Deismus

Irgendwie bin ich in einer Phase, wo ich etwas spirituelles vermisse. In der Tat könnte ich quasie mir meinen eigenen Glauben selbst zurechtbiegen, was wohl jeder zum Teil sowieso tut, aber der Gedanke einer Gemeinschaft von Personen anzugehören, die etwa dasselbe „glauben“ und quasi dieselben Grundüberzeugungen haben ist sehr attraktiv.

Nun habe ich mich mit Religion immer mal wieder intensiv und weniger intensive beschäftigt und keine „Weltreligion“ gefunden, die meinem Glauben nahesteht.

Zum Glück gibt es das Internet und was einem im Religionsunterricht vorenthalten wurde, kann man jetzt selber neu entdecken.

Ich bin jetzt auf den Deismus gestoßen und bin dabei mich mit dem Glauben „anzufreunden“, dass heißt mehr darüber zu erfahren und mich mit Deisten etc. auszutauschen.

http://www.deist.info/whyyoushouldbeadeist.htm

Gibt es irgendwelche negativen Erfahrungen oder Bedenken Eurerseits mit Deismus, Deisten?

Weiss jemand, warum dieser Glaube, der seit wohl dem 17. Jahrhundert besteht, nicht populärer ist.

So wie ich das im Moment sehe, fehlt die Einsicht in die Notwendigkeit des Missionierens, was absurd klingt.

Für mehr Infos oder Erfahrungsberichte wäre ich dankbar.

Lieben Gruß
Skyver

Irgendwie bin ich in einer Phase, wo ich etwas spirituelles
vermisse. In der Tat könnte ich quasi mir meinen eigenen
Glauben selbst zurechtbiegen,

Hallo Skyver
für mein Verständnis: Was verstehst du unter „etwas Spirituelles?“
Gruß, Geris

Hallo Skyver
für mein Verständnis: Was verstehst du unter „etwas
Spirituelles?“
Gruß, Geris

"Das Wort “spirituell” bedeutet “geistig” oder “den Geist betreffend”. Spiritualität (vom lateinischen Wort spiritus = Geist) beschäftigt sich mit den immateriellen, also nicht das physikalische Universum betreffenden Aspekten eines Menschen.

Spiritualität setzt voraus, daß “Geist” nicht als etwas verstanden wird, das im Gehirn lokalisiert ist. Gehirn besteht aus Materie. Statt dessen könnte man “Geist” gleichsetzen mit dem Begriff “geistiges Wesen” oder Seele."

also von mir aus etwas „seeliges“, etwas das nicht meinen Verstand meine Ratio anspricht, sondern etwas das meine „Seele“ anspricht

Vielleicht gibt es auch bessere Beschreibungen.

Gruß
Skyver

Hallo Scyver,

vom Deismus habe ich noch nie zuvor etwas gehört und die Website macht auf mich, zumindest auf die Schnelle, keinen besonderen Eindruck (sarkastisch ausgedrückt: ist das eine Religion der Landschaftsfotos?). Darum soll es jetzt aber auch nicht gehen.
Ich habe schon öfters Menschen mit einer ähnlichen Haltung wie deiner kennen gelernt - persönlich, aus Schiftstücken oder im Internet. Ich hoffe, dass es nicht allzu brüskierend klingt, aber ich möchte meine Meinung ganz klar und kurz zusammenfassen: „Ihr“ wisst nicht einmal im Ansatz, was Religion, Glauben oder Philosophie bedeutet. „Eure“ Haltung ist die eines Konsumenten, „eure“ Wahl letztlich vollkommen beliebig - noch im besseren Fall mit der eines Hobbys vergleichbar. „Ihr“ strebt nicht nach Wahrheit oder Gotteserkenntnis, sondern allenfalls danach, auf eure Mitmenschen wie Wahrheits- oder Gottessucher zu wirken. Die Gleichgültigkeit und Beliebigkeit der eigenen Bekenntnisse wird dabei gern als Toleranz und Offenheit verbrämt.

Meine dringende Empfehlung ist, lese ersteinmal die Grundlagen ganz oder zumindest in Ausschnitten. Dazu zähle ich (unter anderem!): Die vier Evangelien (Matthäus, Markus, Lukas, Johannes), Nietzsche, den Koran, die Reden Buddhas, die sokratischen Dialoge, Laotze, Marx und auch Kafka. Dieses sind Grundlagen - einiges davon halte ich für die ESSENZ DER MENSCHHEIT, einiges für interessant und brauchbar und eine letzte Gruppe für totalen Unfug - der aber heute immer noch von großer Bedeutung ist. Was ich in welche Kategorie einordne, behalte ich für mich.

Schöne Grüße, Eckhard

Hallo Eckhard

Da Du Dich noch nicht mit Deismus beschäftigt hast, schätze ich zwar Deine Analyse meiner Beweggründe aber muss auch sagen, dass mich das bezüglich Deismus nicht viel weiterbringt.

Ich habe schon öfters Menschen mit einer ähnlichen Haltung wie
deiner kennen gelernt - persönlich, aus Schiftstücken oder im
Internet. Ich hoffe, dass es nicht allzu brüskierend klingt,
aber ich möchte meine Meinung ganz klar und kurz
zusammenfassen: „Ihr“ wisst nicht einmal im Ansatz, was
Religion, Glauben oder Philosophie bedeutet.

Ja nun im Sinne von Experte sein, gebe ich Dir da Recht. Aber der katholische Arbeiter oder die muslimische Krankenschwester wissen sicher genauso wenig von der Religion, Glauben und Philosophie, von der Du jetzt sprichst.

„Eure“ Haltung
ist die eines Konsumenten, „eure“ Wahl letztlich vollkommen
beliebig - noch im besseren Fall mit der eines Hobbys
vergleichbar. „Ihr“ strebt nicht nach Wahrheit oder
Gotteserkenntnis, sondern allenfalls danach, auf eure
Mitmenschen wie Wahrheits- oder Gottessucher zu wirken. Die
Gleichgültigkeit und Beliebigkeit der eigenen Bekenntnisse
wird dabei gern als Toleranz und Offenheit verbrämt.

Hier kommen zwei Dinge durcheinannder. 1. Konsumenten, das ist wohl die überwiegende Mehrheit der Religionszugehörigen, einfach irgendwo hineingeboren und dann konsumieren

  1. Die, die eine einschränkende und agressive Religion konsumieren sind dagegen weder tolerant noch offen.

Ich finde eine nicht durch hunderte von festgelegten „Bekenntnissen“ eingeschränkte Religion eben attraktiver als Konsument. Speziell wenn „Bekenntnisse“ nicht mehr „zeitgemäß“ sind, oder einfach auch teilweise „falsch“ kann ich keine Verbindung damit herstellen.

Meine dringende Empfehlung ist, lese ersteinmal die Grundlagen
ganz oder zumindest in Ausschnitten. Dazu zähle ich (unter
anderem!): Die vier Evangelien (Matthäus, Markus, Lukas,
Johannes), Nietzsche, den Koran, die Reden Buddhas, die
sokratischen Dialoge, Laotze, Marx und auch Kafka.

Habe ich zum Teil schon gelesen und wohl vergessen, da es mich nicht besonders beeindruckt hat. Weder Nietzsche, Laotze, Sokrates und Marx sind mir als relgiöse Führer bekannt.

Dieses sind

Grundlagen - einiges davon halte ich für die ESSENZ DER
MENSCHHEIT, einiges für interessant und brauchbar und eine
letzte Gruppe für totalen Unfug - der aber heute immer noch
von großer Bedeutung ist.

Also abtun würde ich keines der Werke, schließlich waren und sind die alle einflußreich.

Aber persönlich ist keines der Werke zu meiner „persönlichen“ Bibel geworden.

Lieben Gruß
Skyver

Hallo Skyver,

es sollte beides ansprechen !

Die mentale UND die emotionale Ebene !!!

Gruß
Merkur

Hallo Eckhard,

vom Deismus habe ich noch nie zuvor etwas gehört

um der Sache einen Rahmen und etwas Hintergrund zu geben, paar Autoren zum Stichwort Deismus (Ausbreitung im 17. Jh ab England - 18. Jh Frankreich - bis ca. 19. Jh in D diskutierte Lehrmeinung):

John Locke, John Toland (GB), Voltaire, Diderot, Julien Offray (F), Herrmann Samuel Reimarus (D).

In der Tat scheint es sich um Gedankengut der Aufklärung zu handeln, welches in seiner Konsequenz zum Atheismus führt, aber diese Konsequenz nicht aufbringt.

Kritik muss ich mangels fundierter Kenntnisse in theologischer und/oder philosophischer Argumentation den Berufenen überlassen.

Schöne Grüße

MM

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Hallo Skyver,

Aber
der katholische Arbeiter oder die muslimische Krankenschwester
wissen sicher genauso wenig von der Religion, Glauben und
Philosophie, von der Du jetzt sprichst.

das muss aber nicht so sein.
Jeder kann sich weiterbilden. Der Koran und die Bibel sind frei zugänglich und für jedermann lesbar. (Beim Koran vielleicht mit der Einschränkung, dass man dazu eigentlich arabisch lernen müsste)

  1. Die, die eine einschränkende und agressive Religion
    konsumieren sind dagegen weder tolerant noch offen.

Nun, dann würde ich Dir das Christentum empfehlen (nicht lachen!)
Das Christentum ist weder agressiv noch einschränkend und wahre Christen sind erfahrungsgemäß tolerant und weltoffen.

Nicht verwechseln mit den Lehren irgendwelcher Machthaber, die die Bibel für ihre Zwecke mißbrauchen!

Ich finde eine nicht durch hunderte von festgelegten
„Bekenntnissen“ eingeschränkte Religion eben attraktiver als
Konsument. Speziell wenn „Bekenntnisse“ nicht mehr
„zeitgemäß“ sind, oder einfach auch teilweise „falsch“ kann
ich keine Verbindung damit herstellen.

Genau das meine ich.
„Liebe Gott über alles und Deinen Nächsten wie Dich selbst.“
Einfacher geht es ja schon gar nicht.
Und Liebe ist immer zeitgemäß.

Gruss Harald

Guten Abend Ihr Klugen,

Nur etwas zur Begriffsklärung: „der Deist glaube einen Gott, der Theist aber einen lebendigen Gott“. I. Kant, Kritik der reinen Vernunft (in meiner Ausgabe S. 661)

Gruß - Hugo

Hallo Skyver,

wir reden ja vollkommen aneinander vorbei.
Ich benutze das Wort „Konsument“ ganz bewusst. Genau entgegen deiner Auffassung wird ein Konsument nicht in etwas hineingeboren. Ein Konsument wählt und KAUFT etwas - und oft verbraucht er es dann. Die Ziele und Inhalte der Religionen und Philosophien sind aber keine Güter. Sie stehen über dem einzelnen Menschen. Es ist Gott, die Gottheiten, die Wahrheit, der Tod, der Untergang, das Böse, das Leiden, die Welt, die Liebe, der Kreislauf, das Leben, das Gesetz usw. Diese „Dinge“ sind nicht wählbar und nicht käuflich.
Nietzsche und Kafka sind natürlich keine Religionsgründer, aber in ihren Werken zeigt sich das, was ein Glauben umfassen und beantworten muss. Diese Fragen waren allerdings nicht „wie teuer“, „wie viel Stunden die Woche“, „welche Ernährungsregeln“.

Ich habe nicht den Eindruck, dass das hier was bringt. Du wirst dir irgendetwas wählen, ganz so wie sich ein Teil der Jugendlichen dazu entscheiden Öko, Gotic, Rapper usw. zu werden. Buddhismus ist doch immer noch ziemlich in Mode. Ich habe mir viele deutschsprachige Websites dazu angesehen - da wirst du sicherlich Gleichgesinnte finden. Ich bin mir sicher, dass Buddha auch das überleben wird.

Adieu, Eckhard

Hallo Skyver

also von mir aus etwas „seeliges“, etwas das nicht meinen
Verstand meine Ratio anspricht, sondern etwas das meine
„Seele“ anspricht

Naja, was allgemein unter spirituell verstanden wird, weiß ich schon, denn das ist einer der schwammigsten Begriffe, wenn er in die Lebenswirklichkeit umgesetzt werden soll. Deshalb meine Frage.
Früher sagten die Menschen dazu zB „einfach“: Ich habe Gott verloren. Ich habe die Liebe verloren, ich fühle mich verloren. Ich will mich auf die Suche machen, mich selbst - oder Gott- (wieder) zu finden. So gäbe es für mich ein Bild. Der Verstand wird mit dem Begriff LIEBE nichts anfangen können. Worum geht es also, um eine Religion, einen Glauben oder um die Verbindung deiner Seele mit ihrem Ursprung? Du kennst mich doch schon ne ganze Weile: Frage die Quelle selbst und hör auf, deine Zeit zu verschwenden. Noch mehr? Schau hp, Gottes-Ruf.
Gruß
Geris