Deoressionen - wie den richtigen Arzt finden?

Hallo,

eine 74-jährige gute Bekannte (seit einem Jahr Witwe) von mir hat seit ca. drei Monaten eine sehr ausgeprägte Depression. Es ist nicht die erste in ihrem Leben. Im Zeitraum von 16 Jahren hatte sie immer wieder einmal Depressionen, die längste dauerte zwei Jahre. Sie ist bei einer Psychaterin in Behandlung die ihr erst ein SSRI verschrieb und dann wg. starker morgendlicher Unruhen noch Opipramol. Stimmungsaufhellend trat auch nach Wochen keine bedeutsame Verbesserung ein. Da meine Bekannte inzwischen fast 5 Kilo abgenommen hat, ordnete die Ärztin die ausschleichende Absetzung des SSRI an. Der Appetit ist mit nichten wiedergekommen, es geht ihr statt dessen immer schlechter. Ins Krankenhaus will sie aber absolut nicht. Den nächsten Termin bei der Ärztin hat sie im Januar (!). Ich telefoniere täglich mit ihr und besuche sie so oft ich kann. Ich halte sie für ärztlich absolut nicht ausreichend betreut und möchte nun einen anderen Arzt für sie finden. Aber wie stellt man das am besten an?

Ich bin für jeden Hinweis dankbar.

Liebe Grüße

Avera

Aus meiner Sicht wäre eine gerontopsychiatrische Institutsambulanz oder auch eine Tagesklinik eine ideale Sache. Nur mit Medikation wird man möglicherweise nicht den Trauerprozess bzw. die Anpassung an die neue Lebenssituation stützen können. In einer Tagesklinik würde eine Aktivierung und ressourcenorientierte Tagesstruktur gemeinsam mit einer etwaigen Medikation angeboten werden.

Sicher mag es erstmal ein Schritt sein, sich an eine örtliche Psychiatrie zu wenden. Meine Erfahrung bei vielen Patienten im höheren Lebensalter ist aber sehr positiv.

Martin W.

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Hallo Martin,

wie aber finde ich eine gerontopsychatrische Institutsambulanz (Hamburg)? Braucht es dafür eine Überweisung? Meiner Bekannten wurde jetzt der Kontakt zu einer psychozozialen Betreuung hergestellt. Es soll 3 x in der Woche jemand für 15 - 45 Minuten zu ihr kommen. Möglicherweise helfen allein Medikamente nicht. Aber nach Absetzten des SSRI geht es ihr deutlich schlechter. Ich bin auch ärgerlich darüber, daß ihre Ärztin mit keiner Silbe nachgefragt hat, welche sonstigen Medikamente sie denn nimmt. Bei älteren Menschen sind das ja oft nicht wenige. Der Tod ihres Mannes war vielleicht Auslöser für ihre derzeitige Depression, aber im Augenblick ist das Witwendasein ihr kleinstes Problem. Ich mache mir einfach große Sorgen.

Liebe Grüße

Angelika