Defibrillator

Hallo,

wenn man einen Defi einschaltet funktioniert er ja nicht gleich sondern braucht eine bestimmte Ladezeit. Wie funktioniert das, ich meine jetzt technisch?

Grüße
Jessica

Moin,

Wie
funktioniert das, ich meine jetzt technisch?

in dem Defi ist ein großer Kondensator, der erst mal geladen werden muß um dann kurzgeschlossen zu werden.

Gandalf

Hallo,

wenn man einen Defi einschaltet funktioniert er ja nicht
gleich sondern braucht eine bestimmte Ladezeit. Wie
funktioniert das, ich meine jetzt technisch?

Anschaulich erklärt ist ein Defibrillator nichts anderes als ein Blitzgerät für eine Kamera.

Im Defi sitzt ein Akku, der einige Volt Gleichspannung hat, sagen wir mal 12V.
Die 12V wurden früher über einen Zerhacker geleitet, der die Spannung in Impulsen auf einen Trafo gibt. Der Trafo erhöht die Spannung und lädt dabei einen Kondensator auf den definierten (voreingestellten) Wert. Mittlerweile übernehmen dies effizientere DC-DC Wandler, also Wandler, die die 12V durch elektronische Schaltungen in ca. 750V wandeln. (einige DC-DC Wandler haben auch eine Art Trafo drin, aber das führt jetzt zu weit).
Der Aufladevorgang dauert etwas, bei schwächerem oder kaltem Akku etwas länger (was für den Rettungsdienst ein echtes Problem ist, der setzt natürlich Akkugestützte Geräte ein).
Auch stationäre Defis haben diese Ladeschaltung, da sie aus der 230V Netzspannung aus Sicherheitsgründen niemals direkt den Kondensator laden.
Das Piepsen, was man öfter mal im Fernsehen hört, kam früher durch den Zerhacker, ich denke, dass das heute als akustische Anzeige des Ladevorgangs extra erzeugt wird. Ich bin aber schon länger aus dem RD raus: Piepsen die heutigen Defis beim Laden mit ansteigender Frequenz? Bei erfolgter Ladung piepsen sie wohl auf jeden Fall, damit jeder weiß, dass nun geschockt werden kann.
Beim Druck des Ladeknopfes wird also erstmal die erforderliche Ladung des Kondensators erzeugt, dann wird die Bereitschaft zum Schocken angezeigt und ein weiterer Knopfdruck löst den Schock aus.
Dabei wird heutzutage aber NICHT einfach nur die Ladung des Kondensators an den Menschen abgegeben, sondern es erfolgt eine genaue Dosierung der Energie auf zwei Phasen, es wird also erst ein positiver Strom fließen, dann ein negativer. Dies hat sich als wirkungsvoller erwiesen.

Urban legend:
Es geistert das Gerücht um die Welt, ein Arzt habe mal in einem Kaufhaus einen Patienten erfolgreich defibrilliert, indem er aus einem Anschlusskabel eines Elektrogerätes und Alufolie eine Art Pseudo-Defi gebaut habe und dann den Patienten an die Steckdose angeschlossen hat.
Völlig unmöglich, aus jeder Steckdose (aller mir bekannter Länder) kommt Wechselspannung, damit lässt sich nicht defibrillieren! Hätte er aber ein Hochleistungs-Profi-Blitzgerät genommen und umgebaut, wäre das technisch durchaus denkbar gewesen (immer noch höchst unrealistisch).