Don´t panic
Hi, Danny,
erstmal vorab: Ich bin keine Psychologin, keine Expertin. Ich laber nur gern ein bisschen rum. Kann auch Käse sein, was ich so schreibe.
Da sind dann wohl eher die wahren Experten in diesem Brett hier gefordert.
So wie ich das sehe, steigerst Du Dich grad in was rein, was auch jedem von uns schonmal so ergangen ist. Und glaub mir, es gibt mit ziemlicher Sicherheit kaum jemanden hier in diesem Brett der vollumfänglich mit sich zufrieden ist und der noch nie irgendwelche Selbstzweifel, etc. hatte.
Ich möchte lediglich mit mir zufrieden
sein.
Du möchtest mit dir zufrieden sein und schaffst genau dadurch erst die Grundlagen für Deine Unzufriedenheit.
Stelle Dir folgende Fragen UND überprüfe/hinterfrage Deine Antworten:
Wie wäre es, wenn Du mit Dir zufrieden wärst?
Wie würde sich das Deiner Meinung nach anfühlen?
Und ganz wichtig: Was müßte passieren, bzw. wie müßte Dein Leben Deiner Meinung nach sein, damit Du mit Dir zufrieden wärst?
Warum glaubst Du, dass Du genauso (wie Du es Dir vorstellst) und nicht anders sein müßtest, um zufrieden zu sein?
Warum ist es Dir unmöglich, so wie Du jetzt bist, zufrieden zu sein?
Wenn ich im Bekanntenkreis mitbekomme, dass ich nicht
angenommen werden, dann muss das was mit mir zu tun haben.
Sehr interessant! Du weißt also, dass Du nicht angenommen wirst? Hat Dir das jemand gesagt? Wahrscheinlich nicht. Du glaubst das zu spüren. Gut, vielleicht hast Du ja auch Recht. Aber meine Erfahrung zeigt mir, dass Menschen, die glauben, sie wären unbeliebt, in Wirklichkeit ziemlich beliebt sind.
Es ist sehr wahrscheinlich, dass Du einer Fehlinterpretation unterliegst. Du bist davon überzeugt, dass Dich niemand mag und tatsächlich findest Du ständig Anhaltspunkte dafür, dass das auch tatsächlich stimmt. Du bist in gewisser Weise „vernagelt“ (selektive Wahrnehmung).
Menschen, die wirklich verhaßt sind, finden sich dagegen oftmals toll und kommen gar nicht auf die Idee, dass sie nicht gemocht werden.
Wie dem auch sei: Es gibt niemanden, der nur Fans hat und es gibt niemanden, der nur Feinde hat. Das Leben ist nicht schwarz/weiß. Du bist sicherlich viel beliebter, als Du denkst. Du erkennst es nur nicht, weil Du immer um die selben Gedanken kreist.
Niemand spricht mit mir auch auf der Arbeit fand ich keinen
Anschluss. Fachlich stimmt alles.
Nur eine gesunde Beziehung zu einem Menschen oder Kollegen
aufzubauen ersteint mir schwierig.
Das könnte ein Beispiel für die berühmte „Sich-selbst-erfüllende-Prophezeihung“ sein.
Du glaubst, unbeliebt zu sein und ziehst Dich vielleicht auch aus Angst vor tatsächlicher Zurückweisung und Verletzung in Dich zurück. Das könnte für andere so aussehen, als wärst Du arrogant oder als wolltest Du Deine Ruhe. Also läßt man Dich auch in Frieden, obwohl man eigentlich gerne Kontakt zu Dir hätte. Die anderen trauen sich aber vielleicht nicht, von sich aus auf Dich zuzugehen.
Für Dich in Deiner Realität sieht es aber so aus, als würden Dich die anderen meiden, weil Sie Dich nicht mögen. Du verwechselst möglicherweise Ursache und Wirkung.
Manipulation. Was ist Manipulation?
Erklärungsversuch: Du willst etwas und denkst es wäre Dein eigener Wille, dabei hast Du unbemerkt den Willen, die Meinung, den Standpunkt eines anderen übernommen, der Dich bewußt oder unbewußt manipuliert hat, also Deinen Willen, Deine Meinung in seinem Sinne beeinflusst hat.
Beispiel Schönheitsideal:
Alle wollen schlank und braungebrannt sein, weil sie denken, es wäre schön und sexy. Wer hat ihnen das gesagt? Woher weiß man, was schön und sexy ist?
Im Mittelalter galt es als bäuerlich und unfein schlank und braungebrannt zu sein. Es war ein Zeichen dafür, dass man wenig zu essen hatte und harte Arbeit im Freien leisten mußte. Es galt als chique eine vornehme Blässe zu haben und etwas rundlicher zu sein. Dies war ein Zeichen von Wohlstand.
Objektiv ist weder das eine, noch das andere gut oder schlecht. Erst die subjektive Bewertung macht den Unterschied.
Das, wie Daniel gerne wäre, ist lediglich seine Vorstellung
davon, wie er gerne wäre (sein normatives Selbstbild).
Ja, was ist daran falsch?
Es ist nicht falsch. Es ist aber interessant, was Dein Motiv dafür sein könnte, anders sein zu wollen und ob Deine subjektiven Annahmen und Vermutungen in diesem Zusammenhang, einer objektiven Überprüfung standhalten würden.
Denn Du nimmst ja offenbar an, dass Du so, wie Du jetzt bist, nicht ankommst und nicht gemocht wirst und Du hast Vorstellungen davon, wie Du sein müßtest, um beliebt zu sein.
Erstens weißt Du aber gar nicht, ob Du unbeliebt bist und zweitens weißt Du auch nicht, ob Du tatsächlich beliebter wärst, wenn Du so wärst, wie du gerne sein würdest.
Ist es eine negative fremdwahrnehmung meinerseits, wenn ich
ich Kreise meiner engsten Verwandten belächelt werde? Es ist
keine Einbildung, da macht man es sich viel zu einfach.
Ich will lediglich lernen mit dieser Art der Deprimierung
umzugehen, gerade dann wenn sie von Menschen kommen die ich
´sehr gerne habe.
Deine Verwandten lächeln und Du interpretierst das und ziehst Deine Schlüsse draus. Ein grundlegendes Phänomen der Psychologie. Vielleicht interpretierst Du falsch, aus Verbitterung und Verletztheit.
Hinterfrage Deine Wahrnehmung, überprüfe Deine Schlussfolgerungen. Und wenn Dich Deine Verwandten wirklich belächeln sollten, dann ist das halt so. Du magst ja auch nicht jeden. Warum soll Dich jeder mögen? Versuche das alles etwas lockerer zu sehen, auch wenn es schwierig ist.
LG Hilde