Eine Taktik von Denksportlern (also solche die ein paar hundert Zahlen auswendig lernen etc.) sei es einen festgelegten Weg in Gedanken (z.B. durch die Stadt) abzulaufen und zu jedem Wegpunkt eine Zahl auswendig zu lernen.
Ein Denksportler meinte er stelle sich dann beispielsweise vor wie mit einem Tennisschläger ein Spiegel eingeschlagen wird oder ein Hund vom Bett runterfliegt, und dadurch könne er soviele Informationen auswendiglernen.
Klar, beneidenswert, aber ist das nicht irgendwie auch ein bisschen - sagen wir mal- seltsam? Meine Assoziation ging da in Richtung assoziative Denkstörung. Könnte da unter Umständen ein Zusammenhang sein? Vielleicht ein weiteres Zeichen das Genie und Wahnsinn
nahe beieinander liegen??
Hallo,
evtl. verstehe ich Deine Frage falsch aber wenn ich in der Lage bin, ein „abnormes“ Denkverhalten „by need“ zu praktizieren aber ansonsten „normgerecht“ denke, erfülle ich doch vermutlich nicht die Kriterien einer psychischen Krankheit. Das ist einfach für die gegebene Aufgabe zweckmäßig, der Wechsel zu dem abnormen Denkverhalten unterliegt aber meiner willentlichen Kontrolle.
Gruss
Enno
PS: Keine Ahnung, wie man solche Leute betitelt aber „Denken“ umfaßt bei mir mehr als plattes memorisieren.
Eigentlich wollte ich die Leute nicht als krank darstellen, doch müssen da im Gehirn, ich sags mal salopp, „ein paar Synapsen komisch zusammenhängen“.
Mein Gedanke war mehr, ob man ganz hypotheoretetisch da vielleicht eventuell einen Zusammenhang (bzw. Vorstufe?) zu einer Krankheit sehen könnte…? Oder wenn zwei Memorierer ein Kind bekommen, könnte das ein ‚Rainman‘ werden?
(Feldstudien unter Memoriertechnikern [whatever] gibts ja bestimmt leider nicht…)
mfg
Matze
PS Die Frage ist vielleicht ziemlich dumm, aber interessiert mich
Eine Taktik von Denksportlern (also solche die ein paar
hundert Zahlen auswendig lernen etc.) sei es einen
festgelegten Weg in Gedanken (z.B. durch die Stadt) abzulaufen
und zu jedem Wegpunkt eine Zahl auswendig zu lernen.
Das Ganze ist eine einfache Mnemotechnik und hat mit „einen an der Semmel haben“ überhaupt nichts zu tun. Die Technik ist für praktisch jeden erlern- und trainierbar. Es ist IMHO keine vererbbare Eigenschaft des Gehirns.
Die Technik mit einem Anflug von Geisteskrankheit zu bezeichnen ist so, als würdest Du einen trainierten Sportler als körperbehindert bezeichnen.
Hi Matze,
die Technik, die du ansprichst, nemmt man „chunking“, wobei die von dir genannten Beispiele eine extreme, aber überaus „speichersparende“ Form darstellt.
Zum weiteren Verständnis siehe Link unter „Chunking“: http://zeus.fh-brandenburg.de/~paschen/ged1.html
ich habe diese Gehirnakrobatik früher auch mal gemacht. Man kann sich z.B. auch 50 oder 100 Begriffe merken, wenn man die mit einem vorher festgelegten Weg verknüpft. Das klappt prima, man muss sich bei den Begriffen „Spielelei“ oder „Bill Clinton“, die man mit einer Kreuzung verbinden muss, einfach nur die richtigen Sachen vorstellen.
Das hat nichts, aber auch garnichts mit Denkstörung zu tun, vielmehr erfordert es (und schult es auch) assiziatives Denken und Kreativität.
Wenn man „Synapsen“ hat, um sich etwas besonders gut merken zu können, ist das doch o.K. Ich denke oft an ein Bild (weil es auf meinem Arbeitsweg liegt), wo ich eine Kreuzung mit „Bill Clinton“ verknüpfen musste. Man hat ja nur ca. 5 Sekunden Zeit. Ich stellte ihn mir ad hoc als Verkehrspolizisten vor, wie er auf der Kreuzung steht…
Sicher, Genie und Wahnsinn liegen manchmal dicht beieinander, aber für bedenklich oder gar krank halte ich das nicht und verwahre mich auch dagegen. Ich hatte allerdings damals auch nie solche „brutalen“ Assoziationen und glaube auch, dass die von Dir genannten Beispiele „herangezerrt“ und nicht repräsentativ sind. Falls es jemand gibt, der nur solche brutalen Assoziationen hat, gebe ich Dir Recht, das wäre nicht normal. Aber bitte nicht alle in einen Topf werfen.
Gruss Hans-Jürgen
***
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
nie solche „brutalen“ Assoziationen und glaube auch, dass die
von Dir genannten Beispiele „herangezerrt“ und nicht
repräsentativ sind.
Das kam gestern bei einer Sendung mit so einem Mensch der sich Percy Hoven nennt… frag mich nicht was es für ne Sendung war, (sie sollte glaube ich wissenschaftlich sein…-kam aber auf Rtl) ich habe sie nur beim zappen erwischt.
Aber bitte nicht alle in einen Topf werfen.
Nönönö ich wollte eigentlich auch den Menschen aus dem TV nicht in so einen Topf schmeissen… ich versuche es mal bildlich auf ner Skala darzustellen :o) da mein Artikulationsvermögen schon ein bisschen beeinträchtigt ist
Mir ist auch schon aufgefallen, dass die Wissenschaftssendungen in den Privaten da manchmal etwas „reisserisch“ angehaucht sind. Es wundert mich also nicht, wenn dieser Bericht auf RTL lief.