Ich wollt mir eventuell DAX Endlos-Index-Zertifikaten
(WKN 543741) zulegen, da ich glaub das der DAX langfristig steigen wird. Allerdings bin ich im Zertifikathandel nicht so zu Hause. Welche Risiken gibt es bei Endloszertifikaten? Und lohnen sich die Chancen? Was haltet Ihr von diesem Zertifikat-Typ?
Freue mich über eure Antworten.
Grüße
Thomas
Hallo Thomas,
bei einer 1:1 Koppelung an den DAX des Zertifikats (Vorsicht, das ist nicht immer so), hast du im Prinzip das selbe Risiko wie bei einer Aktie. Du wirst also immer genau so gut abschneiden wie der Markt.
Das schlägt schon viele Fonds.
Lies dir aber die Zertifikatsbedingungen genau durch. Es gibt Endloszertifikate mit Kündigungsrechten für den Emittenten. In dem Moment gibt es trotz angeblich Endlos ein Laufzeitrisiko.
Gruß Ivo
Pro Zertifikate
Hi Thomas!
Ich persönlich habe mich auch für die Anlage in Zertifikaten entschieden. Zertifikate schneiden meist besser ab, als vergleichbare Fonds, jedoch fallen hier nicht die hohen Aufschläge und Management-Gebühren an.
Und das, obwohl ja auch die den Zertifikaten zu Grunde liegenden Indizes in gewisser Weise „gemanagt“ werden, denn auch hier werden Titel raus- und reingenommen. Nur halt seltener. Was nicht unbedingt ein Nachteil sein muß.
Ivo hat recht, auch Endlos-Zertifikate können gekündigt werden, aber das Risiko würde ich bei Dax-Zertifikaten von großen Emittenten als recht gering einstufen.
Und ausserdem ist es m.E. nicht direkt ein Risiko:
Du kriegst ja das, was der DAX in dem Moment wert ist, ausgezahlt. Gut, wenn er gerade unten ist, kann das wenig sein, aber ob Du in dem Moment ein „weniger wertvolles“ Zertifikat oder halt den Barbetrag hast, ist doch egal.
Gruß
Markus
Hallo Markus,
ich wollte mich hier in keinster Weise gegen Zertifikate aussprechen. Soviel vorneweg.
Ich persönlich habe mich auch für die Anlage in Zertifikaten
entschieden. Zertifikate schneiden meist besser ab, als
vergleichbare Fonds, jedoch fallen hier nicht die hohen
Aufschläge und Management-Gebühren an.
Richtig. Es gibt einfach zu viele schlecht gemanagte Fonds.
Und das, obwohl ja auch die den Zertifikaten zu Grunde
liegenden Indizes in gewisser Weise „gemanagt“ werden, denn
auch hier werden Titel raus- und reingenommen. Nur halt
seltener. Was nicht unbedingt ein Nachteil sein muß.
Das ist aber Theorie.
Der Emittent muss bei einem Zertifikat die Aktien gar nicht haben. Korrigiert mich bitte falls ich hier falsch liege.
Da wird gar nichts umgeschichtet. Da sich das Zertifikat genau am Index orientiert und nur dieser als Referenz relevant ist.
Ivo hat recht, auch Endlos-Zertifikate können gekündigt
werden, aber das Risiko würde ich bei Dax-Zertifikaten von
großen Emittenten als recht gering einstufen.
Es besteht aber die Möglichkeit. Und ob großer Emittent oder kleiner - das Recht ist da und stellt somit ein Risiko dar.
Es kommt nicht von ungefähr, dass einige Banken eine Börsentermingeschäftsfähigkeit Ihrer Kunden für den Kauf von Zertifikaten verlangen. Das liegt allerdings meist im Ermessen des jeweilgen Vorstands.
Und ausserdem ist es m.E. nicht direkt ein Risiko:
Du kriegst ja das, was der DAX in dem Moment wert ist,
ausgezahlt.
Gut, wenn er gerade unten ist, kann das wenig
sein, aber ob Du in dem Moment ein „weniger wertvolles“
Zertifikat oder halt den Barbetrag hast, ist doch egal.
Das nennst du kein Risiko? Ich kann mir also nicht mal aussuchen ob ich das Ding verkaufen will? Das ist eben nicht egal. Vielleicht will ich das Geld ja gar nicht bar? Vielleicht bin ich noch innerhalb der Spekulationsfrist? Und noch eine ganze Menge an „vielleichts“ gibt es da.
Ich halte Zertifikate für eine tolle Sache, aber man sollte das Risiko nicht so untertreiben.
Gruß Ivo
Moin!
Richtig. Es gibt einfach zu viele schlecht gemanagte Fonds.
Über gute und schlechte Fonds wurde hier ja schon oft geredet.
Es ist nun mal unmöglich, daß die Mehrzahl der Fonds besser als der Dax abschneiden. Nur wenn es Verlierer gibt kann es Gewinner geben. Wer die Gefahr ausschliessen will, dass sein ausgewählter Fonds schlechter als der Index performt, ist möglicherweise mit einem Indexzertifikat besser bedient (aber auch hier lauern Gefahren bezüglich der Zertifikatsbedingungen).
Das ist aber Theorie.
Der Emittent muss bei einem Zertifikat die Aktien gar nicht
haben. Korrigiert mich bitte falls ich hier falsch liege.
Da wird gar nichts umgeschichtet. Da sich das Zertifikat genau
am Index orientiert und nur dieser als Referenz relevant ist.
Stimmt. Das Zertifikat orientiert sich im Gegensatz zum Fonds nur rechnerisch an den zugrunde liegenden Werten.
D.h. der Emittent kann mit dem eingesammelten Geld machen was er will (zB höhere Gewinne als die Zertifikatsanleger erwirtschaften *g*).
Woraus sich aber auch ein Risiko ergibt: Fonds sind als Sondervermögen vom Vermögen der Gesellschaft getrennt. Der Inhaber eines Zertifikats ist aber Gläubiger des Emittenten. Geht dieser pleite kriegt man sein Geld schwerer zurück als wenn eine Fondsgesellschaft den Laden dicht macht.
Ich halte Zertifikate für eine tolle Sache, aber man sollte
das Risiko nicht so untertreiben.
Wie die Erdbeeren bei Aldi: erst mal von allen Seiten anschauen bevor man ohne die aussortierten zur Kasse geht 
Schönen Abend noch
Nils
Kurz und schmerzlos. Bisher waren die Ausgabeaufschläge bei den Zertifikaten immer höher (bis zu 15% hat man verlangt), als bei jedem Fonds, den ich bisher erwarb. Vorschußlorbeeren liegen mir nicht, insofern lasse ich inzwischen die Finger von Zertifikaten.
Gruß
Christian
Nochmal Zertifikate
Hallo Ivo,
hast wohl recht, daß ich vielleicht etwas zu blauäugig an die Sache rangehe, man sollte die Risiken wohl wenigstens nennen.
Aber in einer Sache hast Du mich falsch verstanden:
Da wird gar nichts umgeschichtet. Da sich das Zertifikat genau
am Index orientiert und nur dieser als Referenz relevant ist.
Das ist richtig, ABER: Der Index selber wird gemanagt!! Alle Indizies von Nemax bis DOW haben gemein, daß hier von Zeit zu Zeit „ausgemistet“ wird. Gut, nach anderen Kriterien, als vielleicht nach denen des Fondsmanagers, aber das muß nicht schlechter sein.
Und genau so hatte ich es auch geschrieben:
…Und das, obwohl ja auch die den Zertifikaten zu Grunde
liegenden Indizes in gewisser Weise „gemanagt“ werden…
Gruß
Markus