'Denken' bei Arbeit-wie trainieren?

Hallo,

da an den Arbeitsplätzen immer mehr „selbständiges Denken“
gefordert wird wollte ich mal fragen wie man das nennt
und ob man das trainieren kann.

Beispiel: Tätigkeit in Rechtskanzlei mit komplexer Tätigkeit
(auch Buchhaltung, Sachbearbeitung etc.)

Aufgabe an den Mitarbeiter der „ungelernt“ ist:
Mittels oberflächlichster Einarbeitung sich die komplexen Arbeitsabläufe selbst „herleiten“, das Wissen praktisch selbst beschaffen etc.
In geringen Fällen kann man mit „Mustern“ arbeiten wo die Tätigkeiten standardisiert sind. Aber in den meisten Fällen sind komplexe Schritte notwendig um zum Ergebnis zu gelangen.

Ich dachte zunächst an „logisches Denken“ und „konsequentes Denken“,
glaube aber daß diese Begriffe nicht ausreichend sind.
Was ist außerdem mit „um die Ecke denken“ etc.?

Gibt es da noch andere Denkmodelle? Und wo kann man diese trainieren?
Hat vielleicht noch jemand andere Beispiele aus der Arbeitswelt?

Liebe Grüße,

Ralf

Hallo,

wir haben mal mit „Querdenken“ trainiert. Hat interessante Anstösse gegeben. Z.B. Was muss man tun, um nicht zum Ziel zu kommen oder um besonders umständlich zum Ziel zu kommen. Wenn man das so versucht, kommt man oft leichter an eine wirklich zielführende Lösung als man denkt.

Geht das in die richtige Richtung? Du kannst den Begriff auch googlen…

VG
Monroe

Hallo,

mir fällt da folgender Spruch ein (nur sinngemäss):
„Wenn du jemanden lehren willst, ein Schiff zu bauen, dann begeistere ihn für das Meer“

Übersetzt in die normale Arbeitswelt bedeutet das etwa:
„Ermögliche eine grösstmögliche Identifikation mit dem Arbeitsbereich“
Abgesehen von der richtigen Personenwahl erreicht man dies durch die Ausgewogenheit zwischen Verantwortung und Befugnissen, durch Anreizsysteme (nicht unbedingt finanzieller Natur) und durch Toleranz, sofern es den betrieblichen Ablauf nicht beeinträchtigt.

Auf dieser Grundlage wird sich deine eigentliche Frage erübrigen.

Gruss,
TR

Das was Du da schreibst, fällt für mich einfach in den Bereich Motivation. Die Frage habe ich aber ganz anders verstanden. Das von mir erwähnte „Querdenken“ z.B. hat nicht viel mit Motivation zu tun.

Aber vielleicht klärt der Fragesteller das einfach mal auf…

VG
Monroe

Beispiel?

da an den Arbeitsplätzen immer mehr „selbständiges Denken“ gefordert wird wollte ich mal fragen wie man das nennt und ob man das trainieren kann.

Ich gebe mal ein Beispiel, wie man leicht testen kann, wie es bei Personen um „selbständiges Denken“ bestellt ist:

Chef zum neuen Angestellten:
„Ich brauche Informationen über eine Buchhaltungssoftware. Geh’ mal ins Internet, recherchieren.“

Kommt der Angestellte jetzt nach einer halben Stunde mit folgendem Ergebnis zurück:
http://www.google.de/search?q=Buchhaltungssoftware

  • dann weiß der Chef gleich „Ogott!“

Fragt der Angestellte mal kurz „Wofür? Für Sie, für den Fachbereich, für alle Mitarbeiter?“ und bohrt nach kurzer Recherche weiter in „Sie kriegen was ab €20, aber was Gutes kostet Sie mindestens €5000“ und geht vor Abgabe des Ergebnisses noch in die Richtung: „OpenSource, Standardsoftware, Customization?“ - dann sieht es wohl besser aus.

Werden Aufgaben nach „X war beschrieben, X bekommste“ gemacht ist das unselbständig. Denkt der Arbeitnehmer noch darüber nach, was das Ganze direkt/indirekt/in letzter Konsequenz benötigt und welche Motivation der Auftragsteller bei der Frage hat/welche Ziele er verfolgt, ist das selbständig gedacht.

Trainieren kann man das, indem man nicht vor jeder Aufgabe die Sesamstraßen-Fragen stellt: Wer, wie, was - wieso, weshalb, warum?
Die nächste Zeile möchte ich nicht wiederholen, aber genau darum geht es: Potential entfalten.

Gruss,
Michael

Typo!
Trainieren kann man das, indem man nicht sich vor jeder Aufgabe die Sesamstraßen-Fragen stellt: Wer, wie, was - wieso, weshalb, warum?

Hallo,

das „Querdenken“ finde ich jedenfalls schon sehr interessant
da es viel mit „kreativem Denken“ zu tun hat.

Nur weiß ich nicht ob das jemandem hilft der in einem Steuerbüro mit vielen standardisierten Tätigkeiten zu tun hat die er auch im Griff
hat, allerdings versagt wenn mal etwas „außer der Reihe“ kommt.

Sprich: Viele Kunden haben „standardisierte Anforderungen“ an ihre Steuererklärung die mit Datev und standardisierten Sätzen erfäßt werden können. Der Ablauf des Tages ist daher meist „alltäglich“. Dann kommt aber „eines Tages“ ein Kunde mit speziellen steuerlichen Erfordernissen wo man erstmal recherchieren muß, evt. Muster aus der Vergangenheit mit heranziehen kann (die aber oft nicht vorhanden sind).
Sprich:Ein komplizierterer Fall als die sonstigen. Der Mitarbeiter hat solche Fälle vorher noch nicht bearbeitet und weiß auch nicht wo er die „Muster“ findet. Wenn er fragt bekommt er zur Antwort:
„Dann müssen sie sich die Antworten eben von dem was sie wissen herleiten.“
Das Denken das in solchen Fällen erforderlich ist würde mich interessieren.

Liebe Grüße,

Ralf