ich habe seit mittlerweile fast 1,5 Jahren Schmerzen oberhalb meines rechten Knies, im Bereich der Quadrizepssehne (bin 20 Jahre alt). Die Schmerzen sind teilweise so stark, dass ich mich nur mit Krücken fortbewegen kann. Ursache war eine Überlastung des Knies. Nach langem Suchen (3 MRTs!) stellte mein Arzt die Diagnose: Sehnenansatzreizung an der Quadrizepssehne (Ansatztendinose). Ausprobiert habe ich mittlerweile fast alles was möglich ist: Salben, komplette Ruhigstellung, Laserbestrahlung, Ionthophorese, Krankengymnastik bis hin zur Arthroskopie des Knies.
Nun habe ich in einem Forum von dem gleichem Problem gelesen; derjenige hat seine Schmerzen durch Dehnungsübungen wegbekommen. Meine Frage ist: was sollte gedehnt werden und wie? (ich vermute Oberschenkelrückseite, Gesäßmuskel)
Wäre nett, wenn mir jemand ein paar Übungen nennen könnte.
sanftes, vorsichtiges Dehnen ist sicher sinnvoll, allerdings AUCH den Quadrizeps selbst. Umfaße den Knöchel des betroffenen Beines und versuche, langsam die Ferse Richtung Po zu führen, siehe auch http://www.die-schnelle-sportstunde.de/stret10.htm
Funktioniert auch im Stehen. Wundere mich nur, daß du während der Krankengymnastik das nicht schon gezeigt bekommen hast.
Ich könnte mir vorstellen, daß insgesamt ein Ungleichgewicht im Spannungszustand deiner Beinmuskeln zu finden ist. Das heißt, dehne Beinrückseite und Gesäßmuskeln ruhig mit. Guck auch mal, wie dehnfähig das andere Bein ist, wahrscheinlich gibts Unterschiede. Hab Geduld, nach so einer langen Zeit dauerts bestimmt ein bisschen, bis das wieder ausgeglichen ist.
Ich würde Dir empfehlen, zu einem qualifizierten Osteopathen zu gehen. Hier wird jeder mögliche Entstehungsmechanismus für Dein Problem in Erwägung gezogen (z.B. ist es möglich, daß Deine Beckenschaufel, die Ursprungsort des Quadriceps ist, sich etwas nach hinten gedreht hat und so Zug auf den Sehnenansatz ausgeübt wird; dies ist nicht unmittelbar merklich, löst aber auf Dauer eine Reizung der Sehne aus, die sich nicht verbessert, solange die Ursache nicht behoben wird; wodurch sich die Beckenschaufel dreht, kann viele Ursachen haben: Sturz… ). Leider keine Kassenleistung, aber es lohnt sich bestimmt, ich denke, Deine Schmerzen könnte man sehr schnell durch adäquate Behandlung in den Griff bekommen. Allerdings mußt Du aufpassen, zu welchem Therapeuten Du gehst, er sollte über die 5-jährige Ausbildung verfügen (Therapeutenliste des VOD hilft weiter, da findest Du auch weitere Infos ). Kostenpunkt ca. 50-80 Euro, aber vielleicht reichen auch schon 1-2 Behandlungen.
Erst mal vielen Dank für Eure hilfreichen Ratschläge!! Das mit dem Osteopathen ist eine klasse Idee, meine Vermutung über die Ursache geht auch in die Richtung.
@Eemma: Wenn ich mein Bein anwinkle, sind die Schmerzen am stärksten und die Patella-/Quadrizepssehne wird meiner Meinung nach so auch am stärksten beansprucht. Sollte ich nicht am Anfang lieber Übungen machen, bei denen die Sehne nur wenig belastet wird? Oder ist das egal?
Was genau ist eine Tendinose, ich kann mir das irgendwie schlecht vorstellen. Kann das an einer Verkürzung der Sehne liegen? Wenn ja, sollte das ja eigentlich mit Dehnen zu beheben sein.
Dummerweise war ich bis jetzt immer der Meinung, ich bekomme das mit Schonung weg! Wäre schön, wenn ich das endlich mal weg bekomme! Auch weil ich am 1.8. eine Ausbildung als Kfz-Mechatroniker anfangen will.
eine Tendinose ist sinngemäß eine Sehnenscheidenentzündung, hervorgerufen oftmals durch Über/Fehlbelastung oder Verletzung. Die betroffene Sehne verdickt durch diese entzündlichen Prozesse und kann in ihrer Sehnenscheide nicht mehr gut gleiten beim Bewegen. Im Zweifelsfall kommt es zu Verklebungen der Sehne mit dem umliegenden Gewebe. Allein deswegen solltest du für sanftes Bewegen sorgen.
Klar ist, daß du nicht voll in den Schmerz hineindehnst, sondern die Grenze respektierst. Die Idee mit dem Osteopathen ist nicht schlecht, somit könnten andere Ursachen, die auf den ersten Blick nicht offensichtlich sind, gefunden und behandelt werden.
Vielen Dank für die schnelle Antwort, jetzt wird mir einiges klarer. Schade nur, dass mir das bisher kein Arzt erklären konnte.
Gestern habe ich angefangen den Oberschenkel- und Gesäßmuskel zu dehnen, worauf meine Sehne zunächst einmal mit heftigen Schmerzen geantwortet hat. Dafür sind die Schmerzen heute fast wie weggeblasen! Ich will nicht gleich euphorisch werden, aber das gibt Hoffnung!!
Auf wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Ursprung_und_Ansatz) habe ich gelesen, dass sich am Sehnenansatz Knorpel befinden, die eine Stoßdämpferwirkung beim Anspannen haben. Nun kann ich mich errinnern, dass mein Arzt (Orthopäde) mal von einem Knorpelabbau im Knie gesprochen hat. Es könnte doch auch möglich sein, dass das die Ursache für die ständige Reizung der Sehne ist.
Dein Orthopäde meinte bestimmt, daß sich der Knorpel im Kniegelenk (also zwischen Unter- und Oberschenkel oder unter der Kniescheibe) abbaut. also nicht da, wo deine Sehne ansetzt. Das, was du bei Wikipedia gelesen hast, bedeutet etwas anderes - lies hier mal weiter http://de.wikipedia.org/wiki/Apophyse
Allerdings solltest du das mit deinen Knien nicht aus den Augen verlieren; falls da schon wirklich Abbau/Abnutzung des Knorpels besteht, kann das die Mechanik im Kniegelenk so stören, daß es die umgebenden Muskeln und Sehnen in Mitleidenschaft zieht - Fehl/Überbelastung also! Somit könnte die Tendinose auch eine Reaktion auf andere Vorgänge sein. Hast du dich mal verletzt am Knie? Für einen Knorpelabbau scheinst du mir als Bald-Azubi noch etwas zu jung…
Einen Knorpelabbau hätte man doch auf den MRT-Bildern feststellen müssen
oder irre ich mich da? Soviel ich weiß, wurde da aber nichts entdeckt. Ich habe bald einen Termin bei einem Kniespezialisten in einer Orthopädischen Klinik, der soll sich am besten nochmal die Bilder anschauen.
Dummerweise habe ich mir gestern wieder Kortison spritzen lassen; das hat die Schmerzen eher wieder verschlimmert, anstatt zu helfen. Von dem Zeug lass ich jetzt die Finger und mach weiter meine Krankengymnastik!
Kortison ist eigentlich nicht übel, hilft gut bei Entzündungen. Problematisch ist dabei, daß es das Gewebe, in das es eingespritzt wird, spröde und damit weniger belastbar machen kann.
Es schmerzt deswegen zunächst auch mehr, weil die Flüssigkeit Platz braucht, bevor sie sich gut verteilt. Sollte vorbei gehen. Aber mit den Dehnungsübungen und Krankengymnastik kommst du ja offensichtlich auch weiter, also könnte dein Arzt auf eine nächste Spritze vielleicht verzichten.