Hi! In meinem Buch steht die Definition :Künstlerisch gestaltete und zweckfreie Texte, die Erdachtes in geschriebener Sprache festhalten. Nun hatte ich gerade die Diskusion, ob diese Definition Sachtexte enthält. Könnt ihr weiterhelfen? Weiter tut sich die Frage auf : Wer schreibt schon völlig zweckfrei? ICh hoffe auf Antworten. Gruß, Verena
Hallo Verena!
Hi! In meinem Buch steht die Definition :Künstlerisch
gestaltete und zweckfreie Texte, die Erdachtes in
geschriebener Sprache festhalten.
Mich würde interessieren, um was für ein Buch es sich dabei handelt. Warum ein Text „zweckfrei“ sein muss, um eine Definition für Literatur zu erfüllen, verstehe ich nicht. Nimm nur z.B. die Fabel, die zweifellos eine Form der Literatur darstellt, aber den Leser belehren will, also - ihrem Anspruch nach - einen Zweck erfüllt.
Nun hatte ich gerade die
Diskusion, ob diese Definition Sachtexte enthält. Könnt ihr
weiterhelfen? Weiter tut sich die Frage auf : Wer schreibt
schon völlig zweckfrei?
Da stellt sich die Frage: was ist zweckfreie Literatur? Gibts sowas überhaupt? Ich glaube nicht. Wenn sich jemand in irgendeiner Form - und sei es literarisch - äußert, wird er irgendetwas damit bezwecken. Warum sollte er es sonst tun?
Grüße, Peter
Hallo Verena!
Hi! In meinem Buch steht die Definition: Künstlerisch
gestaltete und zweckfreie Texte, die Erdachtes in
geschriebener Sprache festhalten.
Da brauchen wir noch eine Definition von „zweckfrei“.
Könnte „politisch“ gemeint sein?
Natürlich schreibt jeder Autor zu einem Zweck. Und sei’s nur der, davon leben zu können.
Und grundsätzlich ist die Grenze äußerst verschwommen, was nun als Literatur gelten darf und was als Belletristik herabgewürdigt wird.
Nach welchen Regeln wird denn der Literatur-Nobelpreis vergeben?
Die meisten Entscheidungen der letzten 20, 30, ja 40 Jahre waren politisch motiviert, die Autoren haben sich als Gesellschaftskritiker wichtig gemacht.
Fach"literatur" im engeren Sinne erscheint mir allerdings ausgeschlossen zu sein.
Gruß
Barney
Hallo,
ich denke, der Knackpunkt in Deiner Definition ist das Wort „zweckfrei“, der Rest dürfte einleuchtend sein.
Benutze ich das Wort „zweckfrei“ in einem negativ gemeinten Sinne, dann würde ich die Definition so verstehen: die Sprache und der Ausdruck haben einen „technischen“ Wert, aber es wird nicht versucht bzw. erreicht, etwas an „Inhalt“ mitzuteilen. Anders ausgedrückt: Ich habe ein Buch vor mir, das sich zwar nett lesen läßt, aber eben nur als Zeitvertreib. Das wäre „Frei von jedem Zweck“
In Deinem Fall lese ich „zweckfrei“ nicht mit negativem Unterton sondern im Sinne von „Frei von einem bestimmten Zweck“, also das Gegenteil von „an einen definierten Zweck gebunden“. Also: Literatur ist nicht (!) nur, was sich z.B. mit dem Zweck „Politik“ verbinden läßt oder nur mit dem Zweck „Controlling“ usw. Oder andersherum ausgedrückt: ein Text ist nicht deshalb keine Literatur, weil er sich z.B. mit Autos oder Fußball beschäftigt.
Es gibt also einen Zweck, aber der Zweck ist nicht von vornherein eingegrenzt oder definiert; Literatur kann sich mit vielen/ allen Themengebieten befassen.
Klingt das einigermaßen plausibel?
Gruß,
Andreas.