Defragmentierung der Festplatte

Bisher wurde von Fachleuten und Software-Herstellern empfohlen, die Festplatte gelegentlich zu defragmentieren, damit weniger Plattenzugriffe nötig sind.
Diese Operation macht ja selbst auch unzählige Zugriffe, sollte also wohl auch nicht allzu oft durchgeführt werden.
Fragen an die Runde:

  1. Wie oft soll ich defragmentieren?
  2. Spielt die Hardware dabei eine Rolle? Alter/Modell/Grösse der Festplatte?
  3. Aus einigen (hämischen) Anmerkungen zu Anfragen in diesem Forum habe ich geschlossen, dass es Leute gibt, die das Defragmentieren generell eher als überflüssigen Scherz oder überholten „Brauch“ betrachten.

Was ist nun „state of the art“? Wer spaltet mir den Nebel?
Erich

Hallo Erich,
ich gebe mal eine fremde Meinung wieder. … :wink:

Bei der heutigen Größe der Festplatten kommt es kaum noch zur Fragmentierung. Das OS findet genug Platz, um die Dateien auch so ablegen zu können.
Dieser ‚alte Brauch‘ stammt aus Zeiten, in denen die Platten fast ständig voll waren.

cu Rainer

Hi,

Defragmentieren bezieht sich einzig auf die abgelegten Daten und hat
mit der Festplatte selber erst mal wenig zu tun. Bei FAT entstehen
während des Gebrauchs z.B. durch Löschen von Daten etc. kleine,
unzusammenhängende freie Speicherbereiche, die von andere Programmen
und Installationen dann „vom unten nach oben“ aufgefüllt werden. So
kann es dann dazu kommen, dass ein frisch installiertes Programm auf
100 kleine Bröckchen über die ganze Festplatte verteilt liegt.
Das schmälert dann die Performance…

Ich persönlch schau immer mal nach dem DefragGrad und lass bei 97%
unfragmentiert aufräumen, dann dauerts auch nicht so lange.

Weiß allerdings nicht genau wies beim NTFS mit der Fragmentierung
ausschaut…

Defragmentieren ist unnötig und bringt auch keine Zeitgewinne.

Hallo,

Nebst dem verteilen der Daten über die ganze Festplatte, kann man bei manchen Defragmentierungs-Programmen auch noch die anordnung der Dateien auf der Platte optimieren. Bei FAT befindet sich das die FAT auf den vordersten Spuren der Partition und das Root-Verzeichnis liegt direkt dahinter Um eine grössere Datei zu laden muss das Betriebssystem öfters auf die FAT und das Verzeichnis zugreiffen.
Das Positioniren der Köpfe benötigt wesentlich mehr Zeit als das eigentliche lesen der Daten und je weiter der Kopf verfahren werden muss, umso länger dauert es.
Deshalb empfielt es sich alle Verzeichnisse und Dateien welche oft geladen werden an den Anfang der Partition zu verlegen.

Moderne Platten, können einem hier aber einen Strich durch die Rechnung machen. Sie besitzen Reservespuren, welche verwendet werden, wenn eine SPur als defekt erkannt wird. Dadurch kann es dann halt sein, dass zwar Daten von z.B. der logischen Spur 2 gelesen werden, die Daten sich aber physikalisch auf der hintersten Spur befinden.

Weiß allerdings nicht genau wies beim NTFS mit der
Fragmentierung

Entgegen der versprechungen von MS, fragmentiert NTFS auch.
Zwar etwas weniger als FAT, muss aber dennoch defragmentiert werden.

MfG Peter(TOO)

Hallo Fragewurm,

Defragmentieren ist unnötig und bringt auch keine Zeitgewinne.

Kannst du das auch erklären, oder plapperst du nur was nach ??

MfG Peter(TOO)

Hallo Rainer,

Ich kann deine Ansicht nicht teilen, hier eine Erklärung :
Eine Datei passt in der Tat nur selten auf einen Sektor einer Festplatte. Ein Sektor ist 512 byte groß. Die kleinste Speichereinheit der Festplatte ist allerdings ein Cluster. Der Cluster ist die kleinste addressierbare Speichereinheit der Festplatte. Diese ist von der Größe der Platte und dem verwendeten Filesystem abhängig. FAT16 kann z.B. nur 65535 (16 bit) Cluster addressieren. Für eine 2 GByte Partition bedeutet dies eine minimale Clustergröße von ca. 30 kbit. jede Datei kleiner 30 kbit belegt also immer 30 kbit und es können nicht mehr als 65535 Dateien verwaltet werden. Wo eine Datei gespeichert ist ist in der FAT (File allocation table) abgelegt. In der Regel belegt eine Datei mehrere Cluster. Solange ausreichend Speicherplatz zur verfügung steht legt der Rechner die Dateifragmente in aneinandergereihten Clustern ab. Wird es eng auf der Platte, so muß der Rechner nach Lücken suchen. Sind kleinere Dateien gelöscht worden, so gibt es, auf der Festplatte verteilt, Lücken in die geschrieben werden kann. Damit zersiedeln sich Dateibestandteile mehr und mehr. Ein Defragmentieren fügt die Dateibestandteile wieder aneinander, was die Geschwindigkeit beim Lesen erhöht und die Zahl der Festplattenzugriffe reduziert.

gruß Ann-Kathrin

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Hallo Fragewurm,

Defragmentieren ist unnötig und bringt auch keine Zeitgewinne.

Kannst du das auch erklären, oder plapperst du nur was nach ??

Nachplappern aus einem in einer PC-Zeitschrift abgedruckten Test.

  1. Aus einigen (hämischen) Anmerkungen zu Anfragen in diesem
    Forum habe ich geschlossen, dass es Leute gibt, die das
    Defragmentieren generell eher als überflüssigen Scherz oder
    überholten „Brauch“ betrachten.

Was ist nun „state of the art“? Wer spaltet mir den Nebel?

Nur dazu: vielleicht verwenden diese Leute ein Betriebssystem, das, insbesondere parallele Zugriffe auf die Platte, effektiver durchfuehrt, so das die Koepfe der Platte nicht so haeufig bewegt werden muessen, und darueberhinaus im Laufe der Zeit den gesamten Arbeitsspeicher sinnvoll fuer Festplatten-cache verwenden. Das ist state of the art, dann musz man sich um solche Probleme keine Gedanken mehr machen.

Gruss vom Frank.

Hallo Ann-Kathrin,

Noch einmal für Dich. …

ich gebe mal eine fremde Meinung wieder. … :wink:

Ich verstehe nämlich nicht genug davon, um mir ein Urteil zu bilden.
Allerdinmgs habe ich das schon öfter gehört und das von Leuten, die ich für Experten halte.
Mit mir kannst Du darüber nicht streiten, ich weiß es nicht.

Gruß,

Rainer

Okay, will auch schnell noch meine Meinung in die Runde werfen *g*:

Defragmentieren ist durchaus wichtig und bringt bei stark fragmentierten Festplatten (je voller eine Platte wird, desto schneller fragmentiert sie) große Zeitgewinne beim Schreib- und Lesezugriff.
Ist doch logisch erklärbar: Eine nicht fragmentierte Datei kann in einem Zug gelesen werden, besteht diese Datei aus 1000 Fragmenten, die wild über die Platte verteilt sind, muss der Lesekopf 1000mal neu zugreifen (macht bei einer durchschnittlichen Zugriffszeit von 10 ms ungefähr 10 s Unterschied…). :smile:
Beim schreiben ist der Unterschied noch wesentlich größer. Sowas kann sich gewaltig aufsummieren, was man bei nahezu vollen Festplatten auch deutlich merkt, da die Zeiten für das Speichern einer Datei dann fast in’s Unendliche gehen. Bei stark fragmentierten Platten ist es derselbe Effekt.

Also (besonders, wenn die festplatte schon relativ voll ist und viel damit gearbeitet wird) ruhig ab und zu mal defragmentieren, kann jedenfalls nicht schaden!

Wie ist der aktuelle Zwischenstand? 5 : 2 für die Defraktionierungs-Beführworter? :smiley:

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Hallo Fragewurm,

Defragmentieren ist unnötig und bringt auch keine Zeitgewinne.

Kannst du das auch erklären, oder plapperst du nur was nach ??

Nachplappern aus einem in einer PC-Zeitschrift abgedruckten
Test.

Gibt es dazu auch eine Quellenangabe ??

MfG peter(TOO)

Gibt es dazu auch eine Quellenangabe ??

PC-Welt, wobei ich zu meiner Ehrenrettung sagen muss, dass ich sie schon lange nicht mehr lese :wink:

Hallo Erich,

was ja schon gesagt wurde: Es hängt vom Dateisystem und dem verwendeten Betriebssystem ab. Unter Windows mit FAT/NTFS ist das Defragmentieren definitiv dann sinnvoll, wenn die Platte (unabhängig von ihrer Größe) einmal von Anfang bis Ende beschrieben worden ist, da sich danach alle neuen Schreiboperationen als frei markierte Teilbereiche nutzen. Diese sind dann oftmals nicht ausreichend um eine Datei komplett aufzunehmen, weshalb die Datei dann an anderer Stelle fortgesetzt wird. Bei jedem Lesezugriff müssen dann diese Sprünge nachvollzogen werden. Dies kostet Zeit.

Aber es gibt auch einen weiteren nicht zu vernachlässigenden Sicherheitseffekt beim Defragmentieren, der noch nicht genannt wurde. So ist es im Fall eines Defekts am Dateisystem oder der Platte für den Erfolg einer Datenrettung mit gängigen Tools von entscheidender Bedeutung, wie aufgeräumt eine Platte ist. Ist die FAT und ihre Sicherheitskopie zerstört oder beschädigt, kann man trotzdem zusammenhängend gespeicherte Dateien recht einfach retten, weil ich nur nach dem Dateibeginn suchen muss und dann bis zum Dateiende einfach alle Cluster in eine Datei wegspeichern kann, und siehe da, die Datei ist wieder funktionsfähig. Viel Spaß, wenn du dann auf der Platte mit zig als gelöscht markierten Vorversionen zu tun hast und nie weißt, was jetzt zur aktuellen Fassung gehört, und ob du ggf. an anderer Stelle noch weitere hierzu gehörende Cluster findest.

Ich habe früher recht viel entsprechende Datenrettungen gemacht und kenne den Unterschied zwischen dem Retten einiger wichtiger Dateien als komplette Dateien innerhalb von wenigen Stunden und dem hoffnungslosne Kampf mit unzähligen wilden Fragmenten nur zu gut. Daher werden die Platten meiner Rechner schon alleine aus diesem Grund regelmäßig defragmentiert (unabhängig von Backups, die man natürlich auch haben sollte, die aber garantiert wieder bei der Datei Zicken machen, die besonders wichtig ist, oder die eben die Arbeit der letzten acht Stunden noch nicht enthalten).

Gruß vom Wiz, der da an eine Nacht denkt, in der er die Examenshausarbeit einer Bekannten zwei Tage vor Abgabetermin so ziemlich vollständig wieder gerettet bekam

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Vielen Dank allen, die nicht nur alte Sprüche abgekupfert und irgend etwas behauptet haben, ohne das auch belegen zu können.
Besonders lesenswert und nützlich sind die Erläuterungen von WIZ, die sich nicht in Allgemeinplätzen ergehen.
Erich

Was soll das??

Vielen Dank allen, die nicht nur alte Sprüche abgekupfert und
irgend etwas behauptet haben, ohne das auch belegen zu können.
Besonders lesenswert und nützlich sind die Erläuterungen von
WIZ, die sich nicht in Allgemeinplätzen ergehen.
Erich

Hi Erich,

was soll dieser Rundumschlag? Ich glaube das jeder wwwler sein bestes gibt um jemanden zu helfen. Woher man auch die Quellen hat, eins steht bei uns immer im Vordergrund, zu helfen.Ich finde es deshalb nicht fair so pauschal zu urteilen.Auch wenn du noch nicht so lange dabei bist.Ich hoffe das dir auch weiterhin geholfen wird!

Gruß Ann-Kathrin