Demenz ? Vater vergisst jedes mal die Schlüssel

Hallo,
ich mache mir leider langsam Sorgen um meinen Vater. Er ist 56 Jahre alt und das sind die Symptome:

Er schafft es kaum aus dem Haus rauszugehen, ohne in 1 Minuten zurückzukommen, um noch irgendwas zu holen was er mitnehmen wollte(Auch wenn er einfach zu Arbeit geht). Heute ging er z.B. aus dem Haus hat dabei anscheinend was vergessen und ist gleich wieder zurückgekehrt und hat die Sachen mitgenommen die er vergessen hatte. Beim Wiedereintreten ins Haus musste er die Haustür öffnen, lies dort die Schlüssel stecken und vergaß sie mitzunehmen.

Sonst meistert er seinen Alltag ohne Probleme: Macht Sport(Laufen,Fitness), ist bei der Arbeit tätig in einem Empfangsbereich(wobei er ein Mal dort Probleme hatte weil er eine Fortbildungseinladung vergessen oder nicht gesehen hatte).

Ich meinte zu ihm er soll versuchen Ginkgo zu nehmen, doch er wehrt sich und sieht es irgendwie als einen Angriff.

Kann mir vielleicht jemand sagen wofür die Symptome sprechen? Was kann man tun? Sollte man zum Arzt gehen und falls ja zu welchem?

Ich bin sehr Dankbar für jeden Tipp.
Gruß Aroon

hi,

was ist wenn dein Dad einfach zur Zeit Stress hat dadurch etwas schusselig wird?

Was das angeht kann ich ein Lied von singen und ich bin sicher nicht Dement.

Gruß

Ich würde nicht sagen das er im Moment viel Stress hat, sondern er ist eigentlich in dem ganz normalen Alltag.
Wobei die Vergesslichkeit nicht plötzlich eingetreten ist, sondern bestimmt schon mindestens 1 Jahr anhält.

Was mir sorgen macht ist, dass er nahezu jedes Mal wenn er aus dem Haus geht wiederzurückkehrt.

Guten Tag,

die Frage ist, ob bei Ihrem Vater ein Leidensdruck besteht. Wenn nicht, werden Sie gegen seinen Willen keine weiteren Interventionen veranlassen können und müssen abwarten.

Wenn ja, können Sie eine neurologisch/psychiatrische Untersuchung anstreben,in deren Rahmen dann verschiedene in Frage kommenden Erkrankungen abgeklärt werden.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg.

Mhh also wenn dein Papa nicht mal die Kräutertabletchen schlucken will, glaube ich nicht das du ihn zum Arzt überreden kannst…

Das es wirklich Demenz ist, mhh ich hab so meine zweifel…

  1. Der Erkrankte wiederholt immer wieder die gleiche Frage.
  2. Der Erkrankte erzählt immer wieder die gleiche kurze Geschichte.
  3. Der Erkrankte weiß nicht mehr, wie bestimmte alltägliche Verrichtungen wie Kochen, Kartenspiel, Handhabung der TV-Fernbedienung funktionieren.
  4. Der Erkrankte hat den sicheren Umgang mit Geld, Überweisungen, Rechnungen und ähnlichem verloren.
  5. Der Erkrankte findet viele Gegenstände nicht mehr oder er legt sie an ungewöhnliche Plätze (unabsichtliches Verstecken) und verdächtigt andere Personen, den vermissten Gegenstand weggenommen zu haben.
  6. Der Erkrankte vernachlässigt anhaltend sein Äußeres, bestreitet dies aber.
  7. Der Erkrankte antwortet auf Fragen, indem er die ihm gestellte Frage wiederholt.

Laut Wiki sind das die ersten Warnzeichen. Und das tritt eher ab 65 und drüber auf.

Mhh falls du immer noch unschlüssig bist, sollte dein Vater mal zu seinem Arzt gehen, der überweist ihn dann wahrscheinlich an einen Neurologen.

Gruß

1 „Gefällt mir“

Guten Tag,

Wikipedia schön und gut, dabei wird jedoch eins vernachlässigt:

Bei der Demenz unterscheidet man generell erstmal zwei Lager:

  • Die Demenz des vaskulären Types (die sogenannte „Alters-Demenz“). Das bedeutet, dass jemand mit 70/80/90 nunmal nicht dieselben körperlichen Vorraussetzungen hat, wie jemand mit 40 oder 50. Einige der von dir genannten Punkte treffen dort zu. Die Leute werden vergesslich und kriegen bestimmte komplexe Abläufe nicht mehr hin.
    Das Langzeitgedächnis ist intakt, aber das Kurzzeitgedächnis leidet.

  • Die Demenz vom Alzheimer Typ, der schon ab 45 auftreten kann!:
    Und in genau die fällt der Vater des UPs. Er ist Mitte 50 und fängt an Dinge zu verlegen und zu vergessen. Reagiert gereizt, wenn man ihn drauf anspricht. Das kann uns Nicht-Dementen natürlich auch immer wieder passieren - garkeine Frage - aber die UP schreibt auch, dass das ein Zustand ist, der sich über ein Jahr schon kontinuierlich verschlechtert. Das nicht-zum-Arzt-wollen und das Gereizt reagieren ist typisch für Alzheimer Patienten in der ersten (von vier) Phase(n).

Da Demenz nicht diagnostizierbar ist, wird wohl ein Ausschlussverfahren stattfinden müssen.
Wie auch immer, sollte man das Verhalten des Vaters im Auge behalten, da er laut der Beschreibung bereits Symptome zeigt.

So individuell jeder Mensch auch sein mag, in dem Fall machen alle dieselben Phasen durch:

1.) mangelhafte Orientierung
2.) Zeitverwirrtheit
3.) sich wiederholende Bewegungen
4.) Vegetieren

GDA

1 „Gefällt mir“

Hallo,

schon mal einen an Demenz erkrankten Menschen mit Leidensdruck gesehen? Ich habe ja schon mit vielen Menschen in der Situation zu tun gehabt, aber die waren allesamt von der totalen Ignoranz der Situation geprägt. Das macht es doch so schwierig, dass man erst zu einem recht fortgeschrittenen Stadium dann über einen Antrag auf Betreuung für die Gesundheitssorge endlich dazu kommt, dass dann im Antragsverfahren zwangsweise untersucht wird, und bei positiven Bescheid dann auch zwangsweise weitere Maßnahmen durchgesetzt werden können.

Leider habe ich auch kein Patentrezept für die nötige Überzeugungsarbeit rechtzeitig einen Facharzt aufzusuchen, und oft laufen diese Dinge dann am Rande der Legalität, indem man ein Stadium abwartet, in dem die Widerstandskraft so weit reduziert ist, dass man jemanden einfach „zum Arzt schleppt“. Nicht schön, aber eigentlich der einzige Ausweg, um möglichst früh zu medizinischen Befunden und einer dann auch geeigneten Therapie zu kommen.

Gruß vom Wiz

2 „Gefällt mir“

OT:
Hallo Wiz,

ich wollte an dieser Stelle nur einfach mal sagen, dass ich deine Beiträge - egal zu was - wahnsinnig gerne lese.

Grüsse

1 „Gefällt mir“

WAS TUN?
Vielen Dank für die Antworten, doch leider weiß ich immernoch nicht nicht was zu unternehmen ist.

  1. Wenn die Symptome nicht für eine Demenz sprechen, was könnte es sonst sein?
  2. Sollte man damit zum Arzt falls es die einzigen Beschwerden sind?

Ich möchte meinen Vater nicht zum Arzt überreden - falls es nicht wirklich nötig ist und falls man eh kaum was dagegen machen kann.

Gruß Aroon

Hallo,

wie schon gesagt, es gibt da kein Patentrezept, und es ist einfach schwierig bis unmöglich. Man kann in einer gewissen Phase dann tricksen, oder einfach sanften Zwang anwenden, aber das ist dann natürlich schon grenzwertig.

Lohnend ist der Arztbesuch auf jeden Fall, denn es gibt unterschiedliche Formen von Erkrankungen, die sich auf das Erinnerungsvermögen auswirken. An vielen kann man tatsächlich etwas tun, bei anderen kann man ggf. verzögern, und je früher man sich um die Sache kümmert, um so besser ist es. Und sei es nur, das man Zeit genug hat, eine geeignete Einrichtung für die Unterbringung zu organisieren, und dann nicht von heute auf morgen irgendwann vor dem Problem steht.

Gruß vom Wiz