Der Frager hatte übrigens gesagt, dass ihm die üblichen
Erklärungen aus den Nachschlagewerken nicht viel sagen.
Da wir nicht wissen, welche der „üblichen Erklärungen“ das sind und was er daran nicht versteht, hilft uns das herzlich wenig. Es ist also das beste, erstmal die korrekten Definitionen zu nennen. Wenn Scrabz damit nichts anfangen kann, sollte er nochmal nachfragen. Im Dialog läßt sich sowas ohnehin viel besser klären, als wenn man ihm lange Vorträge hält, ohne zu wissen, ob man ihn damit über- oder unterfordert.
Deshalb habe ich es mal anschaulicher erklärt.
Ich habe nichts gegen anschauliche Erklärungen, solange sie korrekt sind. Das trifft für Deine Erklärung leider nicht zu:
Temperatur ist was qualitatives.
Nein, temperatur ist auch etwas quantitatives. Man kann sie schließlich messen und nicht nur feststellen, ob sie da ist oder nicht.
Sie gibt an, wie stark ein Teilchen schwingt oder
durchschnittlich mehrere Teilchen eines Körpers schwingen.
Auch ein Strahlungsfeld kann eine Temperatur haben (siehe Hohlraumstrahlung). Das wäre schlecht möglich, wenn die Temperatur auf Körper beschränkte wäre, die aus Teilchen bestehen.
Die Wärmemenge ist dagegen was quantitatives,
also eher die Summe der Schwingungen aller Teilchen.
Also je mehr Teilchen mit einer bestimmten Temperatur
zusammenkommen, desto höher ist auch die Wärmemenge.
Das ist kompletter Unsinn. Wärme ist eine Prozeßgröße (im Gegensatz zur Temperatur, die eine Zustandsgröße ist). Sie tritt nur bei Prozessen auf - und zwar bei solchen, bei denen Energie ausgetauscht wird. Erfolgt dieser Austausch durch ungerichtete Teilchenbewegung, dann nennt man ihn Wärme. (Im Gegensatz zur Arbeit, bei der ers sich um Energieaustausch durch gerichtete Bewegung handelt.) Wenn keine Energie ausgetauscht wird, dann gibt es auch keine Wärme - egal wie hoch die Temperatur ist und wie viele Teilchen da sind.
Was Du meinst, nennt man thermische Energie.
Oder: Wenn ich einen Körper zerteile, behält
jeder Teil seine Temperatur, aber eben nur die
Hälfte der ursprünglichen Wärmemenge.
Siehe oben: Ein System kann keine Wärme besitzen, sondern nur austauschen.
Oder: Wärme ist Energie.
Siehe oben: Wärme ist keine Energie, sondern Energieaustausch.
Die kann ich von einem Ort zum anderen transportieren.
Oder: Im Winter kann man mit einem Heizkörper besser
das Zimmer heizen als mit einer Kerze, obwohl die
Kerzenflamme doch viel heißer ist - die Kerze hat
zwar eine höhere Temperatur, gibt aber nicht soviel Wärme ab.
Das ist korrekt.