Decke zum Dachboden wie dämmen?

HAllihallo alle zusammen!

Ich bin am Durchdenken der folgenden Situation:

Meine Oma wohnt in einem Recht alten Haus, in welchem ihr 2 von 3 Wohnungen gehören, die Wohnung im ersten und zweiten Stock. Sie wohnt im 2ten Stock, darüber ist nur noch der kalte Dachboden, mit einem überhauptnicht gedämmten Dach. Man kann von unten durch die Ziegel zum Himmel schaun :wink:

Energetisch gesehen ist dies eine glatte Katastrophe.
Anstatt jetzt den gesmten Dachstuhl zu dämmen, da der Dachboden überhauptnicht genutzt wird, habe ich gedacht könnte man doch auf den Dielenboden des Dachbodens eine Wärmedämmung wie folgt anbringen:

Zuerst auf die vorhandenen Holzdielen eine Dampfsperre zur Feuchtigkeitsabwehr von unten anbringen, dann Balken von 16 cm Höhe parallel mit einem abstand von ca. 50cm auf dem boden anbringen. Dann habe ich ja eine ähnliche Situation wie bei Dachsparren. Zwischen diese BAlken Kann man ja jetzt zB. Isover Glaswolle anbringen. Dann obendrüber nochmals eine Dampfsperre zur Abwehr von FEuchtigkeit von oben. Dann bringe ich dünne Latten auf den Balken an, um schlussendlich neue Dielen zu verlegen!

Kann ich meine Idee so durchziehen? Sind Denkfehler drin? Oder sonstige konstruktive Kritik? :wink:

Bin dankbar für jeden Tipp, mfG Manuel

Hallo Manuel,
das liest sich wie ein Wohnobjekt aus wirklich vergangenen Zeiten! Wie Du schon geschrieben hast: aus energetischer Betrachtung heraus eine „Katastrophe“.
Wie ich nur vermute soll der Dachboden nach der Wärmedämmmaßnahme noch begangen, also genutzt werden.
(Widerspruch: „… da der Dachboden überhaupt nicht genutzt wird …“)

Teil 1 Deiner Gedanken ist richtig.
Auf die (obere) Dielenlage eine PE-Dampfbremse als Bahnenware einbringen. Mindestens 20cm überlappend verlegen und die Bahnenkanten der Länge nach abkleben.
An dieser Stelle bereits der Hinweis: Dann muss aber ein Luftzugang der Dielen zum darunter befindlichen Raum vorhanden sein, sonst können womöglich die Dielen im Dachgeschoss im Lauf der Zeit faulen, zerstört werden.

dann Balken von 16 cm Höhe parallel mit einem Abstand von ca. 50cm auf dem boden anbringen."

Warum, weswegen, so frage ich mich? Der Grund für diese zusätzliche Konstruktionsschicht entzieht sich mir. Die offenbar vorhandenen Dielen sind doch tragfähig, oder nicht?

Wenn nun auf die Dampfbremse eine Lage Wärmedämmung, z.B. 60mm oder 80mm Steinwolle der Wärmeleitgruppe 035 aufgebracht wird, wäre das eigentlich schon alles.
Die Notwendigkeit für die zweite PE-Folienlage (als Dampfbremse) sehe ich ebenfalls nicht.
Was geschieht bauphysikalisch?
Feuchte warme Luft aus Omas Küche will in Richtung des geringeren Dampfdruckes, also nach oben, in die Dämmschicht entweichen.
Kann sie aber nun nicht, da die PE-Folie ihr den „Weg versperrt“.
Die Zone mit „kritischen Temperatur“, dem Taupunkt, liegt irgendwo innerhalb der neuen Dämmschicht.
Diese Stelle bzw. Zone wird jedoch die feuchtigkeitsgeschwängerte Luft nicht erreichen. Eben wegen der ersten Dampfbremse. Geht tatsächlich eine Kleinmenge Wasserdampf durch und kondensiert, na, das trocknet auch wieder ab.

[Scherzhaft: nur in dem Fall, dass auf dem Dachboden Wäsche getrocknet würde, die Fensteröffnungen alle verschlossen wären und die Oma ein eiskaltes Wohnzimmer von 5 bis 7°C der mohligen Wärme vorziehen würde: in diesem Fall rate ich zur zweiten Dampfbremse oberhalb der neuen Dämmschicht im Dachboden.]
Nein, die untere Dampfbremse reicht völlig aus!

Wollen wir nun noch den Dachboden nutzen?
In diesem Fall werden auf die Wärmedämmschicht Hartfaserplatten lose verlegt, als Auflagefläche. Hierauf dann 19mm oder 22mm Holzspanplatten oder OSB-Platten, welche in Nut und Feder gut verleimt werden müssen.
Darauf achten, dass sich bei der Verlegung die Plattenkanten der oberen Lastenverteilungsebene nicht mit jenen der Hartfaserplatten decken! Also immer versetzt arbeiten.
Wenn der Dachboden später nicht zu Zwecken des Tanzabends genutzt werden soll, was ich wohl vermute, dürfte diese Minimallösung allemal ausreichen!
-.-.-.-.-.-.
mfg Klaus Rauer; Sachverständigenbüro für Fußbodenkonstruktionen

HAllihallo alle zusammen!

Ich bin am Durchdenken der folgenden Situation:

Meine Oma wohnt in einem Recht alten Haus, in welchem ihr 2
von 3 Wohnungen gehören, die Wohnung im ersten und zweiten
Stock. Sie wohnt im 2ten Stock, darüber ist nur noch der kalte
Dachboden, mit einem überhauptnicht gedämmten Dach. Man kann
von unten durch die Ziegel zum Himmel schaun :wink:

Hallo,
kannst Du nicht fertige, doppelseitig kaschierte PU- Paneele auf dem Boden auslegen?
Mit den doppelseitigen Kaschierungen hast du die Dampfsperren.
Das Dach selbst muß doch wohl auch teilweise abgedichtet werden, wenn Du den Himmel sehen kannst.
Laß Dich aber beraten, damit Du Dir keine späteren Feuchtigkeitsschäden einfängst.

Gruß:
Manni