten, da ich kein Jurist bin und auch keine Spekulationen abgeben möchte. Dafür stehen mitunter Existenzen auf dem Spiel.
Ich schlage Euch vor: Geht gemeinsam zu einem Anwalt/Notar und regelt Eure Scheidungsfolgen in Bezug auf Geld; Besitz und natürlich den Unterhalt. Trefft auch eine Vereinbarung über die finanzielle Versorgung Eures Sohnes. Bedenkt, einem von Euch kann etwas passieren. Trefft auch dafür eine Regelung. Ein guter Anwalt/Notar wird Euch dabei helfen. Aber sucht nach einem guten Anwalt und investiert das Geld dafür. Dann seid Ihr für den Fall von Divergenzen gewappnet. In diesem Zusammenhang kannst Du auch die steuerrechtliche Seite abklären.
Die Stabilität in eurer jetzigen kann beeinträchtig werden. In der Regel passiert es dann, wenn eines der ehemaligen Partner eine neue Beziehung eingeht. Durch diese Einwirkung kann die Einvernehmlichkeit verloren gehen. Das ist der Hauptgrund. Irgendwann wird einer von Euch losgehen und sich nach einem anderen Partner umschauen. Der andere Grund sind örtliche Veränderungen. Was passiert, wenn Deine Frau einen neuen Mann kennenlernt und zu ihm in die 250 km entfernte Stadt zieht?
Jetzt habt Ihr die Möglichkeit in Ruhe und ohne Stress darüber zu sprechen und es wirksam gerichtsfest zu fixieren. Kommt der Streit später, wird es in der Regel sehr teuer und die Prozesse sind langwierig.
Zur Scheidung: Seid ihr beide deutsche Staatsbürger ist die Scheinehe gegenstandslos. Eine Ehe wird geschieden, wenn ein Partner die Scheidung einreicht sonst passiert nichts. Bis zu Scheidung seid ihr verheiratet und gegenseitig verpflichtet. Zur endgültigen Scheidung gehört das Trennungsjahr. Das heißt, jeder muss bestätigen, dass ihr keinen ehelichen Pflichten nachgekommen seid. Natürlich kannst Du das am besten beweisen, wenn Du eine eigene Wohnung hast. Das Trennungsjahr muss für den Richter plausibel sein. Ist Deine Frau im 5 Monat schwanger, kann kein Trennungsjahr eingehalten worden sein.
Die Ehe hat den Vorteil, dass der Ehepartner verschieden Rechte und Pflichten hat, die nach einer Scheidung wegfallen. (Beispiel: Im Erbfall, bei Unfällen darf sie entscheiden, ob die Geräte abgeschaltet werden dürfen und einige Dinge mehr.) Auch die Haftung beim Schuldenmachen entfällt, es sei denn, Ihr habt eine Gütertrennung bei Eheschluss vereinbart. Das kann Dir aber ein Rechtsanwalt erklären.
Fixiert jetzt in aller Friedlichkeit die Trennungs- und kommenden Scheidungsfolgen.
Viele Grüße chicobello