Hallo Eckhard
Da Du Dich noch nicht mit Deismus beschäftigt hast, schätze ich zwar Deine Analyse meiner Beweggründe aber muss auch sagen, dass mich das bezüglich Deismus nicht viel weiterbringt.
Ich habe schon öfters Menschen mit einer ähnlichen Haltung wie
deiner kennen gelernt - persönlich, aus Schiftstücken oder im
Internet. Ich hoffe, dass es nicht allzu brüskierend klingt,
aber ich möchte meine Meinung ganz klar und kurz
zusammenfassen: „Ihr“ wisst nicht einmal im Ansatz, was
Religion, Glauben oder Philosophie bedeutet.
Ja nun im Sinne von Experte sein, gebe ich Dir da Recht. Aber der katholische Arbeiter oder die muslimische Krankenschwester wissen sicher genauso wenig von der Religion, Glauben und Philosophie, von der Du jetzt sprichst.
„Eure“ Haltung
ist die eines Konsumenten, „eure“ Wahl letztlich vollkommen
beliebig - noch im besseren Fall mit der eines Hobbys
vergleichbar. „Ihr“ strebt nicht nach Wahrheit oder
Gotteserkenntnis, sondern allenfalls danach, auf eure
Mitmenschen wie Wahrheits- oder Gottessucher zu wirken. Die
Gleichgültigkeit und Beliebigkeit der eigenen Bekenntnisse
wird dabei gern als Toleranz und Offenheit verbrämt.
Hier kommen zwei Dinge durcheinannder. 1. Konsumenten, das ist wohl die überwiegende Mehrheit der Religionszugehörigen, einfach irgendwo hineingeboren und dann konsumieren
- Die, die eine einschränkende und agressive Religion konsumieren sind dagegen weder tolerant noch offen.
Ich finde eine nicht durch hunderte von festgelegten „Bekenntnissen“ eingeschränkte Religion eben attraktiver als Konsument. Speziell wenn „Bekenntnisse“ nicht mehr „zeitgemäß“ sind, oder einfach auch teilweise „falsch“ kann ich keine Verbindung damit herstellen.
Meine dringende Empfehlung ist, lese ersteinmal die Grundlagen
ganz oder zumindest in Ausschnitten. Dazu zähle ich (unter
anderem!): Die vier Evangelien (Matthäus, Markus, Lukas,
Johannes), Nietzsche, den Koran, die Reden Buddhas, die
sokratischen Dialoge, Laotze, Marx und auch Kafka.
Habe ich zum Teil schon gelesen und wohl vergessen, da es mich nicht besonders beeindruckt hat. Weder Nietzsche, Laotze, Sokrates und Marx sind mir als relgiöse Führer bekannt.
Dieses sind
Grundlagen - einiges davon halte ich für die ESSENZ DER
MENSCHHEIT, einiges für interessant und brauchbar und eine
letzte Gruppe für totalen Unfug - der aber heute immer noch
von großer Bedeutung ist.
Also abtun würde ich keines der Werke, schließlich waren und sind die alle einflußreich.
Aber persönlich ist keines der Werke zu meiner „persönlichen“ Bibel geworden.
Lieben Gruß
Skyver