.. dazu auch alle Sterne

Mose 1,14
Dann befahl Gott, »Am Himmel sollen Lichter entstehen … dazu auch alle Sterne«.

Aus einem Lehrbuch zur Astronomie:

„Die Sterne entstehen in jenem Teil des Universums, in dem noch eine große Menge an interstellarer Materie vorhanden ist …“ Und weiterhin sinngemäß: Sterne entstehen ständig.

Wenn ich den Passus aus dem AT recht verstehe, hat Gott alle Sterne schon geschaffen. Wie ist denn der Widerspruch zu erklären?

Voller Konfusion, Alexander

hallo, mback,
ich versuche mal als „Ungläubiger“ das zu beantworten.
Da für Gott die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft eines ist (er/sie nicht der 4. Dimension unterliegt) hat er/sie das ganze Geschehen auf einmal geschaffen. Für das menschliche Gehirn etwas schwer vorstellbar. Dagen spricht, dass er immer wieder vom Handeln der Menschen überrascht wird: Baum der Erkenntnis, Sodom + Gomorra… Ist er doch nicht das „sein“, das an keine physikalischen oder sonstigen Gesetze gebunden ist? Hat Däniken doch recht, wenn er behauptet, Gott wäre ein Raumfahrer? Bitte, jetzt nicht lachen. Rein theoretisch könnte es doch sein, dass eine extrem hochentwickelte Rasse (wer das Wort nicht mag: Kultur, Zivilisation) uns durch biologische Experimente geschaffen hat. Wir sind ja selbst nicht mehr weit davon entfernt, dass wir so etwas einmal machen können. Es gibt schon Pläme, wie man den Mars und die Venus für uns Menschen umformen kann. Nicht in 5 jahren… aber machbar!
Ich bin auch fest davon überzeugt, dass die Erde nicht als einziger Planet Leben trägt und wir nicht die einzigen Intelligenzen im unendlichen Weltall sind. Ob man diese irren Strecken je überbrücken kann ist eine andere Frage, wird selbst bei sog. ernsthafen Wissenschaftlern als nicht ganz ausgeschlossen bezeichnet. Ist jetzt Gott auch für diese Intelligenzen zuständig? Oder eine Konkurrenz? Oder sind nur wir Menschen die Krone der Schöpfung (ganz schön fleckig, diese Krone)?
Grüße
Raimund

Vielleicht hilft es, das Bibelzitat einfach als Ausdruck großer Ehrfurcht vor der Welt und, vom Blickwinkel des Gläubigen aus, vor dem Gott der sich darin, in seiner Schöpfung, offenbart, zu verstehen. (Er hat eben ALLES geschaffenen.)
Die Antwort von Raimund (bezüglich 4.Dimension) find ich einerseits witzig, andererseits auch wirklich interessant.

Tja, Sätze können vieles zugleich bedeuten. Täten sie’s nicht, wären sie uns wohl nicht so wichtig.

Barbara

Hallo

Zunächst einmal möchte ich betonen, daß es im allgemeinen recht schwierig, wenn nicht zu sagen schädlich ist, wenn man aus Texten wie der Schöpfungsgeschichte einzelne Verse rausnimmt und versucht, diese mit z.B. naturwissenschaftlichen Tatsachen in Verbindung zu bringen. Gerade bei der Schöpfungsgeschichte musst Du zunächst eine Gesamzsicht festlegen. Ist sie für Dich

  • Wort für Wort wörtlich zu nehmen und naturwissenschaftlich zu interpretieren?
  • Ein mythologische Text, der nichts mit der Naturwissenschaft am Hut hat?
  • Ein von Gott inspirierter Text, der auf Vorstellungen und Modelle der damaligen Zeit eingeht?
  • Eine Zusammenfassung damaliger Weltvorstellungen, der sich aus den Mythologien benachbarter Völker bedient hat?

Von diesen Standpunkten her wird Dein Urteil über die von Dir zitierte Stelle unterschiedlich ausfallen.

Mose 1,14
Dann befahl Gott, »Am Himmel sollen Lichter entstehen … dazu
auch alle Sterne«.

Nun zu meiner Interpretation:
Die Stelle sagt aus, daß Gott bei der Entstehung der Sterne seine Finger im Spiel hatte, daß diese seinem Willen und seinem Plan entsprechen. Daß Sterne heute noch entstehen ist im Zusammenhang des Schöpfungsberichtes unwesentlich und wird deshalb nicht weiter erwähnt. Darin kann man aber kein Widerspruch zum heutigen Wissen sehen.
Viel wichtiger im Zusammenhang ist, daß damals bei vielen Völkern die Sterne als Götter verehrt wurden. Indem die Bibel betont, daß die Sterne Gottes Schöpfung sind, stuft sie diese Sternengötter selbst zu Geschöpfen herab und betont die Oberherrschaft Gottes.

Viele Grüße
Thomas

Hallo.

Mose 1,14
Dann befahl Gott, »Am Himmel sollen Lichter entstehen … dazu
auch alle Sterne«.

Dieses scheint eine ‚interessante‘ Übersetzung zu sein und leider ergibt sich auch erst dadurch der Widerspruch zu derzeitigen naturwissenschaftlichen Theorie.

Nach meiner Auslegung steht dort nur, dass ER Lichter am Himmel schafft(!), damit unterschieden werden kann zwischen Tag und Nacht, zwischen den Monaten und den Jahren.
Anschliesend wird uns sogar gesagt, warum. Den Nachsatz mit den Sternen kann ich allerdings nicht finden.

Ich denke die derzeitige Theorie widerspicht damit der Offenbarung (im Orginal) nicht.

Schalom,
Eli

Hallo Thomas

Eigentlich wollte ich eine ganz harmlose Frage zum Verständnis des AT stellen. Für diese Frage wäre ich vor einigen hundert Jahren sicherlich auch verbrannt worden - von einer Kirche die sich eben nicht an Gottes strikte Anweisungen hielt: Du sollst nicht Töten. Mose 2,20 VI.

Dein Hinweis, „… wird dein Urteil über die … zitierte Stelle unterschiedlich ausfallen“, ist schon richtig, doch beantwortet sie meine Frage nach der Gültigkeit des Ats im christlichen Glaubensgebäude nicht.

Zur Zeit lese ich mit Vergnügen die ganze Bibel. Doch manche Stellen verwundern mich sehr. Z.B.: Mose 1,17 (Beschneidung). Die Anweisung zur Beschneidung ist hier ganz klar und unmissverständlich gegeben. Die Beschneidung wird als „Zeichen dafür sein, dass ich meinen Bund mit euch geschlossen habe.“ Mose 1,17 9-10. Und damit es keine Missverständnisse gibt hat Gott die klare Anweisung gegeben: „Alle Männer unter euch müssen beschnitten sein.“ (Mose 1,17). Wenn nun wieder damit argumentiert wird, dass „…es schändlich ist“, wenn man aus Texten der Bibel zitiert und auch Fragen zur besseren Verständlichkeit stellt, dann bin ich einfach ratlos.

mfg Alexander

Zunächst einmal möchte ich betonen, daß es im allgemeinen
recht schwierig, wenn nicht zu sagen schädlich ist, wenn man
aus Texten wie der Schöpfungsgeschichte einzelne Verse
rausnimmt und versucht, diese mit z.B. naturwissenschaftlichen
Tatsachen in Verbindung zu bringen. Gerade bei der
Schöpfungsgeschichte musst Du zunächst eine Gesamzsicht
festlegen. Ist sie für Dich

  • Wort für Wort wörtlich zu nehmen und naturwissenschaftlich
    zu interpretieren?
  • Ein mythologische Text, der nichts mit der Naturwissenschaft
    am Hut hat?
  • Ein von Gott inspirierter Text, der auf Vorstellungen und
    Modelle der damaligen Zeit eingeht?
  • Eine Zusammenfassung damaliger Weltvorstellungen, der sich
    aus den Mythologien benachbarter Völker bedient hat?

Von diesen Standpunkten her wird Dein Urteil über die von Dir
zitierte Stelle unterschiedlich ausfallen.

Mose 1,14
Dann befahl Gott, »Am Himmel sollen Lichter entstehen … dazu
auch alle Sterne«.

Nun zu meiner Interpretation:
Die Stelle sagt aus, daß Gott bei der Entstehung der Sterne
seine Finger im Spiel hatte, daß diese seinem Willen und
seinem Plan entsprechen. Daß Sterne heute noch entstehen ist
im Zusammenhang des Schöpfungsberichtes unwesentlich und wird
deshalb nicht weiter erwähnt. Darin kann man aber kein
Widerspruch zum heutigen Wissen sehen.
Viel wichtiger im Zusammenhang ist, daß damals bei vielen
Völkern die Sterne als Götter verehrt wurden. Indem die Bibel
betont, daß die Sterne Gottes Schöpfung sind, stuft sie diese
Sternengötter selbst zu Geschöpfen herab und betont die
Oberherrschaft Gottes.

Viele Grüße
Thomas

Hallo Elimelech,
ich lese gerade „DIE BIBEL“ im heutigen Deutsch. Ich habe diese Ausgabe gewählt, weil sie mir einen tieferen Background gibt.

mfg Alexander

Mose 1,14
Dann befahl Gott, »Am Himmel sollen Lichter entstehen … dazu
auch alle Sterne«.

Dieses scheint eine ‚interessante‘ Übersetzung zu sein und
leider ergibt sich auch erst dadurch der Widerspruch zu
derzeitigen naturwissenschaftlichen Theorie.

Nach meiner Auslegung steht dort nur, dass ER Lichter am
Himmel schafft(!), damit unterschieden werden kann zwischen
Tag und Nacht, zwischen den Monaten und den Jahren.
Anschliesend wird uns sogar gesagt, warum. Den Nachsatz mit
den Sternen kann ich allerdings nicht finden.

Ich denke die derzeitige Theorie widerspicht damit der
Offenbarung (im Orginal) nicht.

Schalom,
Eli

Hallo mbak

Eigentlich wollte ich eine ganz harmlose Frage zum Verständnis
des AT stellen. Für diese Frage wäre ich vor einigen hundert
Jahren sicherlich auch verbrannt worden - von einer Kirche die
sich eben nicht an Gottes strikte Anweisungen hielt: Du sollst
nicht Töten. Mose 2,20 VI.

Diese Bemerkung verstehe ich im Zusammenhang mit meinem Hinweis nicht. Habe ich irgendwelche negativen Assoziationen bei Dir geweckt?

Dein Hinweis, „… wird dein Urteil über die … zitierte
Stelle unterschiedlich ausfallen“, ist schon richtig, doch
beantwortet sie meine Frage nach der Gültigkeit des Ats im
christlichen Glaubensgebäude nicht.

Im Prinzip doch, aber…
Gerade die Stellung des AT im christlichen Gedankengebäude ist keineswegs einheitlich. Die Interpretationen sind zwischen den Kofessionen und auch innerhalb einer Konfession nicht einheitlich. Und jede Interpretation beruht letztlich auf gewissen Annahmen und Voraussetzungen, die implizit oder explizit gemacht werden. Darauf wollte ich hinweisen. Ich habe natürlich so meine eigenen Gedanken, aber ich will nicht behaupten, es wären die einzig möglichen.

Zur Zeit lese ich mit Vergnügen die ganze Bibel. Doch manche
Stellen verwundern mich sehr.

Kein Wunder, die Texte sind in einem uns fremden Lebens- und Denkraum entstanden.

Wenn nun wieder damit
argumentiert wird, dass „…es schändlich ist“, wenn man aus
Texten der Bibel zitiert und auch Fragen zur besseren
Verständlichkeit stellt, dann bin ich einfach ratlos.

Sorry, ich habe „schädlich“ geschrieben - ohne „n“

Es war nicht meine Absicht, Deine Frage als falsch hinzustellen (es gibt keine falschen Fragen), sondern nur zu betonen, daß die Antwort von gewissen Voraussetzungen abhängt, die ich bei Dir nicht kenne.
Ich habe aus Deiner Wortwahl geschlossen, daß Du die Texte als wörtliche Beschreibung eines naturwissenschaftlich Vorgangs nimmst und daher mit den heutigen Kenntnissen über Naturwissenschaft vergleichst. Wenn dem so ist, dann verwundert es mich eher, daß Du nicht schon vorher im Text Probleme bekommst.
Ich finde es gut, wenn Du die Bibel erst einmal unvoreingenommen „einfach so“ liest, aber man kommt praktisch mit der ersten Seite ins Fragen und muss sich früher oder später entscheiden, wie man sich zu diesen merkwürdigen Texten insgesamt stellen will.

Gruß
Thomas

Hallo Alexander,
Im Grunde genommen ist es pure Glaubenssache, wie Du die Sache mit der Sternentstehung bzw. Erschaffung des Universums siehst. Auch, und vielleicht gerade heute, ist die Bandbreite der diesbezüglichen Ansichten von der wort-wörtlichen Auslegung der Bibel bis hin zu einer kompletten Ablehnung irgendeiner göttlichen Eingriffs dabei. Für Ersteres steht u.a. Prof. Werner Gitt, Ex-Direktor bei der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig, für letzteres stehen Leute wie Steven Weinberg, Professor für Physik und Astronomie an der University of Texas (siehe auch „Bild der Wissenschaft“, 12/1999). Ich neige letzterem zu, behaupte aber nicht, dass es keinen Gott hinter all dem gibt.
Falls Dich die streng biblische Sicht interessiert, lies mal „Signale aus dem All. Wozu gibt es Sterne“ von Werner Gitt, CLV-Verlag, ISBN 3-89397-705-8 Buch anschauen. Kostet nur 5,- DM, kannst also nicht viel falsch machen. Stark gefördert/verbreitet werden Gitts Ansichten auch von der Liebenzeller Mission.
Übrigens: Die katholische Kirche lehnt die Urknalltheorie nicht ab! Sie sieht, nachdem der Schöpfer-Gott durch die Naturwissenschaft von „gleich hinter der Sternensphäre“ bis zum heute ja noch nicht ganz verstandenen Urknall zurückgedrängt wurde, das wohl als letztes Refugium für ihn.
Gruss, Stucki.