Wie der Betreff schon sagt: bin auf der Suche nach den vielen Definitionen für Key account manager. Ich hab da zwar meine Vorstellung, aber diese Bez. taucht inzwischen so oft in Bereichen/bei Aufgabengebieten auf, dass ich schon annahm: KAM wird jeder, für den sich keine andere Bezeichnung findet.
Ist von Euch vielleicht jemand KAM oder kennt jemanden? Wenn ja: was macht Ihr (die) hauptsächlich?
Bin gespannt, ob das hier so unterschiedlich ausfällt wie in meinem Umfeld …
Gruß
Vince.
wird jeder, für den sich keine andere Bezeichnung findet.
Hallo,
mit Deiner Vermutung triffst Du den Sachverhalt. Mir saß vor einigen Monaten ein Außendienstler der AOK gegenüber, der genau diese Bezeichnung auf seiner Visitenkarte präsentierte. Beliebt ist auch „Product Manager“ für den auf Provisionsbasis arbeitenden Vertreter des Schraubenhändlers. Die Leute spinnen halt ein bißchen.
Es gibt offensichtlich einen Hang, beliebige Tätigkeiten mit furchtbar wichtig klingenden englischen Bezeichnungen „aufzuwerten“. Mir wäre solches Gehabe an Stelle der Betroffenen einfach nur peinlich. Irgend jemand witzelte hier im Forum, daß mit Key Account Manager der Mensch gemeint ist, der morgens aufschließt, also der Hausmeister.
Definition? Fehlanzeige! Ebensogut könntest Du fragen, was sich hinter der abgelutschten Bezeichnung „Center“ für jede Klitsche mit eingeschränktem Billigangebot verbirgt.
Das Problem hatte ich vor einiger Zeit auch. Jeder kennt das Wort, aber keiner weiß was es ist. Da saßen dann 28 Semester BWL-Studium ziemlich ratlos herum und suchten verzweifelt nach einer Definition.
Und wie bei allen wichtigen Dingen im Leben - frag Mama! Die meinte nämlich dann: „das ist so jemand wie ich“; also eine Art „Großkundenbetreuer“ wenn man es denn ins deutsche übersetzt. Statt einen x-beliebigen Ansprechpartner halten Unternehmen für ihre wichtigsten Kunden einen KAM vor, über den die gesamte Kommunikation laufen sollte.
Tomcat hat das bereits sehr gut erklärt. Hier noch eine Version zum Thema:
"…Das Key Account-Management kümmert sich um Groß- oder Schlüsselkunden, die durch große Stückzahlen oder Individuallösungen in einem erheblichen Maße zum Umsatz der eigenen Firma beitragen. Das Tätigkeitsfeld eines Key Account-Managers ist auf einen oder wenige solcher Schlüsselkunden begrenzt.
Durch die Nähe und die Konzentration auf einen bzw. einige wenige Kunden kann der Key Account-Manager frühzeitig Entwicklungen seines Großkunden erkennen und ihn ggfls. für beide Seiten gewinnbringend beraten.
Gutes Key Account-Management kann die Nachfragemacht der Großkunden intern wirkungsvoll puffern, birgt aber neben einem hohen Kosten- und Planungsaufwand auch die Gefahr der zu starken Abhängigkeit. Key Account-Management ist vor allem in der Investitionsgüterindustrie weit verbreitet…"
Hallo,
die Erklärung von Eve ist eigentlich ausreichend.
Folgende Info noch dazu: „Account“ heißt im Englischen ja Konto und ist auch so gemeint.
Nun gibt es Kunden, die sind so „wichtig“, dass für diese Kunden in der Buchhaltung ein eigenes Konto angelegt wird.
So hat sich eingebürgert, dass salopp vom „Konto“ gesprochen wird wenn der Kunde gemeint ist.
„Key-Account“ heisst also Schlüssel-Konto = Schlüssel-Kunde - und auf die setzt man halt Manager an … (um sie zu hegen und zu pflegen) das sind die KAM´s.
Also Personal, dass die Aufgabe hat, die Beziehung von Kunden und eigenem Unternehmen in bester Harmonie zu halten.
Ja hallo. Genau diese Probleme treten auf, wenn die deutsche Bevölkerung versucht, sich mit englichen Wörten deutsch auszudrücken. Es heisst schon lange nicht mehr Hausmeister, sondern Building Manager, und die Putzfrau nennt sich
„WC Zero Zero Room Cleaning Manager for Anti Dirty Care“.
Neulich hat mir ein Bekannter stolz erzählt er würde bald Supervisor werden. Ich habe ihn dann gefragt, was das sein soll. Leider konnte er mir auch nach 20 Minuten, langen langen Sätzen, seinen Job nur annähernd erklären. Mit dem Begriff „Abteilungsleiter“ hätte er in zwei Sekunden ins Schwarze getroffen. Das machen wir jetzt auch:
Erster Kundenberater = Key Account Manager
Damit weiß jeder, was gemeint ist. Lustig ist nur, dass viele Firmen, geführt von Deutschen in Deutschland mit deutschen Mitarbeitern und deutschen Kunden, englische Bezeichnungen führen. Dagegen sollte jeder etwas tun: Bestehen Sie darauf, in Ihrer Firma eine Visitenkarte mit deutscher Berfusbezeichnung zu bekommen. Sind Sie international, können Sie immer noch die englische Bezeichnung ZUSÄTZLICH angbringen lassen!