'dem' und 'den'

Hallo, ich habe jemanden, mit einem Grammatikproblem, dem ich erklären muss wann er welches Wort (dem oder den) verwenden muss.
Nun, mir ist aufgefallen dass es nicht einfach ist dafür eine Regel zu finden. Auch mit der Frage des nach dem Fall dürfte er Probleme haben.Weil, das Problem dort ähnlich sein dürfte.

Ich hoffe, einer von euch kann mir in der Frage behilflich sein bzw. eine Regel oder ähnliches dafür nennen.

vielen Dank

Hallo,
ich sehe da nicht ganz die Schwierigkeit, denn an sich ist die „Frage-Regel“ doch eindeutig, so lange man noch Singular und Plural berücksichtigt.
Auf die Frage „Wem?“ steht bei männlichen oder sächlichen Substantiven in der Einzahl „dem“, bei allen Geschlechtern in der Mehrzahl „den“. Auf die Frage „Wen?“ steht bei männlichen Substantiven in der Einzahl immer „den“.
Beispiele:
„Wem habe ich den Ball gegeben?“ - „Dem Kind!“ oder „Den Kindern!“
„Wen habe ich gesehen?“ - „Den Hund!“
Gruß
Uwe

hi,

Hallo, ich habe jemanden mit einem Grammatikproblem, dem ich
erklären muss, wann er welches Wort (dem oder den) verwenden
muss.
Nun, mir ist aufgefallen dass es nicht einfach ist dafür eine
Regel zu finden. Auch mit der Frage des nach dem Fall dürfte
er Probleme haben.Weil, das Problem dort ähnlich sein dürfte.

im prinzip muss das gelernt werden, welches verb mit dativ (wem?) und welches verb mit akkusativ (wen?) konstruiert wird. muttersprachlern sagt das oft das sprachgefühl … aber auch nicht immer, speziell wenn etwa der dialekt anders vorgeht. es gibt dazu in jedem besseren wörterbuch auch kurzverweise auf satzbaumuster, die klarstellen, welche fälle ein verb (oder eine präposition) verlangt.

auf die bedeutung der wörter ist kein verlass:
„ich helfe dir“ : wem helfe ich? ich helfe dem mann / der frau / dem kind.
„ich unterstütze dich“ : wen unterstütze ich? ich unterstütze den mann / die frau / das kind.

„ich liefere dir“ : wem liefere ich? ich liefere dem partner / der firma / dem amt.
„ich beliefere dich“ : wen beliefere ich? ich beliefere den partner / die firma / das amt.

ich empfehle dazu die geradezu schlagende behandlung des themas unter
http://de.youtube.com/watch?v=QWwMAtcmaDE zu den verben „lieben“, „haben“, „meinen“, „stoßen“, „kennen“
:wink:

[natürlich ist „akkusativ“ etymologisch der fall, in dem beschuldigt wird (lat.: akkusare …) und „dativ“ der fall, dem gegeben wird (lat.: dare …). die akkusative (wen?, den …) sind also eher die „objekte“ der handlung und die dative (wem?, dem …) die partner, auf die sich die handlung ausrichtet … aber wie gesagt: darauf ist leider kein verlass, wie die o.a. beispiele zeigen.]

m.

Hallo Uwe,

„Wem habe ich den Ball gegeben?“ - „Dem Kind!“ oder „Den
Kindern!“

Ist bei manchen eben nicht so einfach. Ich habe auf dem Spielplatz schon Eltern ihr Kind fragen hören: „Wen hast Du den Ball gegeben?“ :wink:

Viele Grüße
Marvin

Hallo,
Das wird (vermutlich) wenig helfen. Denn wer im Hochdeutschen „dem“ und „den“ nicht zu unterscheiden vermag (vllt. aufgrund seines Dialektes oder weil er kein Muttersprachler ist), der wird wohl auch „wem“ und „wen“ nicht richtig verwenden können.

Grüße,

  • André

Wenn das natürlich der Fall ist, dann wird’s richtig schwierig…

Hallo,

Michael hat mich gerade auf eine Idee gebracht: Wenn Dein „Problembär“ nicht gerade aus einer Region kommt, wo man immer „mir“ oder immer „mich“ verwendet, dann dürfte es helfen, alle Personen durch die erste oder zweite Person Singular zu ersetzen.
Schwieriger wird es bei Dingen, da hier „ich“ und „du“ sehr befremdlich wirken, und da hilft auch das Sprachgefühl oft nicht, aber prinzipiell geht’s:

Du, Ball, ich geb dich jetzt dem Bruder. -> Akkusativ -> den Ball.
Bruder, ich geb dir jetzt den Ball. -> Dativ -> dem Bruder.

Ansonsten lassen sich vielleicht sinnverwandte Wörter sächlichen Geschlechts finden, bei denen die Unterscheidung „das/dem“ eindeutiger ist:

Ich gebe dem Kind das Spielzeug.

Allerdings auch hierbei die Einschränkung, dass es einige Dialekte und zahlreiche Soziolekte gibt, die diese Unterscheidung nicht vornehmen, z.B. Berlinerisch:

„Jetz jebick det Jör dem Ball.“ („dem“ ist hier nicht Dativ, sondern Assimilation.)

Und dann wird’s richtig schwer, da hilft eigentlich nur viel Hochdeutsch lesen, hören, sprechen, immer berichtigt werden; denn die Unterscheidung direktes/indirektes Objekt ist erstens nicht einfach zu erklären, zweitens nicht immer eindeutig und drittens nur eine Faustregel.

Liebe Grüße
Immo

…den Mädchen natürlich :smile: