Du bist dir über einiges nicht ganz im klaren ?
Lese das bitte mal bis zu Ende durch.
Ich bin Leidensgenosse und kenne diese „Spielchen“.
Leider wird sich einiges gemein anhören, Sorry.
wieso bist DU betrogen worden
Stimmt, wahrscheinlich ist der Ausdruck falsch gewählt.
Wo wurdest du übervorteilt?
Das ist alles normal und du hast in meinen Augen sogar Glück gehabt, weil du überhaupt was bauen durftest und keine Probleme mit dem Denkmalschutz bekommen hast.
Die schreiben dir normal vor, wie dein Haus auszusehen hat, wie die Fenster auszusehen haben, was für Dachziegel in was für einer Farbe du auf dem Dach haben sollst, du hast quasi keinerlei Rechte am eigenen Haus und nur Pflichten mit hohen Auflagen und extrem hohen Kosten, wofür es nur ein Trinkgeld als Zuschuß bekommst.
Ich habe ein Häuschen von 1712 renoviert.
Ich kenne die ganze Kacke bis zur bitteren Neige.
Du hast doch kein haus saniert, sondern eins
neu gebaut
Falsch.
Ein Neubau an dieser Stelle wäre niemals erlaubt worden.
Diese Art „neu“ zu bauen ist die einzig mögliche, wenn nicht genug Grenzabstand gehalten werden kann, das man bestehende Grundmauern behält oder mindestens eine Wand des alten Hauses stehen läßt.
Dann ist es nur eine „Erweiterung“ oder eine Sanierung.
Das kann man zwar Steuerlich als „Renovierung“ (jeh nach Finanzamt) geltend machen, aber es gibt keinerlei Zuschüße von nirgends.
das Haus wurde gebaut im Rahmen einer Sanierung. Einige Mauern
blieben bestehen und auf dem alten Fundament wurde drauf
gebaut aber unter extrem schwierigen Bedingungen.
Genau das meinte ich.
Die ganz normalen Eigenheimzulagen hast Du sicher wie jeder
andere im Rahmen der Bestimmungen bekommen.
Nein - die habe ich nie bekommen
Die Eigenheimzulage kannst du bei der Steuererklärung beantragen.
Bei einem Hauskauf jeglicher Art steht dir das zu und Renovierungskosten sind steuerlich absetzbar und dein Haus wurde ja nicht neu gebaut, sondern renoviert …
Hat Dir jemand was zugesichert (Fördergelder, Eigenschaften
des Grundstücks oder sowas), was nicht eingehalten wurde?
Ich mußte mich an die Denkmalrichtlinien halten und wurde in
keiner Weise unterstützt.
Da denke ich, hat dir jemand Probleme gemacht.
Man kann einem keine Denkmalrichtlinienauflagen machen, wenn das Gebäude nicht unter Denkmalschutz steht. Allerhöchstens kann man verlangen, das sich das Haus später wieder in das Gesamtbild einpaßt. Das kann bei einem historischen Stadtkern ekelhaft und teuer sein.
Es ist etwas
schwierig sich ein Bild davon zu machen, wenn man die
Örtlichkeiten nicht kennt
Stimmt !!!
Eine
Autobahnstraßenbeleuchtung in einer Altstadtgasse passt
überhaupt nicht dorthin und stört mich, in meine Einfahrt zu
fahren.
Pech gehabt.
„Das muß ein Bürger bringen“ ist die normale Formulierung in solchen Fällen.
Ich kann ja nicht auf meine Kosten den öffentlich Weg
renovieren lassen oder fänden Sie, daß das auch noch meine
Angelegenheit sein sollte.
Nein, das finde ich nicht sondern ich weiß das es wirklich deine Sache ist !!
Wenn du nicht an einer Durchgangsstraße wohnst, sondern auf einer Nebenstraße mußt du die Kosten für die Straße und den Gehweg selber tragen.
Die Stadt macht einfach das ganze ohne dich zu fragen und schickt dir die Rechnung.
Die Nebenstraße vor dem Haus meines Bruders wurde neu geteert mit neuem Gehweg.
Mein Bruder bekam eine Rechnung (wie alle Anwohner) das er dafür DM 40.000,- zahlen muß.
Keine Chance, muß er.
Der Stadt noch einen zusätzlichen
Gefallen tun, nachdem kein Handschlag für mich getan wurde in
einer extrem schwierigen Bausituation?
Immer noch alles normal.
Ich kann gar nicht an
mein Grundstück heranfahren und das wäre möglich wenn die
Stadt den „öffentlichen“ (nicht privaten) Weg breiter macht,
was durchaus machbar wäre.
Könnte schon sein, aber dein Interesse ODER LOGIK zählt aus Prinzip bei Stadtverwaltungen nicht.
Wenn dein Weg breiter gemacht werden soll, mußt du eine Eingabe machen oder einen Kommunalpolitiker dafür begeistern (was nur geht wenn Wählerstimmen dahinter stehen). Dann entscheiden Ausschüße, es bilden sich Arbeitskreise, es werden Bestimmungen und Vorschriften rausgesucht und abgestimmt, jeder der denkt das er was zu sagen hat will das „in der Hand“ haben und „seinen Senf“ dazu geben und und und.
Und wenn alles durch ist und es wird entschieden das es gemacht wird, muß das einer bezahlen und dann kommen die wieder (hinterher mit der Rechnung) zu dir.
einfach sehr frustrierend wenn man wenig Interesse die Stadt
selbst daran hat, zu kooperieren.
Die Stadtverwaltung hat nie ein Interesse zu kooperieren.
Die Stadtverwaltung hat nur Interesse im Gesamtbild gut dazustehen.
Vielleicht sehe ich das so kraß, weil ich in einem Musterbeispiel für schlechte Kommunalpolitik lebe.
Ich komme aus Idstein im Taunus.
Hier wird eine komplette Region platt gemacht nur um die Stadt selbst hochzupuschen.
In Idstein darf gebaut werden, in den umliegenden Ortschaften nicht.
In Idstein gibt es einen restaurierten historischen Stadtkern und der Hessentag kommt jetzt hin, in den umliegenden Ortschaften werden alte Fachwerkhäuser einfach abgerissen.
In Idstein wird Industrie angesiedelt und auf den Ortschaften wird die Infrastruktur wie Öffentlicher Nahverkehr, Post und Telefon abgebaut und Industrieansiedlung verboten.
Ich wohne in einem Vorort von Idstein, 10km entfernt. Hier gab es noch nie einen Busverkehr, keinen Fernsprecher und die Postzustlellung wird auch jetzt eingestellt, alles in Absprache mit der Stadtverwaltung. Bauen ist auch verboten.
So werden die Leute mit Gewalt nach Idstein geholt und so macht man aus einer Kleinstadt eine kleine Großstadt mit allen Vorteilen dabei und alle Anwohner der Stadt selbst (leider dadurch auch die Mehrzahl der Wähler) freuen sich, das sie in einer blühenden Stadt leben.
Und nachdem ich jetzt einen Bildungsurlaub über Kommunalpolitik gemacht habe weiß ich, das ein solches Verhalten wohl kein Einzelfall ist.
Damit muß man in Deutschland leben …
Winni the Pooh