Depotgebühren und Bestandsschutz

Guten Tag, hoffentlich bin ich mit meinem Anliegen hier im richtigen Brett. Ich habe 2005 ein Finanzprodukt erworben (Sachsen-Garant). Dieses garantiert eine zwar niedrige, dafür sichere Rendite mit der Option auch höherer Erträge bei günstiger Entwicklung (das trifft aber momentan eher nicht zu). Das Wertpapier befindet sich in Giro-Sammelverwahrung, beim Kauf desselben wurde mir mitgeteilt, daß für dieses Produkt, da es Kursschwankungen unterliegen kann, keine Depotgebühren anfallen. So wurde das auch bisher praktiziert. Nun wird mir eher beiläufig (d.h. ohne direkte Benachrichtigung, lediglich durch zustellen eines „Informationsblattes“) mitgeteilt, daß ab April 2010 auch dafür Depotgebühren erhoben werden.
Da ich das Produkt ausdrücklich unter der Maßgabe „gebührenfreie Verwahrung“ erworben habe, sehe ich darin eine Vertragsverletzung meiner Bank. Das kann man bei Neuverträgen machen, für bestehende Verwahrungen sollte doch wohl eigentlich so was wie ein Bestandsschutz gelten. Die Frage für mich ist nur: Was kann ich jetzt dagegen tun? Das Papier kündigen bedeutete vorzeitige Auflösung und ist mit erheblichen finanziellen Verlusten verbunden. Muß ich das alles nun zähneknirschend über mich ergehen lassen oder gibt es da noch rechtliche Möglichkeiten? Könnte man das Papier eventuell auf ein anderes Depot bei einer anderen Bank übertragen?
Ich wäre für Hinweise dankbar. Mit freundlichen Grüßen Horst

Könnte man das Papier
eventuell auf ein anderes Depot bei einer anderen Bank
übertragen?
Ich wäre für Hinweise dankbar. Mit freundlichen Grüßen Horst

Das geht auf jedenfall, sofern es ein Wertpapier ist, dass auch außerhalb dieser Bank gehandelt wird, ansonsten wärst Du auch aufgeschmissen mit dem WP bei der anderen Bank.

Falls das geht, kannst Du das WP übertragen in jedes x-beliebige Depot.

Bei der anderen Frage muss ich passen, vllt ist hier das „Recht“-Brett passender??

Hallo Horst,

normalerweise sind das rechtlich zwei getrennte Vorgänge (Zertifikat + Depotführung). Wenn Du es genau wissen willst, wirst Du wohl die Vertragsunterlagen (Emissionsprospekt) zum Sachsen Garant lesen müssen. Wenn dort nichts über eine kostenfreie Depotführung als Vertragsbestandteil drin steht, sieht es schlecht aus.
Das Banken Gebührenstrukturen auf diesem Weg ändern ist normal. Einen Bestandsschutz für „alte“ Wertpapiere gibt es meines Wissens nach nicht. Man ist ja auch nicht an ein Institut gebunden.

Du wirst aber keine Bank finden, die wirklich eine kostenlose Depotführung anbietet. Das ist eine aufwändige Dienstleistung, die immer irgendwie bezahlt werden muss. Mal mehr, mal weniger transparent.

Ich kann aber verstehen, dass Du sauer bist. Deine VR Bank hat mit diesem Zertifikat lecker verdient, da könnte man erwarten, dass sich auch an mündliche Zusagen gehalten wird…

Gruß Money-Schorsch

Hallo,
es ist normal, daß sich Preise ändern können, da kann man nichts machen außer zu wechseln.
Derzeit (wie gesagt, das kann sich immer mal ändern) bietet bei Onlinekontoführung (ruft man seine Kontoauszüge etc. nicht rechtzeitig selbst ab, kostet das bei fast allen mindestens das Porto extra) z.B. CortalConsors kostenlose Depots nebst Verrechnungskonten oder die Targobank (ehemals Citibank) erst ab einer Mindesteinlage von 2500 Euro (da zählt neben dem Depot aber auch z.B. Tagesgeld und das Guthaben am Girokonto dazu) und bestimmt noch einige andere.

Cu Rene

(Sachsen-Garant)…
…höherer Erträge bei günstiger Entwicklung (das trifft aber momentan eher nicht zu).

Hallo,
etwas OT. Ich habe das Papier gesucht, (Sachsen-Garant) ist nicht zweifelsfrei zu finden. Tipp mal die Wertpapierkennnummer WKN bei Finanztreff oben rechs ein. Koennte DZ3Y3J oder DZ7VU2 sein oder aehnlich. Damit kommst Du an aktuelle Informationen wie Art des Papiers, Kurs, Chart und Handelsplatz. So bist Du wenigstens informiert. Und wenn Dir der Kurs passt, kannst Du auch verkaufen über Deine Bank. Dann wars das mit der Depotgebuehr.
Gruss Helmut

Danke für den Hinweis. Übrigens:
Wertpapierkennnummer ist DZ3Y3J
Gruß Horst