Demenz oder Altersvergesslichkeit?

Die Oma meines Lebensgefährten ist jetzt stolze 89 Jahre alt.
Sie ist ihr Leben lang faul und bequem gewesen, sitzt am liebsten im Sessel und möchte gar nichts machen. Wohlbemerkt, dieser Zustand ist schon seit Jahrzehnten so. Mittlerweile schafft sie es jedoch aufgrund des Alters nicht mehr, ihre Wohnung alleine zu säubern. Vor ca. einem Jahr konnte sie einen Großteil dessen noch selbst tun.

Die Hausärztin beharrt jetzt darauf, daß die Oma an Demenz leidet und will einen Demenztest machen. Dieser umfaßt größtenteils Rechenaufgaben. Da die Oma aber früher selten in die Schule konnte, hat sie das ja nie gelernt. Und wird es demnach auch bei diesem Test nicht können.
Außerdem ist sie durch und durch stur und wenn sie etwas nicht will, dann macht sie es auch nicht. Erklärungen, daß man sie dann für „altersschwach“ hält, sind ihr egal.
Sie ist lediglich etwas vergeßlich.

Meine Frage ist nun. Wie kann man eine Altersvergesslichkeit von einer Demenzkrankheit unterscheiden?
Können wir auch an anderen Symptomen, die nichts mit Rechenaufgaben, Kreuzworträtsel etc. zu tun haben (wie gesagt, keine Schulbildung, nie gearbeitet, außer früher auf dem Feld) eine evtl. Demenzerkrankung feststellen???

Gruß Ina

Hi Ina,

hier stellt sich die Frage, was mit dem Test denn erreicht werden soll. Eine Demenz ist nicht aufzuhalten und nicht zu kurieren, also was soll der Unfug bei einer alten Dame mit 99 Jahren.

Demenz äußert sich auf 1000 unterschiedliche Arten. Beobachte die alte Dame und hilf ihr, wenn Ausfälle sichtbar werden - Orientierungsverlust, Gedächtnislücken, Wortfindungsstörungen (und wasweißichnochalles). Das Schlimmste ist, dass die alten Leute das oft mitbekommen und Angst entwickeln, Angst vor dem Verblöden. Da braucht es Angehörige, die im richtigen Moment hinlangen und vorher nachdenken, wie man um Peinlichkeiten herumkommt.

Und schmeiß die Ärztin raus. Wenn es Probleme (Ausbüxen, Unruhe, Aggressivität) gibt, dann wende Dich an die Sozialstation, die wissen, wo die Geriatriefachleute sitzen.

Gruß Ralf

Hallo,

bei so alten Leuten erübrigt sich meines Erachtens so eine Testung.
Symptome der Demenz sind ja hinlänglich bekannt. Von Demenz spricht man erst, und die Diagnose darf im übrigen auch erst dann gestellt werden, wenn die Symptome mindestens ein halbes Jahr deutlich voranschreitend beobachtet werden.
Orientrierend KANN man einen groben Test machen, den sog. Mini-Mental-Test. Da wird nur eine Rechenaufgabe abgefragt und der Test sieht eine Alternativaufgabe für Menschen vor, die nicht rechnen können. Bei Interesse bitte kurze eMail, schick ich gerne zu (1 DIN A4 Seite). Ein zweiter, einfacher und Aussagekräftiger Test ist der Uhrentest: Vorgegeben wird ein großer Kreis. Der Pat. soll dann zuerst die Einteilungen vornehmen und mit Zahlen versehen. Ausgehend von einem vorgegebenen Punkt in der Mitte des Kreises sollen dann z.b. Zeiger so eingemalt werden, daß die Uhr „halb vier“ zeigt.
Hier kommt es nicht auf Schönheit an. Wenn zumindest die 9, 12, 3 und 6 richtig eingeteilt wurden und die vorgegebene Uhrzeit stimmt, so stimmt auch noch alles mit dem Pat.

Zwei einfache Tests… Diffiziler geht es dann bitte nur beim Neuropsychologen weiter, die haben sich darauf spezialisiert.

Aber wie gesagt: Bei hochbetagten Alten, die zudem noch immer weitestgehend selbstständig sind, ergibt sich daraus keine Konsequenz – vielmehr muß sich dann das soziale Umfeld darauf einstellen.

Ich hoffe, geholfen zu haben.

Gruß
Dr. W. Evermann

Orientrierend KANN man einen groben Test machen, den sog.
Mini-Mental-Test. Da wird nur eine Rechenaufgabe abgefragt und
der Test sieht eine Alternativaufgabe für Menschen vor, die
nicht rechnen können. Bei Interesse bitte kurze eMail, schick
ich gerne zu (1 DIN A4 Seite).

Das wäre sehr nett von Ihnen.

Genau der Meinung sind wir alle eben auch. Die Hausärztin schließt darauf, weil die Oma halt nicht immer alle Fragen beantwortet. Die Oma sagt selbst, daß die Ärztin oft zu hektisch ist und zu schnell redet. Da die Oma ein Hörgerät trägt, kann sie oftmals die Sätze nicht vollständig verstehen und gibt aufgrund ihrem Sturkopf dann irgendeine oder gar keine Antwort. Sie sagt immer, zu fremden Leuten sagt man nicht, daß man nichts verstanden hat.

Naja der Test mit der Uhr, den kann man ja mal probieren, so unterschwellig, sie soll was für die Urenkel malen. Denn sonst bleibt sie stur und fragt, wofür sie das denn machen soll. Da muß man sich ja anstrengen.

Wir haben uns schon alle darauf eingestellt, auch wenns manchmal sehr stressig ist.

Ina

hier stellt sich die Frage, was mit dem Test denn erreicht
werden soll. Eine Demenz ist nicht aufzuhalten und nicht zu
kurieren, also was soll der Unfug bei einer alten Dame mit 99
Jahren.

Wenn wir das so richtig verstanden haben, will die Ärztin sie medikamentös behandeln. Das will ihre Familie jedoch eh nicht, da man bei so alten Menschen keine Experimente mehr Medikamenten machen sollte. 89 ist doch ein stolzes Alter und blöd ist die Oma bestimmt nicht. Wenns um ihren eigenen Vorteil geht, dann kann sie noch um drei Ecken denken.
Die Ärztin werden wir wohl wirklich wechseln, da sie sich nicht auf den alten etwas langsameren Menschen einstellt.