Hallo,
kann mir jemand meine Frage nach der tieferen Bedeutung der Davidsternsymbolik beantworten?Was bedeuten die beiden zusammengehörigen Dreiecke? Besonders würde mich eine Antwort auf der Mystischen Ebene interessieren gibt es eine Antwort auf der kabbalistischen Ebene?
Ich bin keine Jüdin und fühle mich doch ganz stark von diesem Stern angezogen.
Würden sich gläubige Juden davon verletzt fühlen,wenn eine Nichtjüdin einfach nur aus einem Gefühl herraus den Stern als Amulett o. ä. um den Hals trägt?
Mina
Hallo Mina,
in der Alchemie steht das Hexagramm (Davidstern) für das Chaos, das aus der Vereinigung von Wasser und Feuer entsteht, bei den Theosophen dagegen steht es für den Makrokosmos.
Nach der kabbalistischen Auslegung des Golden Dawn stellt das Hexagramm die Wirkung der 7 Planeten unter der Herrschaft der Sephiroth und der Buchstaben des 7 - buchstabigen Namens ARARITA dar. Das Hexagramm ist das Siegel oder Symbol des Makrokosmos, wie das Pentagramm der Siegelstern des Mikrokosmos ist. Von jeder Spitze des Hexagramms geht ein Strahl aus, der die Ausstrahlung der göttlichen Energie symbolisiert. Er wird daher auch das flammende Hexagramm oder auch der sechsstrahlige Siegelstern genannt.
Praktische Anwendung findet das Hexagramm z.B. im kleinen bannenden Hexagramm- oder auch im großen Hexagrammritual.
Grüße von Harriet
Hallo Mina!
Der sechseckige Davidsstern, den die Juden während der Nazizeit auf den Kleidern tragen mußten, ist erst sehr spät, im 19. Jahrhundert, zu dem Symbol des Judentums geworden, als das wir ihn heute kennen.
Damals begannen die Juden, diesen Stern als Kennzeichen ihres Glaubens auf ihren Synagogen anzubringen, so wie die Christen auf ihren Kirchen das Kreuz.
Bis dahin hatte man dem Stern keine besondere Bedeutung beigemessen; er war als eines der vielen magischen Symbole auch in anderen Kulturen weit verbreitet. Deshalb wird kein Jude es Dir verübeln dürfen , wenn Du dieses Symbol trägst. Es gehört nicht den Juden allein.
Gruß Werner
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Danke, Werner,Du hast mir mit deiner Antwort zu mehr Klarheit verholfen und das Gefühl,das ich hatte bestätigt.Daß nämlich der Stern sehr viel universaler wirkt,als „nur“ ein Symbol einer von vielen religiösen Gemeinschaften.
Er drückt für mein Empfinden eine sehr tiefe,universale Wahrheit aus,die schon da mit dem ersten Geist in die Welt kam.
Hatte aber doch manchmal ein komisches Gefühl ihn zu tragen,das ich mir nun erlaube loszulassen.
Viele Grüße,mina
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Hallo Harriet,
danke Dir für Deine Erläuterungen.Mein intuitives Interesse an der Kabbala ist größer als mein Wissen,darum möchte ich Dich um weitere Ausführungen bitten.Ich versuche herrauszufinden was mich plötzlich so eine Anziehung von diesem Sechsstern spüren lässt,was mir das sagen soll.
Was meinst Du z.B. mit den 7 Planeten und Sephirot,was haben die mit dem 6-Stern zu tun?
Ist mit Makrokosmos die Welt auf der Ebene des göttlichen Geistes gemeint,so wie mit Mikrokosmos unsere materielleWelt?
Wenn Du keine Lust hast mehr zu erzählen,vielleicht weisst Du links im Internet?Unter Davidstern habe ich nicht so viel gefunden.
Liebe Grüße,Mina
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Hallo Mina,
die Antwort von Werner ist sachlich nicht richtig.
Ich möchte aber auf den zweiten Teil eingehen:
Mich und andere Juden nervt es, wenn Nichtjuden mit einem Zeichen herumlaufen, das aus unserer Kultur ist, und mit dem wir einander deutlich machen, daß wir Juden und Jüdinnen sind.
Das gilt nicht nur für den Davidstern sondern auch für das Chai.
Das christliche Kreuzessymbol ist nicht allein christlich, sondern viel älter. Trotzdem würde niemand auf die Idee kommen, es für sich zu vereinnahmen.
Interessant ist, daß seit den Anschlägen auf die Synagogen und die Verschärfung der Situation in Israel eine ganze Reihe Christen, die immer mit dem Davidstern herumgelaufen sind, das jetzt nicht mehr tun.
Ich finde es auch anmaßend von einem Nichtjuden zu sagen, daß nichts dagegen zu sagen ist, wenn Du mit dem Davidstern herumläufst. Das ist eine Grenzüberschreitung, und er sollte es Juden überlassen, sich zu äußern, wie sie das empfinden.
Viele Grüsse
Iris
Hallo Mima,
ich habe so etwas schon geahnt. Ja der Makrokosmos steht für das All und der Mikokosmos für den Menschen.
Die Zuordnung der Planeten zum Hexagramm lautet wie folgt: Oben Saturn, unten Mond, oben rechts Jupiter, unten rechts Venus, oben links Mars, unten links Merkur und in der Mitte die Sonne.
Der Name Ararita ist ein Gottesname, der aus den Initialen des folgenden hebräischen Satzes gebildet wird:
Eins ist sein Anfang. Eins ist seine Individualität. Eins ist seine Wandlung.
Mir fallen im Augenblick keine direkten Links zum Thema Hexagramm ein, gib aber in Suchmaschinen besser den Begriff Hexagramm ein, da der Begriff Davidstern meist eher im Zusammenhang mit dem Staat Israel und dem modernen Judentum gebraucht wird.
Warum Du dich dazu hingezogen fühlst kannst Du dir nur selbst beantworten.
Grüße von Harriet
hallo iris
sprichst du nur für dich, oder ist dein posting so zu verstehen, dass juden es generell als anmassung verstehen, wenn nicht-juden den davidstren tragen?
(ich find die nämlich auch schön.)
ich hab leider keinerlei ahnung über die historische herkunft oder bedeutung dieses symbols,. gibt es das wirklich erst seit dem 19ten jahrhundert?
Hallo Lars,
in erster Linie spreche ich natürlich für mich. Andererseits kannst Du Dir natürlich denken, daß wir unter uns natürlich auch darüber reden, wie wir das finden.
Viele Nichtjuden, die den Davidstern tragen, tun das, weil sie meinen, damit leichter mit Juden in Kontakt zu kommen. Genau das Gegenteil ist meist der Fall.
Ich habe erst von 2 Juden gehört, die äußerten, es stört sie nicht. Und das waren alte Israelis, die ganz dankbar waren, daß es junge Deutsche gibt, die sich für Jüdisches interessieren.
Viele Grüsse und einen schönen Sonntag
Iris
Hallo Mina,
die Antwort von Werner ist sachlich nicht richtig.
Hallo Iris!
Dann stimmt also auch die Antwort von Harriet nicht?
Ich möchte aber auf den zweiten Teil eingehen:
Mich und andere Juden nervt es, wenn Nichtjuden mit einem
Zeichen herumlaufen, das aus unserer Kultur ist, und mit dem
wir einander deutlich machen, daß wir Juden und Jüdinnen sind.
Das gilt nicht nur für den Davidstern sondern auch für das
Chai.
Ihr habt ihn nicht erfunden, den Stern!
Dann sag Du uns doch, seit wann „Ihr“, den Stern als „Euer“ Symbol benutzt.
Und Du selbst nennst ihn Davidstern, ist diese Bezeichnung denn überhaupt richtig?
Das christliche Kreuzessymbol ist nicht allein christlich,
sondern viel älter. Trotzdem würde niemand auf die Idee
kommen, es für sich zu vereinnahmen.
Es wird doch nichts vereinnahmt, wenn jemand den Stern als Schmuck trägt. Einmal wollt Ihr von allen geliebt werden, aber „Eure“ Symbole, darf keiner anfassen. Obwohl dieses Symbol heidnischen Ursprungs ist. Heute werden überall in Deutschland Synagogen gebaut, damit müssen die „christlichen“ und „moslemischen“ Mitbürger auch leben. Dann müßtet „Ihr“ den Stern an diesen Gebäuden auch verdecken.
Interessant ist, daß seit den Anschlägen auf die Synagogen und
die Verschärfung der Situation in Israel eine ganze Reihe
Christen, die immer mit dem Davidstern herumgelaufen sind, das
jetzt nicht mehr tun.
Vielleicht hängt das auch ein klein wenig mit der israelischen Politik in Israel zusammen. Viele „Christen“ waren schon in Israel in Urlaub und aus Sympathie zu dem Land haben sie sich dort den Stern gekauft. Vielleicht hat das mit Eurem Glauben nicht viel tun, denn der Stern ist doch auch so etwas ähnliches, wie ein Staatswappen.
Ich finde es auch anmaßend von einem Nichtjuden zu sagen, daß
nichts dagegen zu sagen ist, wenn Du mit dem Davidstern
herumläufst. Das ist eine Grenzüberschreitung, und er sollte
es Juden überlassen, sich zu äußern, wie sie das empfinden.
So, so dann war das anmaßend von mir!. Sie läuft damit nicht „herum“. Sie trägt ihn.
Gruß Werner
Viele Grüsse
Iris
Ihr habt ihn nicht erfunden, den Stern!
Dann sag Du uns doch, seit wann „Ihr“, den Stern als „Euer“
Symbol benutzt.
Genausowenig, wie die Christen das Kreuz „erfunden“ haben. Trotzdem ist es ein Symbol, das eine Zuschreibung hat, die mit der christlichen Religion und ihrem kulturellen Umfeld zu tun hat.
Es wird doch nichts vereinnahmt, wenn jemand den Stern als
Schmuck trägt. Einmal wollt Ihr von allen geliebt werden, aber
„Eure“ Symbole, darf keiner anfassen. Obwohl dieses Symbol
heidnischen Ursprungs ist.
Habe ich doch zu erklären versucht: Es wird in einer bestimmten Kultur auf eine bestimmte Art und Weise verwendet. Die Träger dieser Kultur - die Juden - wurden über Jahrhunderte von Christen verfolgt. Deshalb ist es schon merkwürdig, wenn nun Christen mit dem Davidstern herumlaufen, und - das kommt immer wieder vor - so tun, als ob sie Juden seien
Man gesteht allen möglichen kulturellen Gruppen zu, daß sie ihre Symbole haben, z.B. Homosexuelle, die an einem Ohr mit einem Ring herumlaufen, um sich auf diese Art und Weise anderen zu erkennen zu geben etc.
Heute werden überall in
Deutschland Synagogen gebaut, damit müssen die „christlichen“
und „moslemischen“ Mitbürger auch leben. Dann müßtet „Ihr“ den
Stern an diesen Gebäuden auch verdecken.
Ist das so schwer? Warum sollen wir den Davidstern an den Synagogen verdecken? Es sind Orte, wo wir unseren Glauben und unsere Tradition praktizieren, und das kann doch als solcher Ort deutlich gemacht werden.
Vielleicht hängt das auch ein klein wenig mit der israelischen
Politik in Israel zusammen. Viele „Christen“ waren schon in
Israel in Urlaub und aus Sympathie zu dem Land haben sie sich
dort den Stern gekauft. Vielleicht hat das mit Eurem Glauben
nicht viel tun, denn der Stern ist doch auch so etwas
ähnliches, wie ein Staatswappen.
Judentum ist keine Sache des „Glaubens“. Das ist ein christliches Konzept, das hineininterpretiert wird.
Ich finde es auch anmaßend von einem Nichtjuden zu sagen, daß
nichts dagegen zu sagen ist, wenn Du mit dem Davidstern
herumläufst. Das ist eine Grenzüberschreitung, und er sollte
es Juden überlassen, sich zu äußern, wie sie das empfinden.So, so dann war das anmaßend von mir!. Sie läuft damit nicht
„herum“. Sie trägt ihn.
Gruß Werner
Egal, wie auch immer ob „tragen“ oder folglich „damit herumlaufen“ - genau so habe ich es gemeint: Es ist nicht Deine Sache als Nichtjude darüber zu befinden.
Viele Grüsse
Iris
Ihr habt ihn nicht erfunden, den Stern!
Dann sag Du uns doch, seit wann „Ihr“, den Stern als „Euer“
Symbol benutzt.Genausowenig, wie die Christen das Kreuz „erfunden“ haben.
Trotzdem ist es ein Symbol, das eine Zuschreibung hat, die mit
der christlichen Religion und ihrem kulturellen Umfeld zu tun
hat.
Hallo Iris!
Laß doch dieses Kreuz endlich weg, es redet hier doch keiner darüber. Außerdem ist wohl den meisten egal, wenn sich ein Moslem oder Jude damit behängt.
Habe ich doch zu erklären versucht: Es wird in einer
bestimmten Kultur auf eine bestimmte Art und Weise verwendet.
Die Träger dieser Kultur - die Juden - wurden über
Jahrhunderte von Christen verfolgt. Deshalb ist es schon
merkwürdig, wenn nun Christen mit dem Davidstern herumlaufen,
und - das kommt immer wieder vor - so tun, als ob sie Juden
seien
Du verstehst nichts. Sie tun ganz bestimmt nicht so, als wenn sie Juden sind. Das soll eine Sympathieerklärung sein, kein Übertreten zum Judentum! Aber, Ihr wollt das ja gar nicht, es ist doch so schön, zu einer Minderheit zu gehören, die verfolgt, bzw. bedroht wird.
Man gesteht allen möglichen kulturellen Gruppen zu, daß sie
ihre Symbole haben, z.B. Homosexuelle, die an einem Ohr mit
einem Ring herumlaufen, um sich auf diese Art und Weise
anderen zu erkennen zu geben etc.
Gut und was sagt uns das?
Ist das so schwer? Warum sollen wir den Davidstern an den
Synagogen verdecken? Es sind Orte, wo wir unseren Glauben und
unsere Tradition praktizieren, und das kann doch als solcher
Ort deutlich gemacht werden.Vielleicht hängt das auch ein klein wenig mit der israelischen
Politik in Israel zusammen. Viele „Christen“ waren schon in
Israel in Urlaub und aus Sympathie zu dem Land haben sie sich
dort den Stern gekauft. Vielleicht hat das mit Eurem Glauben
nicht viel tun, denn der Stern ist doch auch so etwas
ähnliches, wie ein Staatswappen.Judentum ist keine Sache des „Glaubens“. Das ist ein
christliches Konzept, das hineininterpretiert wird.
Und der Davidstern ist auch nicht nur eine Sache des Glaubens, sondern das Staatswappen Israels. Und wenn jemandem dieser Staat so angenehm ist, trägt er eben das Wappen.
Ich finde es auch anmaßend von einem Nichtjuden zu sagen, daß
nichts dagegen zu sagen ist, wenn Du mit dem Davidstern
herumläufst. Das ist eine Grenzüberschreitung, und er sollte
es Juden überlassen, sich zu äußern, wie sie das empfinden.So, so dann war das anmaßend von mir!. Sie läuft damit nicht
„herum“. Sie trägt ihn.
Gruß WernerEgal, wie auch immer ob „tragen“ oder folglich „damit
herumlaufen“ - genau so habe ich es gemeint: Es ist nicht
Deine Sache als Nichtjude darüber zu befinden.
Noch haben wir hier keinen Maulkorb und dürfen über alles befinden, wenn man danach fragt. Ob mein Befinden richtig oder falsch ist, ist dann eine andere Sache.
Gut, daß „wir“ nicht so einen Wind um das Kreuz machen, wie „Ihr“ um ein altes heidnisches Symbol, welches jetzt das jüdische ist.
Gruß Werner
Viele Grüsse
Iris
Hallo Werner,
der Davidstern findet sich im Judentum erstmalig ab dem 7. Jahrhundert, wo er in einem Sigel das bei Sidon gefunden wurde auftaucht. 1345 erlaubt Kaiser Karl IV den Juden in Prag eine rote Fahne mit dem Davidstern zu führen. Seit dem 18. Jahrhundert wird er dann als allgemeines Glaubenssymbol verwandt.
Grüße von Harriet
Hallo Iris,eines möchte ich gerne geklärt wissen,daß ich den Stern weder trage um in Kontakt mit Juden zu kommen,noch um Sympathie zu zeigen.Das wäre mir zu primitiv.
Eigentlich interessiert Ihr mich dabei nur insofern,als daß ich niemenden brüskieren will,wo der Stern,wenn Ihr ihn auch nicht erfunden habt,doch als Symbol des Judentums gilt.
Inzwischen habe ich einiges über den Sechsstern gelernt und gelesen und auch meine Motive etwas besser erkannt,Er ist ein ich nenne es mal universales Symbol,das eine göttliche Wahrheit ausdrückt,die weit über jeder Festlegung auf eine bestimmte Religion steht.Das Kreuz übrigens auch.
Und vor dem Hintergrund finde ich es engstirnig und unfrei,wenn Du sagst,nur Juden dürften darüber befinden.
Aber für Deine Meinung als Jüdin,die ,nehme ich mal an ,repräsentativ ist,danke ich Dir.Wenn ich niemenden verletze sondern nur nerve,bin ich so frei,den Stern weiter zu tragen.
Ich habe ihn als das universale Symbol im übrigen an den verschiedensten Stellen gefunden.Unter anderem bei den als Cherocee bekannten Indianern und auch bei den von mir sehr geschätzten Anthroposophen.
Ach wäre es doch schön wenn alle Menschen die glauben erkennen würden,daß es nur einen Gott gibt,und daß wir alle den gleichen meinen,und nur verschiedene Sprachen sprechen…
Liebe Grüße,Mina
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Hallo Mina,
mein Eindruck ist leider, daß Du in mein Posting hineinliest, was Du gerne zur Kenntnis nehmen möchtest.
Ich hatte nicht davon gesprochen, daß „es nervt“ , wenn Nichtjuden den Davidstern tragen, sondern daß es die meisten Juden stört.
Es hat eben etwas mit unserer Identität zu tun und wie wir sie zum Ausdruck bringen.
Verbieten kann es Dir niemand, es ist einfach eine Frage des Respekts. Aber warum fragst Du eigentlich, wenn Du sowieso schon weißt, wie Du vorgehen willst?
Du befindest darüber, was engstirnig ist - weil Dir eine Antwort, die Du scheinbar erbeten hast - nicht paßt.
Leider ist das ein ziemlich häufiger Mechanismus, wenn Angehörige der Mehrheitskultur mit Angehörigen von Minderheiten umgehen.
Wenn die Minderheit dann nicht reagiert wie gewünscht, dann ist sie „engstirnig“, „überempfindlich“, „hysterisch“ - ja sogar „unfrei“ (diese Variante kannte ich noch nicht) usw.
Das Ganze heißt „Dominanzkultur“ und darüber findest Du mehr im Internet oder Buchform bei Birgit Rommelspacher.
Vielleicht nützt es irgendwann was.
Iris
Ach wäre es doch schön wenn alle Menschen die glauben erkennen
würden,daß es nur einen Gott gibt,und daß wir alle den
gleichen meinen,und nur verschiedene Sprachen sprechen…
Liebe Grüße,Mina
Ach, und ich fände es schön, wenn diese „Sprachen“ in ihrer Unterschiedlichkeit respektiert werden könnten und auch die Empfindungen derer, die sie „sprechen“ - ohne daß Abwertungen wie „unfrei“ etc. nötig sind.
Hallo Iris,
Du sprichst wörtlich davon,daß es Dich und andere Juden nervt,nicht stört,in Deiner Re3.
Ja,gefragt habe ich zunächst,aber alle,nicht nur Dich.Und auf der Basis dessen,was dann kam und was noch im Net zu finden war,habe ich mir eine solidere Meinung gebildet zum Thema.
Daß der Stern nicht von den Juden erfunden wurde,was ich vorher nicht wußte,berechtigt mich dazu.Zu dem Thema habe ich von Dir hier noch nichts Sachliches gelesen…Vielmehr kommt es mir so vor,als wärest Du in erster Linie an Abgrenzung und emotional gehaltener Diskussion interessiert.
Von der Titulierung „Dominanzkultur“ fühle ich mich nicht angesprochen,da ich meine westliche Kultur zu kritisch betrachte,die Kultur,der Du ja auch angehörst.Auf religiöser Ebene gehöre ich keiner Kultur an,bin niemals Christin gewesen.
Die einzige Kultur,der ich mich zugehörig fühle ist die des freien Geistes der nach Erkenntnis strebt,und Dogmata haben mich schon immer befremdet.
Das klassische mehr- und Minderheitengerede berührt mich nur wenig,denn eben solch ein Denken halte ich für unfrei.
Aber Dir scheint es ganz wichtig zu sein,einer Minderheit anzugehören,was ich aus der Geschichte Deines Volkes heraus verstehen kann,allerdings frage ich mich immer wieder,inwieweit Ihr auf einer elitären Ebene darauf beharrt eine Minderheit zu sein.
Der Gott den ich meine ist Liebe und Toleranz,und ich respektiere alle Sprachen,die diese Worte kennen,Deine Argumentation halte ich jedoch für hochgradig emotional und unfrei-was nicht wertend sondern beschreibend zu verstehen ist.
Ein bisschen mehr Liebe und Akzeptanz und ein buísschen weniger Abgrenzung,vielleicht müssten dann wir alle ein bisschen weniger Angst vor einem Krieg haben…
Gruß,Mina
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Hallo,
dieses Forum unterscheidet sich anscheinend durch nichts, von der übrigen Öffentlichkeit. Dieses mag gut oder schlecht sein - darüber kann jeder selbst befinden.
Was es aber zeigt, sind die üblichen Abwehrmechanismen gegen jüdische Befindlichkeit (obwohl es sogar nur Iris war!). Sie hat sich allgemein dazu geäussert, dass es von jüdischer Seite Probleme gibt, wenn Nichtjuden (warum auch immer) einen Davidstern tragen. Sie hat erläutert warum und woher dieses kommt. Damit sollte eigentlich alles gesagt sein. Jeder hätte danach selbst entscheiden können - aber nein, es musste ja Iris dafür „angegriffen“ werden, dass sie von diesen Befindlichkeiten sprach. Seltsam.
Aber was ist denn daran so schwer zu verstehen, wenn jemand im Zusammenhang mit einem Symbol, viel Leid erfahren hat, entweder selbst, in der Familie oder dem eigenen Volk, hier etwas Respekt einfordert? Dieses hat nichts mit Sachlichkeit zu tun (sonderbarer Vorwurf), sonder mit Menschlichkeit!
Schalom
Eli
Hallo Mina,
eigentlich ist das Wesentliche zu Deinem letzten Beitrag schon in Elimelechs Posting am Anfang des Threads gesagt.
Ich kann gern in dieser Deutlichkeit sagen: Die meisten Juden, die ich kenne, stört es, wenn Nichtjuden bestimmte jüdische Symbole verwenden. Elimelech hat schon beschrieben - ich übrigens auch - warum.
Symbole stehen niemals nur für sich, sondern sie haben immer einen religiösen, politischen, kulturellen oder anderen Hintergrund, in dem sie verwendet werden.
Ich finde, daß ich eine ganze Menge zur Sache gesagt habe und sehr viel an Hintergrundinformationen gegeben habe. Ich weise deshalb Deine Unterstellung zurück, ich sei in erster Linie an Abgrenzung und emotionalen Diskussionen interessiert.
Leider ist auch das eine häufige Unterstellung, wenn wir Juden anders reagieren als die Nichtjuden das von uns erwarten und wünschen.
Ich bin nicht an einer „Harmonisierung" - ein christlich geprägtes Ideal - interessiert, sondern finde, daß wir - auch wenn es anstrengend ist - uns in unserer Unterschiedlichkeit wahrnehmen können und dann Wege gefunden werden können, wie ein Neben- oder Miteinander möglich ist.
Auch ein kritischer Zugang zur westlichen Kultur hebt unterschiedliche Positionen nicht auf: Nämlich daß es Leute gibt, die Minderheiten angehören (egal ob Ausländer, Juden, schwarze Deutsche oder Schwule) und Leute, die der Mehrheitsgesellschaft angehören - und daß die Angehörigen dieser Mehrheitsgesellschaft bestimmte Privilegien haben, die Minderheitsangehörige eben nicht haben, dazu gehören auch bestimmte Mechanismen, wie Sachverhalte definiert werden. Beispiel: Daß Ausländer oder Juden oft zu hören bekommen, so wie sie das sehen, sind sie überempfindlich etc.
Diejenigen, die in dieser Weise darüber befinden, könnten sich ja genauso gut fragen, ob sie nicht zu unsensibel sind und was ihre Wahrnehmung prägt.
Auch Dein Denken hat Voraussetzungen, und wenn Du feststellst, jemand anderer sei in seinem Denken „unfrei" - wie Du das bei mir machst ohne etwas zu beschreiben, dann legst Du die Rangfolge fest, denn frei ist immer besser als unfrei. Da ist immer eine Wertung dabei - auch wenn Du das bestreitest. Aber genau das sind die subtilen Mechanismen der Dominanzkultur-Angehörigen. Man nimmt die eigenen Denkvoraussetzungen als die verbindlichen und mißt die anderen daran, die man dann als „unfrei" abqualifizieren kann.
Du kannst Dir den Luxus erlauben, das „minderheiten - und Mehrheitengerede" für nicht relevant zu halten, weil Du der Mehrheit angehörst, die eben auch das Definitionsmonopol hat.
Ich bin meiner Kultur sehr verbunden und schätze sie sehr, was keine Abwertung anderer kultureller Hintergründe beinhaltet. Ich hoffe, andere sind mit ihrer Kultur so glücklich wie ich mit meiner.
Allerdings verstehe ich nicht, was es mit „elitär" zu tun hat, wenn jemand seine Kultur wertvoll empfindet und sie dann eben in unterschiedlichen Formen ausdrückt.
Ein bisschen mehr Liebe und Akzeptanz
ja, fände ich schön, wenn das möglich wäre und ich füge nochmals den „Respekt" hinzu
und ein buísschen weniger Abgrenzung,vielleicht müssten dann wir alle ein bisschen weniger Angst vor einem Krieg haben…
Darf ich Dich fragen, warum Du solche Schwierigkeiten damit hast, wenn andere Leute oder Kulturen ihre Grenzen haben und das auch deutlich machen?
Du machst doch vermutlich auch abends Deine Türe zu und hast Deine Grenzen oder Bereiche, in die nicht jeder ungefragt rein darf.
Wer „bekriegt" Dich denn, daß Du davor Angst hast?
Viele Grüsse
Iris
hallo eli!
natürlich unterscheidet sich dieses forum nicht wesentlich von der öffentlichkeit. es sind die selben menschen, da wie dort.
ich (auch ein böser „dominanzkultur-angehöriger“) habe es wirklich versucht,
aber ich verstehe es nicht. man kann sich ein „yin-yang“, die heiligen zeichen des sanskrit
oder einen leinen buddha um den hals hängen, und keinen menschen würde es stören. es würde mir nicht im traum einfallen, es gut oder schlecht zu nennen, wenn ein nicht-christ ein kreuz trüge.
selbst wenn man meint, das hexagramm hätte seine einzige öffentliche berechtigung als symbol des jüdischen glaubens,
warum stört, nervt oder verletzt das jemanden, wenn ich das trage? es ist in der tat nicht leicht zu verstehen.
zu den vorrangegangenen beiträgen möchte ich sagen, ich hatte - in stil und wortwahl - mehr den eindruck, dass iris angreift, nicht angegriffen wird.
ich habe selbst einen davidstern, ein geschenk von meinen (jüdischen!) freunden, und wenn ich ihn trage, sehen sie - und auch ich - nicht böses darin.
mich würde auch deine meinung interessieren!
mfg gernot
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Vermutung
Hi Gernot,
ich denke, der Unterschied, ob es in irgendeiner Form stört oder sogar verletzt, wenn jemand, der nicht der gleichen Religion angehört, die Zeichen nach außen hin trägt und so für Außenstehende zu dieser Religion gehört, zeigt sich schon zwischen den Religionen.
Der Buddhismus ist keine Religion sondern eher eine Lebensphilosophie, die auch einen zweiten Glauben zuläßt. Ob die dann miteinander vereinbar sind, steht auf einem anderen Blatt.
Juden, so wurde hier schon einmal erwähnt, sind oft in der Geschichte als fremd angesehen worden, weil sie an ihrer Gruppe und ihrem Glauben ohne Vermischung festhalten. Sie haben mehr als nur gelitten, verfolgt man ihren Weg in der Zeit zurück - immer gemeinsam als Volk und Glaubensgemeinschaft. Der Davidstern ist ihr verbindendes Symbol (ob seit jüngster Zeit ioder nicht ist vollkommen egal). Es ist so etwas wie eine Zuflucht.
Ich glaube, daß es hier gerade dadurch noch um einen Grad schwerer ist als bei christlichen Glauben und Symbolik, ein Tragen der Symbole von Andersgläubigen oder eben Nicht-Juden innerlich akzeptieren zu können. Du weißt dazu auch nicht, ob diejenigen sich dem jüdischen Glauben entsprechend durch das Leben bewegen, wenn sie doch das Zeichen des Judentums tragen. Benehmen und Verhalten fallen auf eine ganze Gruppe zurück.
Ich denke, daß es mit Respekt zu tun hat, wenn man sich einer anderen Glaubensgemeinschaft nähert, sich nicht ihrer wie in einem Krämerladen mit Souveniers zu bedienen, wenn man nicht wirklich dazugehört. Keiner verbietet dir, dein Geschenk, den Davidstern in Ehren zu halten oder zu tragen. Aber es wird dein Respekt und Empathie gefordert. Es ist sehr schade, daß du Iris nicht verstehst. Ich finde es sehr einfach.
Lieben Gruß, Faten