Hallo zusammen!
Ich weiss, dass Denkstörungen häufig mit der Diagnose „Schizophrenie“ zusammenhängen - ich fühle mich aber so gar nicht schizophren und wollte einfach mal in die Runde fragen und ein paar Meinungen ergattern.
Ich habe wirkliche Probleme, strukturiert zu denken, zu formulieren und auch zu schreiben. Das Ganze fühlt sich irgendwie an, als würde mein Hirn auf „Standby“ sein.
Es fehlen grundsätzlich die Worte und das, was ich dann zusammenbastele, hört sich für mich wie eine Fremdsprache an. Ich muss mich dann tatsächlich vergewissern, ob ich nicht völligen Nonsens von mir gebe: „Sie sprachte mit mir“… „ich hab´ zu viel getrinken…“ Manchmal höre ich das selbst, manchmal werde ich darauf hingewiesen - was ganz schön unangenehm sein kann. Oft verstehe ich etwas auch einfach nicht, weil der Wortklang/die Grammatik etc mir irgendwie merkwürdig erscheint, z.B. wundere ich mich dann, warum mein Gegenüber sagt „Die Kleider der Mädchen waren grün“… wie, DER Mädchen… es sind doch DIE Mädchen, oder??!Ich kapiere das dann schon noch, aber erstmal bringt´s mich aus dem Konzept. Redewendungen verstehe ich teilweise gar nicht - als hätte ich eine zu lange Leitung- ich nehme sie wörtlich, dann ergeben sie wenig Sinn.
Was zusammenhängende Texte betrifft:Ich sitze gerade an einer Hausarbeit und bin nicht in der Lage das, was ich da mühevoll zu Papier gebracht habe, Korrektur zu lesen. Ich denke nicht „fließend“ genug, um den „Klang“ des Textes im Kopf nachvollziehen zu können.
Ich KANN nicht mehr querlesen, egal, wie ich mich anstrenge.
Stress habe ich auf jeden Fall - mitunter auch genau wegen dieser Problematik. Deprimiert bin ich logischerweise auch.
Ich kann mir schon vorstellen, dass beispielsweise eine Depression Denkprozesse hemmt, aber ich kenne mich ganz gut und glaube eigentlich nicht, dass es mir psychisch so schlecht geht…Irgendwer sagte mal, dass sowas auch mit Halswirbelsäulenproblemen zutun haben kann… Puh, ich habe keine Ahnung.
An manchen Tagen ist es etwas besser, an anderen total schlimm. Telefonieren ist am Schlimmsten, vor allem bei unvermittelten Anrufen - das überfordert mich, ich kann mich nicht richtig darauf konzentrieren und einstellen.
Meine Freunde nennen mich scherzhaft seit ein paar Wochen „zerstreute Professorin“, ist ja süß und lustig, trifft aber einfach den Ernst der Lage (nach meinem persönlichen Empfinden) nicht.
Es wäre ziemlich toll, wenn sich das bald verbessern würde… ganz bald. Hier liegt haufenweise Material für eine Hausarbeit, die mich eigentlich brennend interessiert… und ich bekomme keine Gliederung zustande, es geht einfach nicht.
Ich hatte eigentlich noch nie ein Problem mit sowas - mit Formulieren usw… auch nicht mit dem selbständigen Denken. Aber jetzt klappt´s nicht mehr richtig.
Ich hoffe, der lange Text wird mir verziehen - das beschäftigt mich einfach und macht auch angst, und ich habe das Gefühl, dass einfach nicht treffend erklären zu können. Vielleicht kennt jemand sowas von sich selbst oder hat von Berufswegen Ahnung davon.
Nächtliche Grüße,
Christine
!!!