Liebe Experten,
ich bin Projektmanagerin in einem Callcenter. Mein letzes Projekt (Kundenauftrag: Terminvereinbarung bei Kunden unseres Kunden) habe ich mit einem großen Plus abgeschlossen. Ich hatte den Auftrag, 1000 Adressen anzurufen und dort zu versuchen, Termine für den Aussendienst unseres Kunden zu generieren. Wir erhielten einen vorher festgesetzten Betrag pro erreichter Adresse. Jetzt fragte mich mein Chef, ob der Gewinn dieses Projektes nach Deckungsbetrag 1 oder 2 ermittelt wurde. Sehe ich es richtig, dass Deckungsbetrag 1 nach Hinzurechnung der Lohnnebenkosten und Deckungsbetrag 2 nach Hinzurechnung der Fix- und Allgemeinkosten berechnet wird?
Danke schon mal im Voraus für eure Hilfe
Gaby
Servus,
Sehe ich es richtig, dass Deckungsbetrag 1 nach
Hinzurechnung der Lohnnebenkosten und Deckungsbetrag 2 nach
Hinzurechnung der Fix- und Allgemeinkosten berechnet wird?
diese Frage hätte ich überall, aber nicht in „Jobs und Karriere“ gesucht…
Beim Deckungsbeitrag 2 findet keine Vollkostenrechnung statt. Lediglich zurechenbare Fixkosten werden auf dem Weg vom DB 1 zum DB 2 abgezogen. Wobei man sich außerhalb der gängigen Systematik drüber streiten kann, was überhapt „fix“ ist - der Prof, bei dem ich Kostenrechnung gelernt habe, erinnerte immer daran, dass fix/variabel ausschließlich von der Fristigkeit abhängt, und dass es langfristig überhaupt keine fixen Kosten gibt. Mit der Folge, dass DB 1 und DB 2 dadurch auch als eher willkürlich festgelegt erscheinen. Es hängt von der Fragestellung ab, wie genau man sie umschreibt.
Im Callcenterfall wären bei der Berechnung DB 2 etwa die Betriebskosten der Räume, auch AfA Mobiliar - Hardware - Peripherie sicher abzuziehen, wegen der hohen Fluktuation meiner Meinung nach auch nach geeignetem Schlüssel zurechenbare Kosten der Personalabteilung, aber nicht die klassischen Gemeinkosten wie Vertrieb, Leitung etc.
Der Charme der Deckungsbeitragsrechnung ist ja gerade, dass sie nicht mit Vollkosten, sondern ausschließlich mit den Kosten arbeitet, über die eine Entscheidung möglich ist, und die „eh da“-Kosten nicht berücksichtigt: So dass sie eine unmittelbare Grundlage für laufende Entscheidungen liefert. Damit kann man zwar viel Schindluder treiben, indem man irgendwas Unbequemes eben zu nicht zurechenbar und fix erklärt, aber wenn man sich für das Ergebnis interessiert, passiert das nicht.
Schöne Grüße
MM
diese Frage hätte ich überall, aber nicht in „Jobs und
Karriere“ gesucht…
*applause*
Und der Stern gibts natürlich für die Erklärung 
VG
TraderS
Trotzdem danke für die Antwort.
)
An welches Brett hätte die Frage denn gepasst?
VG
Gaby
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Hi Gaby
An welches Brett hätte die Frage denn gepasst?
Ins Brett BWL, VWL & Marketing.
Findest Du in der Rubrik „Wirtschaft und Handel“.
Nur ein Stück unter dem Jobbrett.
Gruß
Edith