Denken versus Machen

Hallo zusammen,

ein Freund von mir hat das Problem, dass er zu sehr im Denken behaftet ist und daher kaum zum Machen bzw. zum Selbstsein kommt. Während andere einfach (scheinbar ohne groß nachzudenken) machen und leben und sie selbst sind, fällt ihm das wirklich schwer. Ich erlebe ihn als sehr einsam und in sich gefangen. Ist das Herauskommen aus der Einsamkeit die Lösung für ihn um auch aus dem „zwanghaften Kreisdenken“ herauszukommen?

Danke und Gruß,
Yedi386

Hallo Yedi386,

hier mal meine persönliche Reflexion.

Denken an sich ist ja keine Problem. Es sei denn, ich denke darüber nach, ob ich essen soll und komme zu dem Ergebnis, dass ich es lasse, oder etwas ähnliches.

Probier doch mal, wie dein Freund auf unkomplizierte Dinge reagiert. Z.B. lass uns mal spazieren, radfahren, joggen, schwimmen usw. gehen.

Dann gibt es noch die Möglichkeit zu sehen, ob er bestimmte Leistungen, die ihm zustehen nicht erhält, weil er die Anträge nicht ausfüllt oder Ähnliches. Da kannst du ihm helfen, indem du mit ihm übst, komm wir machen das mal zusammen, wenn du etwas nicht verstehst kannst du immer beim Absender nachfragen.

Grüße

Karin

Hallo Yedi386,

Ist das Herauskommen aus der Einsamkeit die
Lösung für ihn um auch aus dem „zwanghaften Kreisdenken“
herauszukommen?

ja.
Gruß, Paulader

Hallo!

ein Freund von mir hat das Problem, dass er zu sehr im Denken
behaftet ist

Es ist ein Segen … und ein Fluch, wie Adrian Monk sagen würde. *lächel*

Während andere einfach (scheinbar ohne groß
nachzudenken) machen und leben und sie selbst sind, fällt ihm
das wirklich schwer.

Wie schwer ist denn „wirklich schwer“? Es kann von „leicht grüblerisch“ bis zu „Gedanken legen sich wie eine Tonne Kaugummi über die Seele und machen jeden Schritt zur Qual“ reichen?

Ich erlebe ihn als sehr einsam und in
sich gefangen.

Dnken macht einsam. :smile: Zum einen, weil es wahrscheinlich kaum jemnad nachvollziehen kann, warum und über was er ständig nachdenkt. Zum anderen, weil intensive Nachdenker oft Schwierigkeiten haben, sich zu entscheiden, weil sie von der Fülle der theoretischen Möglichkeiten überwältigt sind und sich „logischer Beweis“ dafür finden lässt, daß eine Lösung besser ist.

Ist das Herauskommen aus der Einsamkeit die
Lösung für ihn um auch aus dem „zwanghaften Kreisdenken“
herauszukommen?

Ja und nein. Letztendlich st die Einsamkeit ein Symptom. Seine Einsamkeit überwinden wäre der quasi verhaltenstherapeutische Ansatz, um das Grübeln abzumildern, gleichzeitig wäre es sinnvoll, das Grübeln zu überwinden, um die Einsamkeit abzumildern. Purer Aktionismus, der darin besteht, den Grübler mitzureißen ("Komm, lass uns xxx machen!), kann ein sinnvoller Anschub sein, es kann aber auch nach hinten losgehen, wenn sich der Grübler dann noch unverstandener fühlt.

Entscheodend ist, ob er selbst an der Situation etwas ändern will, und dafür Unterstützung und Motivation benötigt, oder ob er selbst nichts ändern möchte, weil es ihm so gefällt oder weil der Leidensdruck noch nicht hoch genug ist. Kurz gesagt: Rede mit ihm. Du kannst Dir sicher sein, er wird drüber nachdenken, was Du sagst. :smile:

Lg,
Max

Hallo zusammen,

ein Freund von mir hat das Problem, dass er zu sehr im Denken
behaftet ist und daher kaum zum Machen bzw. zum Selbstsein
kommt.

Hi

könnte es sein das diese Person Hemmungen hat , das sein Kopfkino grosse Taten inne hat , aber dann im letzten moment Angst hat , das es nicht funktioniert , oder sich blamiert ?

So manches versuche ich auch erst im stillen Kämmerlein , bevor ich mich in aller öffentlichkeit zur Lachnummer mache.
beispielweise habe ich vor jahren das laufen auf Rollerblades auch erst zu hause getestet und probiert , erst als ich mir sicher war , das ich nicht alle paar Meter auf die Nase falle , bin ich damit vor die Tür .
Ich hatte es damals als Kind nicht lernen dürfen und habe erst im Erwachsen Alter damit angefangen .

Wenn dieser Grund vorliegt , dann nicht drängen , dann blockt die Person nämlich endgültig .
das dann der beste Freund kommt und drängt , bewirkt genau das Gegenteil , am besten lernt man es in unbekannter Gegend , bei Leuten die man vorher nie gesehen hat und danach vorraussichtlich auch nie wieder sieht .
wenn ich in meine Befähigungsnachweise schaue , da tummelt sich halb Deutschland , aber nichts am Wohnort .

Toni

gruss

Toni

Aber was steckt dahinter?
Vielen Dank für Eure schnellen Antworten (gerne mehr)! Was mich an der Thematik selbst mal brennend interessiert ist, wo wir eigentlich drin sind, wenn wir denken/grübeln? Wir scheinen dann ja in dem Moment wirklich - je nach Art, Ursprung und Tiefe der Gedanken - nicht mehr ganz bei uns selbst zu sein, sondern vielmehr in einem stillen Kämmerlein voller Theorien, Bedürfnisergründungen, verwirrend vieler Möglichkeiten/Antworten und Konzepte. Vielleicht in unserem ICH?

Das würde bedeuten, dass jemand der MACHT und IST, befriedigt und gesättigt bei sich selbst ist (sei einfach nur Du selbst). Das deckt sich aber nicht mit dem bekannten Satz: „Ich denke, also bin ich“. - Confused… na ja, muss es vielleicht auch gar nicht.

Ich gewinne mehr den Eindruck, dass das Ganze nicht nur mit Einsamkeit zu tun hat, sondern auch mit Selbstzweifeln und Selbstablehnung bei gleichzeitig gefühlter innerer Leere. Wobei das ja im Prinzip genau die Einsamkeit darstellt.

Auch gibt es natürlich unterschiedliches Denken. Zum einen etwa: „Ich muss noch Bananen kaufen“. Oder: „Das schaffe ich doch nie und was werden die anderen über mich sagen wenn ich scheitere?“ Beiden Gedanken liegt aber ein nagendes Bedürfnis zugrunde (Nahrung und Anerkennung).

Ist das Machen eine Ablenkung vom Denken? Oder eher ein erfüllender Ersatz dafür? Und ist es möglicherweise so, dass Mängel und Defizite (auch nur vermeintliche, subjektiv empfundene) zu Denkerei, Träumerei und Grübelei führen? Uh, -oh… jetzt hat mich das Denken und Grübeln selbst gepackt. :wink:

infiziert,
Yedi386

Hi

Das nachdenken und der Mensch gehören zusammen , solange es Zivilisation gibt , obwohl ich es ab und an anzweifele.

bleiben wir mal bei deinen Bananen .

Hier ist es einfach , du gehst in den nächsten Rewe und käufst welche …
aber stelle dir mal vor du müsstest auf einen Baum klettern , oder du verstehst die Sprache des fremden Landes nicht , dann fängst du an zu überlegen .

du überlegst beispielweise wie du mit deinen 3 Brocken französisch mitten in Paris zu den Bananen kommst , ob du der Verkäuferin den Affen vormachst und unk unkkunk rufst , oder ob du es auf englisch versuchst .
wenn es jetzt nur die möglichkeit des Affentanzes gäbe , würdest du es machen ???
genau da hängt es bei manchen Personen.
Ok , das war jetzt überspitzt geschrieben , aber einige Personen haben schon ein Problem sich in Menschenmengen sicher zu bewegen , man könnte Überfallen werden usw .

Aus der Ferne kan man natürlich nicht sagen wie extrem die Problematik ist .
Ich kenne persönlich eine Person , das könnte man fast schon als Behinderung ansehen , die braucht Ihren geregelten Tagesablauf , alles was Quer kommt , bringt Sie ins schleudern .Kleinigkeiten , verkraftet Sie noch eben , aber alleine in einer Fremden Stadt und Abends im fremden Hotel , ein nicht akzeptierbarer Zustand , Sie bekommt panikartige Ängste , das unter umständen zur Einweisung führt .Ein platter Reifen am Auto und keine greifbare Hilfe innerhalb weniger Minuten , Sie grübelt grübelt usw , fängt an zu schreien , aber das Ihr das schon ein paar mal gezeigt wurde wie das geht , ist in der Panik Situation einfach nicht greifbar .
In Klartext , obwohl Sie im Alltag Ihren Job gut macht , kann Sie es unter Belastung nicht anbringen und zieht sich deswegen immer mehr in ihr Schneckenhaus zurück

Toni