es ist eigentlich traurig, dass die simple Anfrage nach der Bedeutung eines Symbols eine derart emotional aufgeheizte Diskussion nach sich zieht, bei der die eine Seite antisemitische Tendenzen befürchtet und die andere Seite ungläubig den Kopf schüttelt über gewisse Befindlichkeiten.
Natürlich verstehe ich die Argumente von Iris und Dir. Allerdings kann ich die Aufregung nicht nachvollziehen. Schliesslich würde kein Antisemit ein jüdisches Symbol tragen.
Vieleicht kannst Du mir bei ein paar Fragen weiterhelfen:
Ich war eigentlich davon überzeugt, dass das Symbol des Judentums die Menorah wäre. Ich habe in verschiedenen Quellen gelesen, dass es empohlen wird, die Menorah jedem anderen Symbol als Schmuck und Zeichen des Judentums vorzuziehen sei. Ist das so richtig?
Das Hexagramm ist mir als Glückssymbol aus Nordafrika und dem Nahen Osten bekannt. Auch wurde es von den Alchimisten als Zeichen für die Verbindung von Feuer und Wasser und somit als Symbol für den Makrokosmos verwandt. Das Hexagramm ist auch Bestandteil jeder Abhandlung über Magie, von Abramelin über Levi bis hin zu Gregorius und Crowley. Meines Wissens wurde es als Magen David erst vom Zionistischen Weltkongress 1897 als offizielles Symbol gewählt. Meines Wissens gab es grosse kontroverse Diskussionen, ob der Davidstern überhaupt auf der israelischen Staatsflagge erscheinen solle. Da dass Symbol eigentlich uralt und mit vielen Bedeutungen behaftet ist - warum die ablehnde Haltung?
Iris hat auch das Chai erwähnt. Meines Wissens bedeutet Chai soviel wie Leben. Ich habe mir einen Ring mit diesem Symbol aus Israel mitgebracht, da es mir als positives Symbol eben für das Leben beschrieben wurde. Welcher religiöse Bezug besteht hier?
Aufgefallen ist mir, dass in vielen Souvenierläden ein Anhänger in Form einer Hand (ich glaube, er wird Hamesh genannt) verkauft wird. Diese Hand war mir bislang als Hand der Fatima, einem islamischen Zeichen für Gott, bekannt. Wie kommt es, dass hier ein islamisches Symbol adaptiert wurde?
ich habe selbst einen davidstern, ein geschenk von meinen
(jüdischen!) freunden, und wenn ich ihn trage, sehen sie - und
auch ich - nicht böses darin.
Ich kann mich hierzu nicht äussern, da ich mich nicht daran störe. Da bin ich wohl der falsche Ansprechpartner. Ich kann allerdings verstehe, dass sich Juden in Deutschland daran stören - aufgrund der Geschichte.
Woran ich mich auch mehr gestört habe, sind die Reaktionen auf den Beitrag von Iris. Ich konnte Ihren Beitrag verstehen und wie ich schon geschrieben habe, kann jeder aufgrund dessen entscheiden, was es heisst einen Davidstern zu tragen.
Allerdings hierauf mit Unterstellung an „Ihr“ Juden zu antworten halte ich doch für sehr bedenklich.
es ist eigentlich traurig, dass die simple Anfrage nach der
Bedeutung eines Symbols eine derart emotional aufgeheizte
Diskussion nach sich zieht, bei der die eine Seite
antisemitische Tendenzen befürchtet und die andere Seite
ungläubig den Kopf schüttelt über gewisse Befindlichkeiten.
Du bist übrigens der Erste, welche zu diesem Thema von Antisemitismus spricht
Allerdings kann ich die Aufregung nicht nachvollziehen.
Ich konnte auch nicht nachvollziehen, warum eine persönliche Meinung über die eigene Befindlichkeit auf einmal Vorwürfe an ‚Ihr‘ Juden hervorrief.
Ich war eigentlich davon überzeugt, dass das Symbol
des Judentums die Menorah wäre. Ich habe in verschiedenen
Quellen gelesen, dass es empohlen wird, die Menorah jedem
anderen Symbol als Schmuck und Zeichen des Judentums
vorzuziehen sei. Ist das so richtig?
Es gibt nicht DAS Judentum. Somit haben wir hier schon ein Problem. Allerdings hat ein frommer Jude genug Zeichen an sich, welche in als solchen erkennbar machen.
[…]Da dass Symbol
eigentlich uralt und mit vielen Bedeutungen behaftet ist -
warum die ablehnde Haltung?
Es ging hier nie um die Herkunft des Symbols, sondern um die Bedeutung welches es heutzutage für Juden in Deutschland hat. Und ich hoffe doch, dass ich diese Zusammenhänge hier nicht wirklich erklären muss
Iris hat auch das Chai erwähnt. Meines Wissens bedeutet
Chai soviel wie Leben. Ich habe mir einen Ring mit diesem
Symbol aus Israel mitgebracht, da es mir als positives Symbol
eben für das Leben beschrieben wurde. Welcher religiöse Bezug
besteht hier?
Keiner.
Aufgefallen ist mir, dass in vielen Souvenierläden ein
Anhänger in Form einer Hand (ich glaube, er wird Hamesh
genannt) verkauft wird. Diese Hand war mir bislang als Hand
der Fatima, einem islamischen Zeichen für Gott, bekannt. Wie
kommt es, dass hier ein islamisches Symbol adaptiert wurde?
Wie gesagt, es geht hierum nicht und auch Iris hat darauf aufmerksam gemacht.
Hallo Faten,
dank Deiner Antwort konnte ich nun endlich verstehen,was der Stern für viele Juden bedeutet,und warum es für manchen ein Problem ist,wenn Nichtjuden ihn tragen.
Iris und Elimech konnte ich auch teilweise verstehen,es kam aber zu angreifend und zu sehr vermischt mit Behauptungen rüber,die ich auch nach längerem Nachdenken nicht-für mich nicht-akzeptieren kann.Mag an meiner Zugehörigkeit zur „„Dominanz-
kultur““ liegen,möglicherweise aber auch am Filter durch den den vermeintliche Angehörige einer „„MInderheitenkultur““ die Dinge wahrnehmen.
Offensichtlich sind unsere Denkweisen so weit voneinander entfernt,daß es schwer wird einander zu verstehen.
Wie auch immer,jetzt sehe ich deutlich,warum es für manche Juden störend ist,wenn Nichtjuden den Stern tragen.Trotzdem er eine universale Bedeutung hat und in anderen Kulturen auch vorkommt,den Juden also nicht „gehört“ stellt er für viele von Euch eine „Zuflucht“ dar,wie Du es ausdrückst,und das kann ich gut nachvollziehen und respektieren.
Wenn auch ich daneben bei meinem Weg bleibe,für den der Stern eine vom Judentum unabhängige Bedeutung hat,so werde ich ihn in Zukunft doch bewußter und verdeckter tragen
liebe Grüße,Mina
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
meine jüdischen freunde und bekannten sind (überraschung! )
ganz normale fröhliche menschen, die mir überhaupt nicht das gefühl geben, dass sie sich häufig mit den „subtilen mechanismen
der mehrheitskultur“ auseinandersetzen müssen.
vielleicht habe ich das ganze deshalb ein wenig zu locker betrachtet.