Hallo,
ich hoffe ich kann hier Ratschläge bekommen. Ich lebe seit letzem Jahr Sept. getrennt von meiner Frau. Nun hat sich seit dem bei mir eine Situation entwickelt, in der ich immer weniger Lust habe etwas zu tun.
Wenn ich z.b. am Wochenende zuhause bin, nehme ich mir immer etwas vor was ich erledigen will. auto rep. Wäsche waschen; Wohnung aufräumen; Schreibkram erledigen etc. nun ergibt sich seit langer Zeit immer wieder die Situation, das ich gar nichts tue, sondern häufig Tv sehe etc. auf deutsch einfach so in den Tag hinein lebe. Dann ist das Wochenende rum und ich habe gar nichts getan. Auch macht sich schon an meinem Arbeitsplatz diese Lustlosigkeit sehr stark bemerkbar, so das ich große Probleme habe meine Aufgaben zügig zu erledigen. Dieses Phänomen macht sich jetzt in immer mehr Bereichen breit und ich weiß nicht mehr weiter was los ist mit mir!!! Ich weiß genau das ich was tun muß aber ich tue es nicht, es hindert mich auch keiner daran!!! Auch gehe ich seit einigen Monaten immer sehr spät ins Bett teilweise 01:00 …3:00 nachts, obwohl ich am nächsten Tag arbeiten muß.
Sonst bin ich immer um 22…23 schlafen gegangen.
Ich bin deshalb sehr beunruhigt, da ich so etwas nicht kenne von mir. Rennt mein Unterbewusstsein vor etwas weg? Hat es mit einer Art von Trauerphase zu tun? Ich habe mich auch total zurückgezogen und bin sehr häufig allein Zuhause.
Wer kann mir weiterhelfen ??
Danke das Ihr da seit…
Gruß Spezi
Hi Spezi und Freunde,
beim Lesen Deiner Mail erinnerte ich mich an viele Dinge, wie es mir nach der Trennung ging. Ich hatte damals das grosse Glück, meine zwei Kinder um mich zu und die Liebe einer guten Freundin zu haben und die „Bearbeitung“ meiner Situation von meiner Therapeutin liebevoll begleitet zu wissen. Sie sagte mir damals im Rahmen unseres wöchentlichen Gespräches, dass es völlig normal sei, nach einem solchen Schicksalsschlag in eine (z. Tl. tiefe) Depression oder depressive Phase zu geraten - ich vermute, dass das eine Art oder Folge oder Ausdruck von Trauer ist. Ich glaube ferner, dass das grundsätzlich in Ordnung ist, sofern es nicht das ganze Leben lähmt. Ich vermute, dass auch ich (häufig) in Gefahr war, „Deine“ Erfahrungen zu machen. Da Kinder und/oder Freundin nicht „auf Rezept“ zu haben sind, versuche es ggf. mit therapeutischer Hilfe. Du wirst sehen, wie gut es tut, das eigenen Leben, die eigene Situation in liebevoller und fürsorglicher Umgebung zu besprechen und ggf. auch Mal aus anderer Perspektive zu betrachten. Viel Glück!
Hallo Spezi,
So etwas wie du es schilderst kenne ich sehr gut.
Ein ganz laienhafter Rat von mir, den du versuchen solltest, auch, wenn es dir im Moment so scheint, als ob du es nicht könntest:
Tu ein einziges Ding an einem Wochenende. Warte auf einen Impuls, auch wenn er noch so klitzeklein ist, und dann fang an. Überliste dich selber, versprich dir eine Belohnung, setze alle Hebel in Bewegung. Wasche z.B. 3 Paar Socken - nicht die gesamte Wäsche.
Bearbeite 1 Stück Schreibkram oder ziehe eine einzige Schraube am Auto fest.
Das Erfolgserlebnis ist phänomenal und wenn du Glück hast, schaffst du nachher noch mal 3 Paar Socken, noch 1 Stück Schreibkram oder den Auspuff oder was auch immer am Auto.
Was das Schlafengehen anbelangt: Mach dich um 9 Uhr „bettfertig“. Bereite dir einen beruhigenden Tee zu. Dämpfe das Licht, trink im Bett den Tee, mach vielleicht ruhige, leise Musik an - vielleicht schläfst du ja um 10 oder 11 ein. Wenn nicht, kannst du immer noch aufstehen und wieder erst um 3 Uhr früh zu Bett gehen. Gelingt es aber doch, dann gibt dir das ausgeschlafenen Gefühl am Morgen so einen Auftrieb, du bist so stolz auf dich, dass zumindest ein Teil des Tages wie geschmiert läuft.
Es gibt keine Garantie, dass es auf Anhieb gelingt, aber es ist besser, es zu versuchen als überhaupt nichts zu tun.
Bemühe dich, dass dir irgendetwas gelingt und schöpfe aus diesem Glücksgefühl die weitere Kraft für das nächste.
Alles Gute
Irene
Hallo Spezi.
Such dir ein Hobby, geh in den Chor, in den Sportverein, zum Schach oder sonstwas. Da triffst du Leute, die mit dir zusammensein wollen, die du magst und mit denen du Spaß haben kannst. ES ergeben sich neue Kontakte und neue Lebensfreude. Igel dich nicht ein, komm bewusst raus aus dem Loch… Du kannst das!
Gib dir’n Schubs.
Gruß
T
Noch ein Ansatz
Hi Spezi,
beim Lesen des Beitrages von Tutulla fiel mir noch ein Aspekt ein, den ich bisher nicht erwähnte: sofern Du Verwandtschaft, Freunde oder Arbeitskolleg/innen in Deiner Umgebung hast, besuche die und lade die zu Dir ein (dann musst Du was machen!), unternimm´ etwas mit denen und bitte ggf., dass man Dich abholt (z. B. weil Du ansonsten den Termin verpennst). Binde Dein Umfeld in die Suche nach neuen Hobbies ein und Du wirst erleben, wie man sich um Dich bemüht.
Häufig regeln in Beziehungen die Frauen private „Verpflichtungen“, so dass Du u. U. gezwungen bist, soziale Kontakte ganz neu aufzubauen. Den Kontakt zu Frauen findest Du einfacher, wenn Du Dich „sanft retten“ lässt (bitte sie um Tipps zum Kochen, Backen, Waschen, Saubermachen usw., im Gegenzug gibst Du Tipps und bietest Hilfe rund ums Auto und irgendwann lädst Du ein zum „ersten selbstgebackenen Kuchen“). Du schaffst das!
Hallo, Spezi,
auch von mir ein Ratschlag, wnn auch ganz laienhaft und nur auf Lebenserfahrung beruhend.
Nach einer solchen Erfahrung ist es ganz normal, dass der bisherige tägliche Rhythmus, der mehr oder weniger mit dem bisherigen Partner abgstimmt oder von ihm beeinflusst war, erst einmal durcheinander gerät bzw. verloren geht.
Da ist es wichtig, eine neue, eigene Struktur in den Tag zu bringen. Man muß sich dazu zwingen, eine eigene Routine zu entwickeln, die den Tag strukturiert. Das beginnt damit, dass man sich den Wecker stellt und aufsteht, wenn der klingelt. Dass man dem Tag dadurch ein Gesicht gibt, dass man Dinge in eine Routine einbindet (Aufstehen, waschen, Frühstück vorbereiten, frühstücken, das Geschirr abwaschen und die Küche aufräumen). Immer wieder Pausen für „Schönes“ einbauen, aber auch immer wieder den „Wecker stellen“ für die nächste Serie von „Muss-Tätigkeiten“.
Wenn man das über eine Weile fortführt, wird diese Lebensweise zur Routine und ich behaupte, dass dies auch der Überwindung des „leeren Gefühls“ dient.
Grüße
Eckard
Danke an alle für die guten Tips
Hallo,
ich bin sehr positiv überrascht über die zahlreichen Antworten.
Ich bin dabei diese umzusetzen und habe erste Erfolge erzielt.
Seit dem ich früher schlafen gehe komme ich besser klar im Leben, bin ausgeglichener. Die andere Sache daran arbeite ich aktiv weiter mit der Motivation…
Also großen Dank das Ihr da seit…
Gruß spezi