Demenz

Hallo!

Gibt es eigentlich - analog der privaten Pflegeversicherung - auch eine private „Demenzversicherung“??? Wenn man alles liest, wie es betroffenen geht, ist es z.T. echt übel.

Gruß
Falke

Gibt es eigentlich - analog der privaten Pflegeversicherung -
auch eine private „Demenzversicherung“??? Wenn man alles
liest, wie es betroffenen geht, ist es z.T. echt übel.

Ist ein Demenz-Kranker nicht relativ schnell auch ein Pflegepatient ? Dann wiederum würde die Pflegeeversicherung ja greifen.

Nicht unbedingt. Dies kann oft Jahre dauern, da die Pflegeversicherung nur bei körperlichen Einschränkunen greift. Die Demenz ist jedoch geistiger Natur und verursacht insbesondere einen extrem hohen Betreuungsaufwand, da die Demenzkranken oft nicht allein gelassen werden können (auf die Straße laufen; nicht wissen wo man wohnt; Türe offen lassen; Herd an lassen; Kerzen vergessen etc.)

Im schlimmsten Fall bedeutet dies 24 Std. eine Person, die der anderen auf die Finger schaut. Dies kann sehr schnell ins Geld gehen.

Gruß
Falke

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Nicht unbedingt. Dies kann oft Jahre dauern, da die
Pflegeversicherung nur bei körperlichen Einschränkunen greift.
Die Demenz ist jedoch geistiger Natur

Der § 14 SGB XI hat solche Einschränkungen nicht. Wie kommst Du den darauf?

"Pflegebedürftig im Sinne dieses Buches sind Personen, die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung für die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate, in erheblichem oder höherem Maße (§ 15) der Hilfe bedürfen.

(2) Krankheiten oder Behinderungen im Sinne des Absatzes 1 sind:

3. Störungen des Zentralnervensystems wie Antriebs-, Gedächtnis- oder Orientierungsstörungen sowie endogene Psychosen, Neurosen oder geistige Behinderungen"

Menschen mit Demenz benötigen nicht nur Hilfe bei der Körperpflege, sondern oft eine Betreuung und längerfristige Beaufsichtigung. Um die Pflegepersonen bei dieser Aufgabe zu entlasten, erstattet die Pflegekasse Kosten für Betreuungsleistungen von bis zu 200 Euro pro Monat (Grundbetrag: 100 Euro, erhöhter Betrag: 200 Euro). Die Pflegekasse übernimmt in der Regel die Ausgaben für Tages- oder Nachtpflege, Kurzzeitpflege oder für eine zusätzliche Betreuung durch Pflegedienste, Alzheimergruppen oder Helferinnenkreise.
(http://www.verbraucherzentrale-bayern.de/UNIQ1223634…)

Grüße Bernhard

Hallo,

das stimm so (jetzt) nicht mehr. Durch die Änderung des Pflegeversicherungsgesetzes wurde gerade hinsichtlich der Demenz
eine Verbessung dahingehend vorgenommen, dass es eben nun „einfacher“
wurde als Demenzkranker Anerkennung als Pflegefall zu bekommen.

Gruß

Czauderna

Hallo,

die Leistungen im Demenzfall wurden auf 100,- Euro Monat aufgestockt. Wie weit kommt man damit bei Demenz?

Gruß
Falke

Hallo!

„Sofern die Angebote von der Pflegekasse zugelassen sind, erstattet die Kasse Kosten bis maximal 200 Euro pro Monat für Tages- oder Nachtpflege, Kurzzeitpflege, Betreuungsleistungen von Pflegediensten oder so genannte niederschwellige Betreuungsleistungen (z.B. von Alzheimergruppen oder Helferinnenkreisen). Eine Liste mit den zugelassenen Angeboten, die finanziert werden, muss die Pflegekasse für ihre Versicherten bereithalten.“

Man erhält bei Demenz max. 200,- pro Monat (bei schweren Fällen). Ansonsten nur 100,- Euro. Diese aber auch nicht pauschal, sondern nur durch Nachweis von Rechnungen. Diese müssen sich explizit auf die Demenz beziehen - also Betreuung.

Wieviel bekommt e ine Nachtschwester pro Stunde? Wenn diese 10,- Euro pro Stunde erhält, kann man sich von den 200,- Euro ganze 20 Stunden Betreuung leisten. Und dann??

Gruß
Falke

Hallo,
da kommt es eben auf die Betrachtungsweise an - wenn man den
„geringen“ Beitragssatz der Pflegeversicherung an sich und die
Tatsache dass es vor dem 01.04.1995 gerade für solche
Behinderungen überhaupt keine Leistungen gab berücksichtigt, dann sind die momentan vorhandenen Leistungen doch schon mehr als hilfreich.
Eine Nachtschwester im häuslichen Bereich für einen Demenz-Erkrankten
(welche Pflegestufe ??) ist auch nicht die Regel.
Ich glaube auch nicht dass eine private Pflegeversicherung oder
Zusatzversicherung diese Kosten voll abdecken würde.
Gruß
Czauderna

Hallo,

da kommt es eben auf die Betrachtungsweise an - wenn man den
„geringen“ Beitragssatz der Pflegeversicherung an sich und die
Tatsache dass es vor dem 01.04.1995 gerade für solche
Behinderungen überhaupt keine Leistungen gab berücksichtigt,
dann sind die momentan vorhandenen Leistungen doch schon mehr
als hilfreich.

Diese belaufen sich - wie schon erwähnt - eben nur auf max. 2.400 Euro, die auf Nachweis entsprechender Rechnungen bezahlt werden. Klar - 200,- Euro sind mehr als nichts, sind jedoch bei den zu erwartenden Kosten nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Eine Nachtschwester im häuslichen Bereich für einen
Demenz-Erkrankten (welche Pflegestufe ??) ist auch nicht die Regel.

Sicherlich nicht. Aber auch eine Tagesaufsicht ist nicht günstiger und diese kann auch nur Stundenweise bezahlt werden.
Demenz fängt bei Pflegestufe 0 an.

Ich glaube auch nicht dass eine private Pflegeversicherung
oder Zusatzversicherung diese Kosten voll abdecken würde.

Damit kommen wir wieder an meine Ursprungsfrage:

  • Gibt es private Demenz-Versicherungen?
  • Marktlücke?

Gruß
Falke