Hallo!
Ich bin gerade dabei im Haushalt Strom zu sparen und da mein Freund und ich 2 Computer haben und die beiden auch den ganzen Tag an sind …
Frage: warum?
- Warum müssen die Rechner den ganzen Tag an sein? (Filesharing?)
- Warum müssen es beide Rechner sein? Kann man die „Daueraufgaben“ nicht auf einem Rechner zusammenlegen?
habe ich mir die Frage gestellt wie ich wohl energie sparen kann oder sogar sie an solar energie anschliessen kann oder photovolteik…
Solarenergie kannst du wohl eher vergessen.
„Den ganzen Tag“ bedeutet ja auch abends und wahrscheinlich auch Nachts, oder? Dann brauchst du also nicht nur Solarstrom, sondern viel Solarstrom und eine Speichermöglichkeit für die dunklen Stunden. Und im Winter gibt es sehr wenig Sonne.
Sinnvoller (und günstiger in der Investition) ist: sparen.
Die Frage ist eigentlich auch … wieviel verbraucht eigentlich so ein Computer?
Das hängt von der Art des Rechner und dem Betriebszustand ab.
Ein paar (wirklich von mir gemessene!) Zahlen:
Meine Arbeitsmaschine (alter Pentium IV): ~90 W im Leerlauf (sprich: Office, Internet etc.), ~130 W bei Vollast (Videoberechnungen oder Spiele).
Meine Arbeitsmaschine in der Firma (moderner C2D): ~65 W Leerlauf/90 W Last
Mein Daten-Server: (Celeron 2400, aber mit neun Festplatten): 150 W Leerlauf/180 W Last - der wird gerade ob des Stromverbrauches entsorgt.
Mein Webserver: 17 W im Normalbetrieb.
Das letzte ist kein Tippfehler, ich meine wirklich 17 (siebzehn!!) Watt.
Ich hab mir nämlich vor einiger Zeit die gleichen Gedanke gemacht wie du. Und hab mir mit Teilen aus der Schrottkiste und ein paar Sachen von eBay einen Rechner für alle Aufgaben, die rund um die Hut laufen müssen, und der deshalb so wenig Strom wie möglich verbrauchen soll, zusammengestellt.
Konkret war es ein olles Aopen-Board mit einem Celeron 800, 512 MB RAM und OnBoard-Graphik. Aufgepeppt mit einem Via C3 (Stromspar-CPU), underclocked von 1 GHz auf 800 MHz - dadurch brauch ich ein keinen CPU-Lüfter mehr - und für die Datenmassen einen SATA-Controller mit einer 500 GB-Notebook-Platte.
Dazu ein sehr kleines Netzteil (70 W), und alles offen in einem Schrank im Keller - keinen einzigen Lüfter mehr. All überflüssigen Komponenten (Sound etc.) abgeschaltet. Keine Maus, keine Tastatur, kein Monitor, kein CD-ROM. Bedienung komplett über einer Fernsteuersoftware übers Netzwerk.
Die Rechnerleistung dieser Kiste kann man heute nur noch als jämmerlich bezeichnen. Aber: Für seine Aufgaben braucht der auch gar keine nennenswerte Rechnenleistung. Auf dieser Maschine laufen ein Torrent- und ein DC+±Client, ein FTP-Server, verschiedene Download-Manager, ein eBay-Sniper, die Fernbedienung, ein TrafficShaper und eine Filter-Software. Und Datenserver für meine anderen Rechner ist er natürlich auch noch. CPU-Last unter 10%, also noch viel Luft. Demnächst bekommt er noch eine digitale SAT-Karte und soll dann aufnehmen.
Diese Zusammenstellung (schwacher Stromspar-Rechner für rund um die Uhr-Betrieb und starker Arbeitsrechner nur für Abends) spart mir fast 100 Euro im Jahr gegenüber vorher, als die stromfressende Arbeitsmaschine rund um die Uhr lief. Und die Komponenten für den Server haben mich alles zusammen etwa 100 Euro gekostet (wie gesagt, ebay und Schrottkiste).
Das wäre mein Rat an euch:
Überlegt euch, wofür ihr einen Rechner braucht, der rund um die Uhr läuft. Was er können/leisten muss. Und dann stellt euch einen Energiesparrechner gerade ausreichend für diese Aufgaben (okay, ein bischen Reserve ist nie verkehrt) zusammen. In 90% aller Fälle sollte ein echt alter Knochen mehr als schnell genug sein, den man mit ein paar Handgriffen nochmal derbe im Energieverbrauch drücken kann.
Und dann lasst eure großen Rechner tagsüber einfach aus.
lg, mabuse