Hallo,
ich brauche dringendst Informationen über den Geldwert im 3. Jahrhundert nach Christus!
Es geht darum, daß jemand 4 Obolen am Tag erhält (eine ‚Rente‘ aus einem Bücherverkauf). Konnte der davon leben? Man kann zumindest annehmen, daß er umsonst wohnen konnte…
Genial wäre es, wenn hier jemand wüßte, wieviel Obolen einer Sesterz entsprochen. Noch besser, wenn ich wüßte, wie das Verhältnis zu einem Denar war…
Und Jubelsprünge würde ich machen, wenn jemand irgendeine Quelle (primär oder sekundär) hätte…
such´ mal über google: Diokletian Maximaltarif bzw.
Höchstpreisedikt.
Daran hatte ich zuerst auch gedacht, aber Taju braucht Angaben fürs 3. Jahrhundert. Diocletian ließ bereits 294 die Sesterzenprägung einstellen, den Denar wandelte er in eine reine Rechnungseinheit um. Der Maximaltarif stammt aus dem Jahr 301, also 4. Jahrhundert.
such´ mal über google: Diokletian Maximaltarif bzw.
Höchstpreisedikt.
Daran hatte ich zuerst auch gedacht, aber Taju braucht Angaben
fürs 3. Jahrhundert. Diocletian ließ bereits 294 die
Sesterzenprägung einstellen, den Denar wandelte er in eine
reine Rechnungseinheit um. Der Maximaltarif stammt aus dem
Jahr 301, also 4. Jahrhundert.
Genau da liegt ja auch mein Problem. Darüber hinaus geht es noch um Origenes (gest. um 242) und diese 4 Obolen erhielt er so ziemlich Anfang des 3. Jahrhunderts.
Ich hoffe weiter, daß hier jemand helfen kann,
Grüße,
Taju
Das Verhältnis von Obolen (griechisch) zu Sesterzen (römisch) entsprach etwa 6:25, also ca. 1:4. Basis der Berechnung ist die Gleichstellung von Silberdrachme zu Denar.
Quelle für diese Annahme ist eine Site der Uni Regensburg:
Die Quelle ist Theodor Mommsen. Römische Kaisergeschichte. Nach den Vorlesungsmitschriften von Paul und Sebastian Hensel.
Im 3. Jahrhundert nahm die Münzverschlechterung enorme Ausmaße an. Mommsen hat dazu ausgeführt, daß es unter Septimius Severus die Silbermünze kaum noch gab: Der „Silberdenar“ hatte 10 - 20% Silbergehalt, sah vielleicht neu noch aus wie Silber. Die Denare wurden weniger wert als die Kupfermünzen, da sie kleiner waren und damit minderwertiger als die größeren Kupfermünzen, so daß es einen Agio auf Kupfermünzen gab. Die Kupfermünzen blieben dagegen bis in die Regierungszeit von Elagabal relativ hochwertig.
Daraus kann sich erklären, daß Origenes 4 Oboli erhielt, denn dabei handelte es sich um eine aus dem griechisch-kleinasiatischen Raum kommende Kupfermünze. Im klassischen Griechenland waren 6 Oboli gleich einer Drachme, nur in Korinth gleich 4 Drachmen. Die Drachme entspricht dem Denar, obwohl die Staatskassen sie zu einem ungünstigem Kurs gegen den Denar wechselten, und wurde im Osten auch zur Römerzeit geschlagen, v.a. die Drachme des ehemaligen Attalidenreiches, die Tetradrachme von Antiocheia und die Drachme von Caesarea. Auch die lokale Kupfermünzprägung blieb im Osten des Römisches Reiches laut Mommsen bestehen und war, wie bereits gesagt, bis Elagabal relativ hochwertig. Ab dem 3. Jahrhundert geriet in das gesamte Münzsystem jedoch eine heillose Verwirrung, die Goldmünze verschwindet praktisch und Kupfermünzen kommen auch im Großhandel zum Einsatz. Aus der Verwendung von Kupfer im Großhandel stammt die Bezeichnung „follis“ (Sack), weil Kupfermünzen zur leichteren Verrechnung in Säcke zu je 1000 Denaren gefüllt wurden (!). Für den relativ hohen Wert der Kupfermünzen spricht, daß sich in den Münzschätzen des 3. Jahrhunderts Kupfermünzen in der Mehrheit befinden. Allerdings verschwanden auch die lokalen Kupferprägungen in der 2. Hälfte des 3. Jahrhunderts.
Was den Sesterz anbelangt, so war er zur Kaiserzeit die unter Aufsicht des Senats geprägte Reichsscheidemünze aus Messing. 4 Sesterzen entsprachen 1 Denar.