Defekte Zelle im Akkupack

Moin Experten,

ich habe hier einen älteren Milwaukee-Akkuschrauber, bei dem beide Akkupacks defekt sind. Neukauf der Akkus (selbst Neukauf der Zellen) wäre unwirtschaftlich, andererseits ist der Schrauber sau gut und war damals sehr, sehr teuer.

Jetzt habe ich gehört, dass oft nur einige Zellen im Akkupack defekt sind. Meine Idee: beide Packs aufmachen und hoffen, dass die „guten“ Zellen reichen, um zumindest ein funktionierendes Pack zusammenzulöten.

Problem/Frage: wie erkennt man eigentlich die defekten Zellen? Alles auseinanderlöten und jede Zelle durchmessen? Vorher laden? Oder wie?

Gruß
Stefan

Hallo Stefan
Wenn Du etwas richtig machen willst, schmeiss die alten Zellen weg.
Informiere Dich bei den diversen Händlern (Conrad, Reichelt, Förtig, Schuricht usw.) über Ersatzzellen.
Der Durchmesser, die Länge und die Lötfahnen müssen neben der Nennspannung stimmen.
Dann setzt Du Dir einen neuen Akkupack zusammen.
Ein Mischung aus alt und neu ist unbedingt zu veermeiden, die alten Teile werden über kurz oder lang auch hinübergehen, dann hast Du das Gebastel wieder.
Gruss
Rochus

Hallo Rochus,

wow! Pfeilschnelle Antwort! :smile:

Der Durchmesser, die Länge und die Lötfahnen müssen neben der
Nennspannung stimmen.
Dann setzt Du Dir einen neuen Akkupack zusammen.

Da habe ich mich schon informiert und bin zum Entschluss gekommen, dass sich das nicht lohnt. Ich habe mir inzwischen einen Makita-Schrauber mit ähnlichen Leistungsdaten gekauft, der nur wenig mehr gekostet hat, als zwei neue Akkupacks für den Milwaukee.

Ein Mischung aus alt und neu ist unbedingt zu vermeiden, die
alten Teile werden über kurz oder lang auch hinübergehen, dann
hast Du das Gebastel wieder.

Ich will ja eben nichts neues kaufen, sondern die nicht-defekten Alt-Zellen aus beiden Packs zu einem Pack kombinieren. Das ich damit keinen „neuen“ Pack bekomme ist klar, aber ich will möglichst kein Geld ausgeben, sondern nur den alten Schrauber für gelegentliche Einsätze wieder fit machen. Ein reines Bastelprojekt entstanden aus starker Wegwerf-Allergie!

Gruß
Stefan

Ich will ja eben nichts neues kaufen, sondern die
nicht-defekten Alt-Zellen aus beiden Packs zu einem Pack
kombinieren. Das ich damit keinen „neuen“ Pack bekomme ist
klar, aber ich will möglichst kein Geld ausgeben, sondern nur
den alten Schrauber für gelegentliche Einsätze wieder fit
machen.

Wie bereits geschrieben, bringt das nichts. Die Zellen werden unterschiedlich stark geladen/ entladen.

Ein reines Bastelprojekt entstanden aus starker Wegwerf-Allergie!

Bedenke mal den Kosten-Nutzen Faktor… soll wenig kosten aber wird hinterher evtl. doch weggeschmissen, weil er durch das gelegentliche Benutzen eh nicht geladen ist, wenn er gebraucht wird.
Oder schaue mal hier :smile: http://de.wikipedia.org/wiki/Messie-Syndrom

Gruß
Holger

tach,

akkupack soweit zerlegen das du jede zelle einzeln vorliegen hast.
in einem ladegerät mit einzelschachtüberwachung alle zellen durchladen bzw besser wäre ein kpl automatischer regenerationszyklus.
mit den so optimierten zellen machst du einen kapazitätscheck mit hilfe des ladegerätes, und sortierst die schlappsten zellen erstmal aus.
dann die verbliebenen zellen wieder aufladen.
anschliessend mit einem widerstand 0,05 - 0,1 ohm belasten und wärenddessen die spannung an der zelle messen.
die zellen mit der höchsten spannung sind zur weiterverwendung am brauchbarsten.
dann alle benötigten zellen zusammen dengeln und ins akkupackgehäuse stopfen - ggf den temperaturschutzsensor nicht vergessen.

gruss wgn

ps: mach dir nicht allzuviel hoffnung, da alle zellen in einem akkupack gleich gelitten haben, und dementsprechend ähnlich kaputt sind. ausnahmen gibt es erfahrungsgemäss nur bei billigherstellern, wo die einzelzellenqualität innerhalb eines akkupacks sehr verschieden ist.

Hallo,

dann alle benötigten zellen zusammen dengeln und ins
akkupackgehäuse stopfen - ggf den temperaturschutzsensor nicht
vergessen.

Schon mal überlegt, was passiert, wenn man eine Gruppe von Akkuzellen mit völlig unterschiedlicher Kapazität in Reihe schaltet und dann auflädt?
Es lohnt nicht.
Gruß
loderunner

hallöle,

Schon mal überlegt,

ich versuchs manchmal…*g*

was passiert, wenn man eine Gruppe von
Akkuzellen mit völlig unterschiedlicher Kapazität in Reihe
schaltet und dann auflädt?

hmm,…*grübel*…sie nehmen energie auf?..

Es lohnt nicht.

das bestreite ich nicht. (hab ich glaub ich auch in meinem ps angemerkt)

aber imho hab ich wenigstens eine prinzipielle herangehensweise dargelegt, wie der ursprungsposter aus 2 unbrauchbaren akkupacks mittels „zustandsselektion“ ein evtl brauchbares akkupack basteln kann.
und die unterschiede der kapazitäten und innenwiderstände der zellen in dem „neuen“ bastel-akkupack werden vermutlich kleiner sein, als bei den beiden originalen - ausgehend davon das pro akkupack nur einige zellen geschrottet sind/waren.
und falls bei beiden originalpacks die akkus gleichmässig schrottreif waren/sind, dann hat er halt im neuen pack not mit elend kombiniert, was auch nicht dramatischer ist, als der jetzige zustand.

gruss wgn

Hallo,

was passiert, wenn man eine Gruppe von
Akkuzellen mit völlig unterschiedlicher Kapazität in Reihe
schaltet und dann auflädt?

hmm,…*grübel*…sie nehmen energie auf?..

Richtig. Aber durch den unterschiedlichen Innenwiderstand bekommen sie unterschiedliche Spannungen, was dazu führt, dass die Zellen mit dem höheren Innenwiderstand zum einen heißer werden und zum anderen schneller aufgeladen sind. Weil das Ladegerät das aber natürlich nicht erkennen kann, werden die schlechteren Zellen überladen und sind damit wieder in kürzester Zeit defekt.
Wie schon vorher - deshalb gibt es ja überhaupt einzelne defekt Zellen im Pack.

Und wiederum folgt daraus:

Es lohnt nicht.

Gruß
loderunner

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Moin,

Und wiederum folgt daraus:

Es lohnt nicht.

Alles klar - ich hab’s verstanden.

Dann werde ich diesen Plan wohl begraben, über meinen Schatten springen müssen und das Teil entsorgen. *seufz* (Ich höre förmlich den Schwaben in meiner Ahnenreihe sein „des war abr deier!“ kreischen) :wink:

Gruß und Danke an Alle!
Stefan

Nebenbei: das Ladegerät scheint sehr wohl zu merken, dass einzelne Zellen überladen werden - es schaltet den Ladevorgang jeweils nach kurzer Zeit ab und zeigt „voll geladen“ an. Man kriegt schlicht keine vernünftige Ladung mehr in die Packs.

Hi, ich stand vor dem selben Problem bei der Elu,
hab mir dann aber günstige Fremdakkus besorgt, die eigentlich sehr günstig waren, und zumindest bis jetzt problemlos funktionieren, die waren beide (70 €) zusammen dann 2/3 günstiger als die Makita Aktionsmaschinen. (100€)
Da der Akkuschrauber ja ansonsten tadellos in Ordnung war, denk ich war das auch sinnvoll.
Immerhin kostet eine neue gute Makita LIxx rund 400€.

OL