Denken in Formeln

Hallo

Studiere schon eine weile daran herum. Vielleicht hat ja jemand schon ähnlich gedacht, etwas erlebt oder …

Ich habe das Gefühl manche Menschen denken in mathematischen Formeln. Dazu zählen aber nicht unbedingt Mathematiker…

Folgendes Beispiel:

Es wird diskutiert über die Vorstellung der Unendlichkeit des Universums.

Person A sagt: Ich kann mir nicht vorstellen was Unendlichkeit ist. Wenn man an eine Wand kommt, kann man die ja immer irgendwie durchbrechen.

Person B: Schau, das Universum expandiert sich praktisch mit Lichtgeschwindigkeit. Und man kann sich nicht schneller als Lichtgeschwindigkeit bewegen. Also kann man gar nicht an dessen Rand kommen.

Person A: Wenn man sich aber vorstellen würde, dass die Zeit angehalten würde - oder etwas ähnliches. Was wäre denn dahinter, oder wenn man noch weiter schaut, noch mehr dahinter…

Person B: Das kann man sich nicht so vorstellen.

Person A: Aber wenn…

Person B: —

[…und Person B findet Person A stur, da A das einfach nicht begreift… und nicht versteht. B kann „das richtige“ aber auch nicht erklären.]

[Person A findet Person B stur]

Ich bin einige wenige mal schon in der Person B gewesen - in Form einer Erklärnot, als ich einfach fand, dass der andere es einfach nicht kapierte. Es waren aber keine philospischen Fragen.

Aber meistens erlebe ich das anders, dass ich A bin, und B einfach enorm stur finde… eine Person die keine Fantasie hat - oder ich weiss nicht was das ist. Ich habe es „Denken in mathematischen Formeln“ getauft… ??

…mir geht es aber nicht um die „Eklärungsnot“.

Sondern um „das Denken in Formeln“, wenn es um philosophische? Fragen geht - Oder um es noch weiter zu treiben - um Personen welche nicht philosopisch oder fantastisch denken können.

Kennt jemand das auch? Dieses Denken von der Person B??? Evt. auch mit Beispielen?

Hi

Ich habe das Gefühl manche Menschen denken in mathematischen Formeln.

Es ist völlig unklar, was du damit meinst …

Außerdem ist in deinem Beispiel ist von mathematischen Formeln nichts zu sehen. Und wenn zweie sich gegenseitig physikalisch Unsinniges sagen (wie in deinem Beispiel), dann ist doch klar, daß dabei schlechte Laune entsteht, meinst du nicht?

Grüße

Metapher

Hallo,
ich kann mir vorstellen, was du meinst. Solche Diskussionen kenne ich auch. Vielleicht hat es etwas damit zu tun, dass der eine eben mehr Fantasie hat als der andere und umgekehrt (themenabhängig, situationsabhängig). Dass der eine sich zu einer bestimmten Frage ein Erklärungsmodell zurechtgebastelt hat, mit dem er leben kann. Das ihn beruhigt, das ihm das Gefühl gibt, scheinbar oder tatsächlich Unerklärbarem nicht hilflos ausgeliefert zu sein. Diese Sicherheit kann und will er sich nicht durch andere Meinungen wegnehmen lassen, denn dann wäre er wieder am Zweifeln und müsste von vorne anfangen. Einige können mit den Möglichkeiten und Wahrscheinlichkeiten und Ungewissheiten, dass man eben nicht alles wissen und verstehen kann, leben. Andere eben nicht - daher die Erklärungsversuche. Ich habe eine Freundin, die neulich etwas sehr schönes und beruhigendes gesagt hat: im Grunde gibt es keine Wahrheit sondern nur Sichtweisen - und jeder soll die seine behalten. Trotzdem sollte man sich auch weiterhin auf Diskussionen einlassen, denn letzten Endes ist so etwas doch immer wieder erfrischend, oder? (zumindest, wenn man es zusammenbringt, sich nicht zu ärgern und das andere ebenso stehen zu lassen).
Liebe Grüße
Irene

P.S.: möglicherweise ein Beispiel, das vielleicht auf den ersten Blick nicht so passt, aber in die Richtung geht: eine Kollegin und ich unterhielten uns vor kurzem, wie ein Mann sein, aussehen etc. müsste, wenn wir uns einen „basteln“ könnten. Ich ließ meiner Fantasie freien Lauf - alles ist erlaubt, ist ja nur Fantasie. Sie konterte: und was ist, wenn…Ich antwortete: „Das ist nicht.“ Sie wieder: „Aber was ist, wenn…?“ Es war ihr nicht begreiflich zu machen, dass ich fantasiere und dass es da keine „wenn’s“ gibt, Punkt.

Hallo

Studiere schon eine weile daran herum. Vielleicht hat ja
jemand schon ähnlich gedacht, etwas erlebt oder …

Ich habe das Gefühl manche Menschen denken in mathematischen
Formeln. Dazu zählen aber nicht unbedingt Mathematiker…

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Kennt jemand das auch? Dieses Denken von der Person B??? Evt.
auch mit Beispielen?

Kennt jemand das auch? Dieses Denken von der Person B??? Evt.
auch mit Beispielen?

Hallo Chi!
Ja, genau so jemanden kenne ich tatsächlich… in dem Fall, den ich meine, sind aber beide Personen mehr so der B-Typ, und beide können den anderen nicht überzeugen. Noch ein Unterschied ist, dass die eine Person B aus mehreren Leuten besteht und die andere nicht… statte mal dem Brett „Astronomie“ einen Besuch ab und lies mal das Posting http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv… dort. Irgendwann geht’s einem dann nicht mehr um die Wahrheit des Universums sondern darum, andere Meinungen zu akzeptieren und diese nicht als dumm abzutun. Ich glaub, in dem Brett sind wir schon alle Poster ‚Frank‘ leid. :confused:

  • André

Hallo,
ich würde sagen, es hat etwas mit Abstraktionsfähigkeit zu tun. Manche Menschen (Typ A) müssen sich immer ein konkretes Beispiel vorstellen können, um einen Sachverhalt zu verstehen. („Bewegung durch die Wand“). Andere (Typ B) können Sachverhalte anhand von abstrakten Modellen (dies können dann auch „Formeln“ sein) verstehen.
Diese Abstraktionsfähigkeit ist eben bei den einen mehr und bei anderen weniger ausgeprägt…
Beatrix, die schon oft abstrakt denken kann, aber beim 11-dimensionalen Raum hört es auch auf :wink:

http://www.belzig-online.de

Hallo,
im Bereich der Wissensrepräsentation läuft das, was Du vermutlich meinst, auf die verwendeten „Ontologien“ der Gesprächspartner hinaus. Unterscheiden die sich grob, erfordert das diskutieren beider Umdenken. Fehlt es beiden daran, ist die Diskussion eher frustrierend.
Während die eine Person in der Lage ist, in allgemeinhin als abstrakt („formelmäßig“) empfundenen Begrifflichkeiten zu argumentieren, stößt sie damit bei der anderen Person nur auf Unverständnis. Weitgehend vermutlich deshalb, weil Begrifflichkeiten ihren Sinn durch Beziehungen/Assoziationen zu anderen Begriffen erhalten und dem Gesprächspartner bei normaler verbaler Kommunikation der Zugang zum „assoziativen Netzwerk“ des Gegenübers verwehrt bleibt.
Als Bsp., wo mir dies zum ersten Mal bewußt wurde, fällt mir ein Seminar im Bereich der allgemeinen Algebra ein, wo die betrachteten Probleme nicht schwer lösbar waren aber die nachfolgenden Erklärungen des Profs. „Aah, das ist ja so, weil …“ (gut 25 Jahre mit der Materie vertraut) sich gänzlich dem Verständnis jedes Seminarteilnehmers entzogen *g*.

Gruss
Enno