Hallo Forum! 
Ein Arbeitnehmer ist arbeitsvertraglich im Rahmen seiner Tätigkeit mit 40 Stunden die Woche beschäftigt. Seine Tätigkeit besteht aus einer arbeitnehmerüberlassungs-ähnlichen Außendienstarbeit, deren Ausgangspunkt sein häusliches Arbeitszimmer ist. Ein Arbeitsplatz im Unternehmen steht dem Mitarbeiter nicht zur Verfügung. Der entsprechenden Passus im Arbeitsvertrag lautet „Der Arbeitsplatz des Mitarbeiters befindet sich im häuslichen Arbeitszimmer oder beim jeweiligen Kunden vor Ort“. Der Mitarbeiter erhält ein monatliches Festgehalt.
Das Unternehmen setzt den Mitarbeiter allerdings zunehmend für 40 „Netto“-Stunden beim Kunden ein. Das bedeutet, der Mitarbeiter hat an fünf Tagen jeweils acht Stunden beim Kunden zu leisten. Der Kunde zahlt dem Unternehmen allerdings die Pausen nicht, so dass der Mitarbeiter acht bezahlte Stunden plus eine halbe unbezahlte Stunde Pause leistet, mithin also 42,50 Stunden/Woche. Da der Arbeitsplatz des Mitarbeiters sich im häuslichen Arbeitszimmer befindet, handelt es sich bei dem Hin- und Rückweg vom/zum Kunden um einen Dienstweg.
Zählt der Mitarbeiter nun die Wegezeiten hinzu, kommt er auf eine regelmäßige Arbeitszeit von 50 Wochenstunden.
Der Mitarbeiter hat sein Unternehmen aufgefordert, die erheblichen Überstunden von 10h/Woche zu reduzieren, alternativ ein Angebot über Abgeltung zu unterbreiten.
Das Unternehmen hat geantwortet, die Wochenarbeitszeit des Mitarbeiters läge bei 40h, da Wegezeiten und unbezahlte Pausenzeiten nicht zur Arbeitszeit zählten. Insofern gebe es keinen Handlungsbedarf.
Der Mitarbeiter hat angekündigt, ohne besondere Aufforderung keine Überstunden mehr leisten zu wollen. Seine Arbeitszeit berechne sich nach der Summe aus Hin-Dienstweg + Einsatzzeit inkl. Pausen + Rück-dienstweg und liege bei 8h/Tag. Daraus berechne sich, dass bei jeweils 45 Minuten für den Dienstweg eine Einsatzzeit beim Kunden von 6,50h übrig bleibe.
Der Arbeitgeber hat angekündigt, für diesen Fall eine fristlose Kündigung wegen Arbeitsverweigerung auszusprechen.
Ist das richtig? Wie kommen die Parteien wieder zusammen?
Gruß
Jens