Daumenschmerzen beim Gitarrespielen

HalliHallo,

vor lauter Eifer habe ich den Beitrag ins Hobbybrett geschrieben, Eillicht zu Vensre hat mich netterweise draufhingewiesen, dass ich da falsch bin.

Also hier nochmal:

Hallo Leute,

ich hab mir vor einigen Jahren das Gitarrespielen als Autodidakt beigebracht.

Das läuft auch alles richtig gut, es macht mir Spaß, entspannt wunderbar, und hören tut’s wahrscheinlich/hoffentlich keiner. Zu mehr war’s auch nicht gedacht.

Ich habe nur ein Problem: Bei längerer Nutzung von Barréegriffen tut mir massiv der Daumen weh, so stark, dass ich nicht mehr spielen kann.

Ich lege den Finger komplett auf die Seiten. Kann es sein, dass ich falsch greife? Gibt es da einen Kniff. Verwende ich zu viel Kraft auf den Daumen?

Ich habe auch schon gesehen, dass manche die E- und A-Seite mit dem Daumen greifen. Allerdings ist hierzu mein Steg zu breit bzw. zu dick.

Danke für Eure Mühe.

Eillicht zu Vensre hat mir netterweise schon geantwortet. Hier seine Antwort:

Hallo.

>Ich habe nur ein Problem: Bei längerer Nutzung von
>Barréegriffen tut mir massiv der Daumen weh, so stark, dass
>ich nicht mehr spielen kann.
>Ich lege den Finger komplett auf die Seiten. Kann es sein,
>dass ich falsch greife? Gibt es da einen Kniff. Verwende ich
>zu viel Kraft auf den Daumen?

Möglichkeit 1 : Saitenlage zu hoch. Mit der Zeit kommt bei manchen Instrumenten die Decke etwas hoch, was zur Folge hat, dass die Mäuse unter den Saiten Stabhochsprung machen können. Da das allmählich kommt und außerdem in den ersten Bünden nicht so extrem wird, merkt man es nur am Aua beim Barré. So erlebt mit meiner 12 String-Ibanez von 1979 für damals 1300 DM, also kein Billigheimer; inzwischen kaum noch spielbar *schluchz*. Innerhalb gewisser Grenzen lässt sich beim Musikhändler / Gitarrenbauer noch etwas nachstellen - viel ist aber nach meiner Erfahrung nicht drin.

Möglichkeit 2 : Verkrampfte Haltung. Beim Barré muss die Kraft aus dem Barréfinger kommen. Das wiederum geht nur, wenn der Daumen dem Barréfinger genau gegenüber liegt. Wenn Du hier verkantest, musst Du gleich zweimal drücken - von oben auf die Saiten und von unten, dass Dir die Klampfe nicht wegrutscht. Das hältst Du auf Dauer nur aus, wenn Du Hände hast wie Popeye.

In gewissen Grenzen kannst Du den Muskel zwischen Daumen und Zeigefinger - die „Maus“ - der beim Barré die Last zu tragen hat, auch trainieren. Dazu ist ein alter Tennisball ganz prima, den Du immer schon zusammenquetschst und loslässest. GEht ganz toll in Straßenbahn oder Bus, beim Fernsehen usw.

Also : Klampfe nachgucken lassen. Wenn diese in Ordnung ist, lass mal jemanden Deine Spielhaltung begucken. Die meisten Verkäufer im Musikgeschäft sind sehr hilfsbereit in solchen Dingen.

Und der letzte, ultimative Tip : Brett „Musiktheorie und -praxis“, ein bisschen höher. Wird von mehr Jammerholzquälern frequentoren als dieses hier … :wink:

>Ich habe auch schon gesehen, dass manche die E- und A-Seite
>mit dem Daumen greifen. Allerdings ist hierzu mein Steg zu
>breit bzw. zu dick.

Das sollte man sich nun wirklich nicht angewöhnen (am besten noch das Kneipen-G mit Daumen und Zeigefinger - uääärgh …). Der Daumen ist höchstens mal als Notfallschirm bei Bassläufen (Fingerpicking) im Einsatz; ansonsten hat der auf dem Griffbrett nix verloren.

Gruß Eillicht zu Vensre

Also ich schätze mal stark, dass das Möglichkeit 2 ist.

Denn mit der alten Dinger, auf der ich rumhaue, wäre jede Reperatur teurer als ne Neue.

Ich werde mir mal nach Deiner Theorie meine Finger anschauen. Ich drücke nämlich kaum mit dem Finger, der Großteil läuft über den Daumen.

Grüße und Danke

Gibt es da einen Kniff. Verwende ich
zu viel Kraft auf den Daumen?

Möglichkeit 2 : Verkrampfte Haltung. Beim Barré muss die Kraft
aus dem Barréfinger kommen.

dazu noch eine kleine ergänzung: die gravitation ist dein freund. ich nehme nicht an, daß dein griffbrett eine perfekte senkrechte ist, sondern wohl eher leicht nach hinten gekippt, sodaß die saiten (die man übrigens mit ai schreibt) ganz leicht nach oben zeigen. theoretisch ist es möglich, den barré ganz ohne daumen zu spielen, indem das gewicht des unterarmes den zeigefinger auf die saiten drückt. probiers mal aus. in der praxis ist es eine gesunde und entspannte mischung aus muskel- und schwerkraft, würde ich sagen.

Frage, off topic
Hi,

dazu noch eine kleine ergänzung: die gravitation ist dein
freund. ich nehme nicht an, daß dein griffbrett eine perfekte
senkrechte ist, sondern wohl eher leicht nach hinten gekippt,
sodaß die saiten (die man übrigens mit ai schreibt) ganz
leicht nach oben zeigen.

Ist das aus klassischer sicht nicht eine zu vermeidende Schluderhaltung?
Mir wurde als Kind beigebracht, dass man mit nach vorne geneigter Gitarre leichter spielt.

Gruss,
Helge, mit Schluderhaltung

Ist das aus klassischer sicht nicht eine zu vermeidende
Schluderhaltung?
Mir wurde als Kind beigebracht, dass man mit nach vorne
geneigter Gitarre leichter spielt.

ich geb ehrlich zu, daß ich kein haltungsfetischist bin. meine lehrer waren es auch nicht. bei mir hat niemand was gesagt, wenn ich die gitarre leicht nach hinten geneigt hab, nicht mal bei meiner gitarre abschlußprüfung auf der musikuni.

und nicht alles, was klassisch ist, muß auch unbequem sein :wink:

Vom Barree zwiscendurch mal auf Nicht-Barree-Griff
Hi Ben

Ich drücke nämlich kaum mit dem Finger, der Großteil läuft
über den Daumen.

Bei mir tut nischt weh beim Spielen. Es sei denn Altersbeschwerden sonstwo am Körper :wink:.
Spielst du eigentlich die ganze Zeit nur Barree-Griffe?
Vielleicht solltest du zwischen den 100 Barrees mal ab und an einen stinknormalen Akkord setzen, dann entspannt sich dein Daumen zwischendurch etwas.
Gruß,
Branden

Hi Ben, wenns zusehr wehtut, erstmal Pause machen! Finger lockern! Die anderen Finger sollten sauber im Rhytmus die Saiten drücken, Geschwindigkeit spielt dabei ÜBERAUPT keine Rolle, der TAKT ist viel wichtiger. Am besten stur nach Metronom spielen lernen.
Auch wenn es sich steril anhört. Nicht zu viel vornehmen!!. Und wenns wehtut- umso besser: Irgendwann nach ein paar Jahren hast du vielleicht eine E-Gitarre, dann kommts dir vor als wenn du Porsche fährst!!! Würde nicht den Fehler machen und schummeln!! Von wegen den Daumen über die Saiten legen… das tun dann die absoluten Profis!!
Damit tuste dir als Anfänger (?) auch keinen Gefallen.
Sauber Barre`s greiffen im Takt, ohne das es schnarrt, erstmal. Wenn du Diese Gitarre soweit im Griff hast, biste irgendwann froh, auf solch einem „Eierschneider“ gelernt zu haben!! Mach weiter so! Auf DIESER Gitarre!! Bis es nicht mehr wehtut.
Die Finger lernen Denken!:wink:
Gruß, Zottel