Demnächst in diesem Theater - die Grünen

Vordergründig sieht es sehr gut aus. Das beste Bundestagswahlergebnis aller Zeiten, das erste Direktmandat, rotgrün wiedergewählt.

Aber tatsächlich? Die Grünen hatten vor der Bundestagswahl 18 Wahlen hintereinander verloren. Die Bundestagswahlen wurden gewonnen, weil es Fischer gab und weil die SPD Leihstimmen propagierte (Schröders Wahlauftritt mit Fischer vor dem Brandenburger Tor war deutlich). Beides wird es bei den nächsten 17 Wahlen (Landtage und Europa) nicht geben. Warum soll sich die Situation also für die anderen Wahlen verbessert haben?

Hinzukommt: ebenso wie die PDS eine Ostpartei ist, sind die Grünen eine Westpartei. Daran wird sich auch nichts ändern. Selbst bei der Bundestagswahl lagen die Grünen überall in Ostdeutschland (ausser Berlin) unter 5%.

Wenn die Trennung von Amt und Mandat nicht aufgehoben wird, haben die Grünen wieder unbekannte Parteivorsitzende, die nicht wissen können, was im Bundestag und in der Fraktion vor sich geht. Jedenfalls nicht aus eigener Hand. Sie können noch so gut sein, Fehler und Irrtümer werden ihnen unterlaufen. Und wenn die Grünen weiter Landtagswahlen verlieren sollten, kann dies auf sie geschoben werden. Diese werden sich natürlich wehren - Unruhe entsteht.

Ob die Trennung aufgehoben werden? Eine deutliche Mehrheit wird sicherlich dafür sein, aber eine 2/3-Mehrheit, die notwendig ist? Das ist möglich, dürfte aber knapp werden. Zumal Ströbele, der neue innerparteiliche Star, dagegen agieren wird. Das sollte man nicht unterschätzen.

Und wenn die FDP sich aus taktischen Gründen der SPD annähern wird und die SPD mit ihr auch häufiger in den Ländern koalieren wird, um diese von der Union zu lösen, wird es Unruhe bei den Grünen geben. Es wird deutlich, dass sie wie die Union nur einen Koalitionspartner haben. Also Union/Grün? Im Saarland erscheint dies möglich. Aber dann wird das Regieren im Bundesrat schwieriger werden (jedenfalls wenn auch gleichzeitig SPD/Grün im Saarland möglich
sein sollte). Das kann nicht im Interesse der Grünen sein. Und ob eine solche Koalition wirklich funktionieren kann, selbst wenn beide Seiten gutwillig sind, ist offen. Denn in beiden Parteien gibt es starke Fraktionen, die die andere Partei nicht gerade riechen können.

Im Bundestag haben die Grünen keine Alternative mehr. Ein Koalitionsbruch und Neuwahlen wäre das Ende von Rotgrün und - zumindest in den ersten beiden Jahren, so hat die Union angekündigt - der Beginn der Kanzlerschaft Stoiber. Das wird kein Grüner verantworten wollen. Daher sind die Grünen weiterhin erpressbar.

Zwar wäre ein Koalitionsbruch und Neuwahlen auch das Ende der SPD-Regierung (davon kann man wohl ausgehen), aber wenn Schröder deutlich macht, dass, wenn eine Abstimmung nicht durchkommt, er hinschmeisst, dann müssen die Grünen zustimmen (auch ohne Vertrauensabstimmung). Sonst kommt Stoiber.

Und die Grünen werden sich wohl auch nicht täuschen: wenn sie wieder in die Opposition sind, werden sie nicht so einfach wie vor der Regierungszeit Partner der verschiedenen NGOs und Bewegungen werden. Dazu sind zu viele dieser Leute von den Grünen enttäuscht worden. Sie werden dann nicht auf den Stand vor 98 zurückfallen sondern tiefer fallen. Daher sind sie erpressbarer als in der letzten Legislaturperiode, denn da gab es eine Alternative für die
Grünen: Koalitionsbruch und Rückkehr zur Opposition. Damit hätten sie für lange Zeit die Macht verloren, da ein zu unsicherer Kantonist, aber sie wären von den Bewegungen mit offenen Armen aufgenommen worden.

Das wird nun nicht mehr sein. Selbst wenn sie die Koalition verlassen sollten.

Fazit: Die Trennung von Amt und Mandat muss aufgehoben werden. Das ist möglich, dürfte aber wohl knapp werden. Ansonsten werden sie handzahmer als in der letzten Legislaturperiode sein, denn sie haben nichts anderes mehr als diese Koalition. Verlieren sie diese, verlieren sie viel.

kleine anmerkungen…

Vordergründig sieht es sehr gut aus. Das beste
Bundestagswahlergebnis aller Zeiten, das erste Direktmandat,
rotgrün wiedergewählt.

Hinzukommt: ebenso wie die PDS eine Ostpartei ist, sind die
Grünen eine Westpartei. Daran wird sich auch nichts ändern.
Selbst bei der Bundestagswahl lagen die Grünen überall in
Ostdeutschland (ausser Berlin) unter 5%.

Tschuldigung, wenn ich mich in deine Argumentation Einmische, aber das Stimmt so nicht.
Lt dem Bundeswahlleiter erreichten die Grünen in 10 Wahlkreisen ausserhalb Berlins im Osten mehr wie 5 %. Ebenso liegt das Gesamtniveau um einiges höher als für die PDS im Westen.

Wenn die Trennung von Amt und Mandat nicht aufgehoben wird,
haben die Grünen wieder unbekannte Parteivorsitzende, die
nicht wissen können, was im Bundestag und in der Fraktion vor
sich geht. Jedenfalls nicht aus eigener Hand.

Wohl wahr… zumindest sollten die Parteivorsitzenden ein Bundestagsmandat behalten dürfen.

… Also Union/Grün?
Im Saarland erscheint dies möglich. Aber dann wird das
Regieren im Bundesrat schwieriger werden (jedenfalls wenn auch
gleichzeitig SPD/Grün im Saarland möglich
sein sollte). Das kann nicht im Interesse der Grünen sein. Und
ob eine solche Koalition wirklich funktionieren kann, selbst
wenn beide Seiten gutwillig sind, ist offen. Denn in beiden
Parteien gibt es starke Fraktionen, die die andere Partei
nicht gerade riechen können.

We will see…
Vor 20 jahren gab es das geblödele zwischen der SPD und den Grünen. Mal sehen wie es in 10 jahren aussieht

Im Bundestag haben die Grünen keine Alternative mehr. Ein
Koalitionsbruch und Neuwahlen wäre das Ende von Rotgrün und -
zumindest in den ersten beiden Jahren, so hat die Union
angekündigt - der Beginn der Kanzlerschaft Stoiber. Das wird
kein Grüner verantworten wollen. Daher sind die Grünen
weiterhin erpressbar.

Umgekehrt wird natürlich ein Schuh draus…

Zwar wäre ein Koalitionsbruch und Neuwahlen auch das Ende der
SPD-Regierung (davon kann man wohl ausgehen), aber wenn
Schröder deutlich macht, dass, wenn eine Abstimmung nicht
durchkommt, er hinschmeisst, dann müssen die Grünen zustimmen
(auch ohne Vertrauensabstimmung). Sonst kommt Stoiber.

Was müsste passieren, das Schröder die „Brocken hinschmeisst?“

Gruß
Mike

Vordergründig sieht es sehr gut aus. Das beste
Bundestagswahlergebnis aller Zeiten, das erste Direktmandat,
rotgrün wiedergewählt.

Hinzukommt: ebenso wie die PDS eine Ostpartei ist, sind die
Grünen eine Westpartei. Daran wird sich auch nichts ändern.
Selbst bei der Bundestagswahl lagen die Grünen überall in
Ostdeutschland (ausser Berlin) unter 5%.

Tschuldigung, wenn ich mich in deine Argumentation Einmische,

LOL - genehmigt. :smile:

aber das Stimmt so nicht.
Lt dem Bundeswahlleiter erreichten die Grünen in 10
Wahlkreisen ausserhalb Berlins im Osten mehr wie 5 %. Ebenso
liegt das Gesamtniveau um einiges höher als für die PDS im
Westen.

Ok, mit „überall“ meinte ich die Landesebene:
Mecklenburg-Vorpommern 3,5%
Brandenburg 4,5%
Sachsen-Anhalt 3,4%
Sachsen 4,6%
Thüringen 4,3%

Natürlich kann es sein, dass es in einzelnen Wahlkreisen anders aussah. Auch habe ich nicht bestritten, dass die Grünen im Osten mehr geholt haben als die PDS im Westen - aber eben weniger als 5% in allen ostdeutschen Bundesländern.

Und bei Landtagswahlen wird es wohl eher weniger geben als bei dieser Bundestagswahl (kein Fischer, keine Zweitstimmenkampagne der SPD).

… Also Union/Grün?

We will see…
Vor 20 jahren gab es das geblödele zwischen der SPD und den
Grünen. Mal sehen wie es in 10 jahren aussieht

Ok, ich versuche hier die Entwicklung bis 2006 zu prognostizieren (und werde damit sicherlich auch falsch liegen. Was in 10 Jahren sein wird, wage selbst ich nicht vorherzusagen).

Im Bundestag haben die Grünen keine Alternative mehr. Ein
Koalitionsbruch und Neuwahlen wäre das Ende von Rotgrün und -
zumindest in den ersten beiden Jahren, so hat die Union
angekündigt - der Beginn der Kanzlerschaft Stoiber. Das wird
kein Grüner verantworten wollen. Daher sind die Grünen
weiterhin erpressbar.

Umgekehrt wird natürlich ein Schuh draus…

Warum?

Zwar wäre ein Koalitionsbruch und Neuwahlen auch das Ende der
SPD-Regierung (davon kann man wohl ausgehen), aber wenn
Schröder deutlich macht, dass, wenn eine Abstimmung nicht
durchkommt, er hinschmeisst, dann müssen die Grünen zustimmen
(auch ohne Vertrauensabstimmung). Sonst kommt Stoiber.

Was müsste passieren, das Schröder die „Brocken hinschmeisst?“

Ist die gute Frage. Nur Schröder kann damit drohen. Wenn Schröder droht, werden die Grünen dann das Spiel bis zum Ende spielen?

Natürlich wird Schröder nicht wöchentlich drohen können, sondern nur ein- oder zweimal in der Legislaturperiode. Aber um diese Momente geht es ja.

ich finde eure ausführen gar nicht mal so schlecht, aber, und das treibt mich viel mehr um, wo bleibt deutschland und die grossen Themen die uns allen auf den nägeln brennen ? es geht doch nicht nur um stoiber oder schröder.
ökosteuer - das ist eine zwangsabgebenlüge !
als da sind Subventionen - das ist opium. ein freund von mir sagt mal sinngemäß: weist du einen tanker zeichne ich dir in ner halben stunde. aber wie wir an die subventionen kommen - da diskutieren wir wochen und monate drüber. Ende des zitats.
der selbstbedienungsladen gesundheitswesen.
die rentenreform - war da was, ich meine mehr als der riesterbeschiß ?
wenn ich es genau betrachte hat in den letzten jahren keine regierung etwas positives geschafft - es sei denn steuererhöhungen und mehrbelastungen für den bürger mehr oder weniger verklausuliert in dei weltgesetzt.
jetzt kommt auch noch die autobahnmaut für LKW dann für pkw, möcht ich meinen hut drauf verwetten, und dann für radfahrer ?
wer soll das denn alles bezahlen ?
von meinem brutte bekomme ich 48 % ausgezahlt, abzüglich 16% MWST
abzüglich der sonstigen noch fälligen steuern und abgaben
wofür arbeite ich eigentlich ?
und dann ist plötzlich geld für mobeilcom da aber nicht für schulen und kindergärten.
das stinkt doch !
das ist sicher etwas viel auf einmal, aber mir stinkts, wenn ich wüßte wo hin, ich würd auswandern.
hier kann kman ja nicht mal mehr einen fröhlichen furz lassen.

rewe

hier kann kman ja nicht mal mehr einen fröhlichen furz lassen.

Dann würde ich jedenfalls nicht nach Florida auswandern. Dort ist es gesetzlich verboten, zumindest an einem Donnerstag nach 18 Uhr zu furzen.

Ansonsten: Probleme gibt es immer. Die von Dir aufgezählten sind zumindest lösbar und nicht besonders Besorgnis erregend.

Hi

Ich fass das mal zusammen, also mein Komments zu allen Postings.

  1. Die Grünen haben gewonnen, und zwar lt Wahlbewegungsanalyse über die von der SPD abgezogenen Zweitstimmen hinaus. Die Grünen scheinen immer mehr in das linksliberale Wählerpotenzial einzubrechen, das sich bei der FDP zunehmend Heimatlos fühlte.

  2. Mit ihrer Erstmaligen Konzentration auf wenige Spitzenleute haben die Grünen einen für sie neuen Weg beschritten… Er hat sich ausgezahlt.
    man wird sehen müssen, wie sich die neue Strategie „Politik durch Köpfe vermitteln“ in den Landtagswahlen bewähren wird. Insbesondere weil Landtagswahlen auch eigene Gesetze haben.

  3. Die PDS wird in ihrer gegenwärtigen Struktur untergehen.
    Spezielle Ost-themen werden immer weiter verschwinden, der Wählerteich LINKS wird auch von der SPD und den GRÜNEN abgefischt, und durch die Regierungsbeteiligungen erreichen sie auch die Protestwähler nicht mehr.
    Die CSU kann sich ja nur deshalb als Regionalpartei halten, weil ihr die CDU nicht Reinpfuscht… Die CSU hat in Bayern keine Konkurrenz! Die PDS sehr wohl im Osten.

  4. das Problem der FDP liegt darin, dass sie in ihrer Gegenwärtigen Ausrichtung nicht mit der SPD auf Bundesebene Koalieren kann. Sie wird das umstellen müssen. Des weiteren wurde sie für den populistischen Möllemann-Kurs abgestraft.

  5. Ob der CDU-CSU eine Zerreisprobe bevorsteht, wird sehr vom Vehalten Stoibers abhängen. Keiner weis, wie die Internen Absprachen vor der Wahl waren. Immerhin hat sich Stoiber in der Frage des Fraktionsvorsitzenden auf die Seite von Merkel gestellt. Stoiber wird natürlich jetzt wieder etwas nach „rechts“ rutschen und damit auch diese Unionsklientel bedienen. Aber ob es nun zu einem Richtungsstreit kommt…

  6. Die Koalition wird sich zusammenreissen müssen und vor allem die längst Überfälligen reformen durchziehen, wenn sie nicht 2006 die Wahlen mit Pauken und Trompeten verlieren will. beide sind dabei aufeinander Angewiesen, und so Peinlichkeiten wie mit der Altautoverordnung dürfen nicht mehr passieren. Auch die Grünen können mit einer Kündigung drohen, wenn es ans Eingemachte geht…
    Wie es dann mit den Grünen weitergeht… wer weiss. Sie wurden ja schon oft totgesagt, aber bis jetzt haben sie sich immer derrappelt. Aber in diesem Falle ist die SPD auf absehbare Zeit von der Macht weg.

  7. Was Reformen angeht, dürften die Grünen die treibendere Kraft sein. Denn die Grünen haben in der letzten Legislaturperiode ihre wichtigen Punkte durchgebracht: Atomausstieg z.B.
    Die Grüne Klientel ist also einigermaßen ruhiggestellt und in den anstehenden Reformen des Arbeitsmarktes hat die SPD die Gewerkschaften wie einen Klotz am Bein.

Gruß
Mike

Hi

Ich fass das mal zusammen, also mein Komments zu allen
Postings.

  1. Die Grünen haben gewonnen, und zwar lt Wahlbewegungsanalyse
    über die von der SPD abgezogenen Zweitstimmen hinaus. Die
    Grünen scheinen immer mehr in das linksliberale
    Wählerpotenzial einzubrechen, das sich bei der FDP zunehmend
    Heimatlos fühlte.

Falsch.
„DER SPIEGEL WAHL 2002 S. 42“ Wählerwanderung von SPD zu den Grünen: 500.000
zusätzliche Wähler der Grünen: 490.000

Ergo: ohne die Wählerwanderung von SPD zu den Grünen hätten die Grünen sogar leicht verloren.

Von der FDP haben die Grünen nur 50.000 Stimmen bekommen. Kaum der Rede wert.

  1. Mit ihrer Erstmaligen Konzentration auf wenige Spitzenleute
    haben die Grünen einen für sie neuen Weg beschritten… Er hat
    sich ausgezahlt.
    man wird sehen müssen, wie sich die neue Strategie „Politik
    durch Köpfe vermitteln“ in den Landtagswahlen bewähren wird.
    Insbesondere weil Landtagswahlen auch eigene Gesetze haben.

Richtig. Und insbesondere da sie bei Landtagswahlen nicht so prominente Köpfe haben. Egal was man von Fischer hält: er ist eine Ausnahmeerscheinung in der deutschen Politik. Den haben auch die Grünen kein zweites Mal.

  1. Die PDS wird in ihrer gegenwärtigen Struktur untergehen.
    Spezielle Ost-themen werden immer weiter verschwinden, der
    Wählerteich LINKS wird auch von der SPD und den GRÜNEN
    abgefischt, und durch die Regierungsbeteiligungen erreichen
    sie auch die Protestwähler nicht mehr.
    Die CSU kann sich ja nur deshalb als Regionalpartei halten,
    weil ihr die CDU nicht Reinpfuscht… Die CSU hat in Bayern
    keine Konkurrenz! Die PDS sehr wohl im Osten.

Da stimme ich Dir zu.
Nur konnte ich in meiner Analyse, wie die PDS sich am besten verhalten sollte, kaum schreiben, dass sie eh untergehen wird. Das kann ja nicht die Strategie der PDS sein.

  1. das Problem der FDP liegt darin, dass sie in ihrer
    Gegenwärtigen Ausrichtung nicht mit der SPD auf Bundesebene
    Koalieren kann. Sie wird das umstellen müssen. Des weiteren
    wurde sie für den populistischen Möllemann-Kurs abgestraft.

Richtig.
Und sie wird sich meiner Meinung nach umstellen. Aus Eigeninteresse, um an die Macht zu kommen. Das ist was die FDP vor allem interessiert.

  1. Ob der CDU-CSU eine Zerreisprobe bevorsteht, wird sehr vom
    Vehalten Stoibers abhängen. Keiner weis, wie die Internen
    Absprachen vor der Wahl waren. Immerhin hat sich Stoiber in
    der Frage des Fraktionsvorsitzenden auf die Seite von Merkel
    gestellt. Stoiber wird natürlich jetzt wieder etwas nach
    „rechts“ rutschen und damit auch diese Unionsklientel
    bedienen. Aber ob es nun zu einem Richtungsstreit kommt…

Natürlich ist offen. Keiner in der Union will den Richtungsstreit. Aber heute gibt es schon die ersten Anzeichen.
Merz: „Man hat sich der SPD zu sehr angenähert.“
Arentz: „Schwarzgrün wird Option werden müssen.“
Ersteres heisst ja wohl, die Union muss wieder konservativer, letzteres, sie muss linker werden.
Nun ist Merz nicht mehr und Arentz (noch?) nicht eine wichtige Person bei der Union.

Aber dies könnte auch erst der Anfang der Diskussion sein.

  1. Die Koalition wird sich zusammenreissen müssen und vor
    allem die längst Überfälligen reformen durchziehen, wenn sie
    nicht 2006 die Wahlen mit Pauken und Trompeten verlieren will.
    beide sind dabei aufeinander Angewiesen, und so Peinlichkeiten
    wie mit der Altautoverordnung dürfen nicht mehr passieren.

Na ja, so was ist peinlich, aber egal. Nicht wahlentscheidend.

Auch die Grünen können mit einer Kündigung drohen, wenn es ans
Eingemachte geht…
Wie es dann mit den Grünen weitergeht… wer weiss. Sie wurden
ja schon oft totgesagt, aber bis jetzt haben sie sich immer
derrappelt. Aber in diesem Falle ist die SPD auf absehbare
Zeit von der Macht weg.

Beides stimmt. Und ich glaube auch nicht, dass die Grünen bei einem Koalitionsausstieg weg vom Fenster wären. Aber sie wären in einer schlechteren Position als 1997, wo sie im Bundestag Opposition und ausserhalb des Bundestages Teil einer ausserparlamentarischen Bewegung waren. Da gibt es mittlerweile zu viele, die die Grünen nicht mehr riechen können.

  1. Was Reformen angeht, dürften die Grünen die treibendere
    Kraft sein. Denn die Grünen haben in der letzten
    Legislaturperiode ihre wichtigen Punkte durchgebracht:
    Atomausstieg z.B.

Genau das ist der Punkt. Ich kenne kaum einen, der in der Umweltbewegung ist, und der Ansicht ist, dass die Grünen den Atomausstieg durchgebracht haben. Genau hier wird den Grünen schlimmstes Versagen vorgeworfen.

Die Grüne Klientel ist also einigermaßen ruhiggestellt und in
den anstehenden Reformen des Arbeitsmarktes hat die SPD die
Gewerkschaften wie einen Klotz am Bein.

Da stimme ich Dir zu. Die grüne Klientel erwartet praktisch nichts mehr von den Grünen und ist daher ruhiggestellt.

Ansonsten: Probleme gibt es immer. Die von Dir aufgezählten
sind zumindest lösbar und nicht besonders Besorgnis erregend.

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mit der meinung stehst du sicher alleine (fast) da!
wenn ein problem, sagen wir mal arbeistlosigkeit, innerhalb von 3 legislaturperioden nicht mal im ansatz gelöst wird - ich denke da haben wir dann schon ein ernstes problem.
das gleiche gilt für die anderen probleme auch.
danach hätten wir geld im überfluß.

rewe

Ansonsten: Probleme gibt es immer. Die von Dir aufgezählten
sind zumindest lösbar und nicht besonders Besorgnis erregend.

mit der meinung stehst du sicher alleine (fast) da!

Glaube ich nicht.

Ich sage ja nicht, dass dies, was Du aufzählst keine Probleme sind. Aber nicht in dem Ausmass, wie Du Dich aufregst (auswandern etc.). Ich denke, da haben Länder wie Israel, Rumänien, Marokko, Argentinien, Nordkorea, um mal verschiedene zu nennen, ernsthaftere Probleme.

Die Probleme, die wir haben, sind alle lösbar. Dabei bleibe ich.

das ist sicher etwas viel auf einmal, aber mir stinkts, wenn
ich wüßte wo hin, ich würd auswandern.

hier kann kman ja nicht mal mehr einen fröhlichen furz lassen.

rewe