Denkfehler Fonds

Guten Tag Forum,

auf der Suche nach einem Fond bin ich auf den SEB Immoinvest und AXA Immoselect gestoßen. Im Verlauf der letzten Jahre kann man sagen, dass die Entwicklung bei beiden linear ansteigt und kaum schwankt.

Wie sicher sind solche Immobilienfonds ?

Und nun zu meinem eventuellen Denkfehler. Ich könnte diesen Fond doch anstelle eine Tagesgeldkontos nutzten oder ? Z.B. zahle ich 70 000 Euro dort ein und nach 13 Monaten nehme ich das Geld wieder raus und dies wurde mit ca. 4 % verzinst. Ist das falsch gedacht ? Wo ist der Hacken ?

Vielen Dank

Bernd.

Moin,

Und nun zu meinem eventuellen Denkfehler. Ich könnte diesen
Fond doch anstelle eine Tagesgeldkontos nutzten oder ? Z.B.
zahle ich 70 000 Euro dort ein und nach 13 Monaten nehme ich
das Geld wieder raus und dies wurde mit ca. 4 % verzinst. Ist
das falsch gedacht ? Wo ist der Hacken ?

Ohne auf die Qualität der genannten Fonds geschaut zu haben, kann ich Dir zur Systematik folgendes sagen:

Mag sein, dass in der Vergangenheit die Wertentwicklung (Ausschüttung, Kursanstieg) 4% betrug. Doch wie verhält sich die Wertentwicklung in den kommenden X Monaten?

a) In den Fonds sind Immobilien enthalten. Je nach Art der Immobilien, Land und Region (Lage) können diese im Wert steigen, gleichbleiben oder fallen. „Früher“ wurden die Immobilien immer sehr konservativ von den Gutachtern leicht nach oben bewertet, so dass eine kontinuierliche Wertsteigerung zu verzeichnen war. Bewertungen finden aus Kostengründen nicht so häufig statt und dürften heutzutage auch größeren Schwankungen unterliegen.
b) So wie Du kommen in Niedrigzinszeiten auch andere Anleger auf die Idee, die „gute“ Wertentwicklung der Immobilienfonds in der Vergangenheit für (kurzfristige) Anlagen zu nutzen. Dadurch erhalten in diesen Zeiten Immobilienfonds relativ hohe Geldzuflüsse. Diese können natürlich erst mit Verzögerung (ein Auswahlprozess und die Abwicklung eines Immobilienkaufs kostet Zeit!) in Immobilien umgelenkt werde. Hinzu kommmt, dass die Fondsmanager damit rechnen (müssen), dass gerade dieser Anlegertyp auch wieder schnell aussteigen will. Der Fonds muss entsprechend viel Liquidität halten. Diese kann auch nur zu den relativ niedrigen Sätzen am Markt angelegt werden.

Aus den genannten Gründen ist eine Wertentwicklung, die unter den Vergangenheitswerten liegt, relativ wahrscheinlich; Schwankungen halte ich auch bei Immobilienfonds (je nach Anlageschwerpunkt, s. o.) nicht für ausgeschlossen.

Wenn das Geld wie geschrieben nur für eine begrenzte kurze Zeit zur Verfügung steht, bietet sich als Alternative neben dem Geldmarktfonds an, eher auf kurzfristige Lockvogelangebote zu setzen (z. B. Citibank).

Strubbel wird bestimmt auch wieder Zertifikate in höchsten Tönen loben :wink:

Gruß vom Wolf

Dein Denkfehler ist folgender:

  1. Die genannten Fonds haben historisch mit 4% p.a. performt.
    Für die nächsten Jahre wären zwischen 2 und 3% p.a. realistisch.

  2. Sofort bei Kauf wird ein Ausgabekostenaufschlag von 5% fällig.

Thilo

Danke Thilo.

Dein Denkfehler ist folgender:

  1. Die genannten Fonds haben historisch mit 4% p.a.
    performt.
    Für die nächsten Jahre wären zwischen 2 und 3% p.a.
    realistisch.

Warum ist das so ? Wenn ein Fond im Schnitt mit 4 %p.a. performt warum wird er in den nächsten Jahren zwischen 2 und 3 % erreichen?

Bernd

Moin Wolf und danke für die Erklärung.

b) So wie Du kommen in Niedrigzinszeiten auch andere Anleger
auf die Idee, die „gute“ Wertentwicklung der Immobilienfonds
in der Vergangenheit für (kurzfristige) Anlagen zu nutzen.
Dadurch erhalten in diesen Zeiten Immobilienfonds relativ hohe
Geldzuflüsse. Diese können natürlich erst mit Verzögerung (ein
Auswahlprozess und die Abwicklung eines Immobilienkaufs kostet
Zeit!) in Immobilien umgelenkt werde. Hinzu kommmt, dass die
Fondsmanager damit rechnen (müssen), dass gerade dieser
Anlegertyp auch wieder schnell aussteigen will. Der Fonds muss
entsprechend viel Liquidität halten. Diese kann auch nur zu
den relativ niedrigen Sätzen am Markt angelegt werden.

Aus den genannten Gründen ist eine Wertentwicklung, die unter
den Vergangenheitswerten liegt, relativ wahrscheinlich;
Schwankungen halte ich auch bei Immobilienfonds (je nach
Anlageschwerpunkt, s. o.) nicht für ausgeschlossen.

OK das habe ich verstanden. Daher können z.B. die 4 % historischen Zinsen in Zukunft auch geringer ausfallen auch wenn die letzten Jahre ziemlich linear verlaufen sind.

Gruß

Bernd

Warum ist das so ? Wenn ein Fond im Schnitt mit 4 %p.a.
performt warum wird er in den nächsten Jahren zwischen 2 und 3
% erreichen?

Weil möglicherweise die wirschaftliche Lage im Land auch Einfluss auf die leerstehenden Mietflächen hat und Mieten fallen?

Ausserdem sollte man zusätzlich zu den erwähnten Agio noch die internen Weichkosten des Fonds beachten,da nur ein Teil der Managementkosten u.kosten für Vertrieb sowie Prospektierungs-Gutachter-Aquirierungskosten durch das Agio gedeckt sind.Ein reiner offener Immobillienfond ist zum zwischenparken für Geld denkbar ungeeignet,entweder Du nimmst Geldmarktfonds oder gehst über auf Rentenfonds.Man geht in der Regel davon aus,das ein reiner Immobillienfond nach Abzug aller Kosten in der Regel nicht mehr wie 3-4% p.a. an Rendite erwirtschaftet, es sei denn er investiert Weltweit!

Grüsse Global

Hallo Global.

Regel davon aus,das ein reiner Immobillienfond nach Abzug
aller Kosten in der Regel nicht mehr wie 3-4% p.a. an Rendite
erwirtschaftet, es sei denn er investiert Weltweit!

Danke. Weiß jetzt woh mein Denkfehler lag.

Gruß

Bernd

PS Schreibt man Advisor nicht mit „s“ :smile:

hallo bernd,

die frage ist wirklich wie lange du das geld parken möchtest! bei einer laufzeit von einem jahr macht ein immobilieninvestment wirklich keinen sinn! hättest du die 70.000 euro vor einem jahr z.b im seb immoinvest investiert, wären jetzt noch nicht mal die kosten (ausgabeaufschlag) wieder verdient worden (genau wie beim axa) bei kurzen laufzeiten macht da wirklich nur ein geldmarkfonds sinn (bsp. ampega money saving fund) oder eröffne ein diba extra konto (kostenlos und 2,25% Zinsen).

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

hallo stroppel,

es ist ja nicht so.
die zukunft ist nicht vorherzusagen.
wenn im kasino zehnmal die kugel auf rot fällt, wie hoch ist dann die wahrscheinlichkeit beim elften mal, daß sie auf schwarz fällt?
genauso bei 50%.
will sagen, der fonds kann genauso 4% fallen, 15% steigen usw.
oder gerät in einen skandal wie die der deka-gruppe.
vielleicht solltst du die assetklasse immobilien lieber über börsennotierte immobilienfirmen abdecken.

strubbel
$:open_mouth:)

Hi Stroppel

Advisor ja. aber Advicer mit c!kommt von der Firma Global Financial Advisory LTD&Co.KG Advicer=Ratgeber Advisor=Berater!
Hoffe das hilft Dir!(-:

Wenn du dir sicher bist und der Markt reagiert so,
gibt es keinen Haken…
Viel Erfolg
Caro

Moin,

Wenn du dir sicher bist und der Markt reagiert so,
gibt es keinen Haken…

… aber Bernd wird unter seiner Prämisse 13 Monate Anlagehorizont garantiert die 4%, von denen er geschrieben hat, nicht erhalten (s. andere Antwort-Postings, z. B. über Ausgabeaufschlag, Volatilität der enthaltenen Anlagen etc.).

Generell berücksichtigen solche Vergleiche, auf die er sich bezieht, nur einen Teil der Kosten; vergessen sollte man neben dem Ausgabeaufschlag (oder Kauf- und Verkaufprovisionen, wenn der Fonds über die Börse handelbar ist), der bei der kurzen Anlagedauer erheblich zu Buche schlägt, auch nicht die Depotgebühren.

Somit relativiert sich Deine Aussage geringfügig :wink:

Gruß vom Wolf