— Beginn des Anfrage-Texts ----------------------------------------
Betreff: wer-weiss-was: hilfe bei depressionen
Liebe/-r wer-weiss-was Experte/-in,
Unsere Schwiegertochter (27 Jahre, 2 Kinder, 4 und 2 Jahre) ist
depressiv.Unser Sohn leidet darunter, er hilft ihr, wo er nur kann,
verdient den Lebensunterhalt. betreut die Kinder, legt sich sozusagen
krumm für die Familie. Die Frau war mehrere Male in der
psychiatrischen Klinik, wegen Suizid-Gefahr. Ee hat sie fast täglich
besucht, hat für die Betreuung der Kinder gesorgt.Sie brach den
Klinikaufenthalt immer wieder vorzeitig ab, wollte nach Hause wegen
der Familie. Früher hatte sie ein Drogenproblem (Haschisch, mehrere
Jahre), heute sei das kein Thema mehr? Die Depression dauert jetzt
ein halbes Jahr. Sie ist jetzt zu Hause, geht mehrmals pro Woche zur
Psychiaterin, ob es hilft? Am Anfang hiess es, es sei vielleicht eine
Eeschöpfungs-Depression. Arbeiten muss sie nicht, ausser Haus,
finanzielle Sorgen gibt es auch nicht. Ein Haus ist vorhanden. In
ihrer Familie gibt es keine Depressionen. Jetzt wird an der Beziehung
gerüttelt, sie weiss nicht, ob sie ihren Mann noch liebt, je geliebt
hat, obwohl s i e so schnell heiraten wollte, auch schnell Kinder
wollte. Ihr Mann sei ihr ein Klotz am Bein sagt sie, es ist von
Trennung die Rede. Der Fehler unseres Sohnes ist vielleicht, dass er
zuviel hilft. Er leidet unter Trennungsangst (noch), sonst tut er
alles für die Familie, hat sich immer zurückgenommen, dem Frieden
zuliebe, und jetzt das! Meine Frage: Ist es möglich, dass eine
Depression einen Menschen so verändert, dass er alles wegwerfen will?
Sie nimmt noch Antidepressiva und vielleicht noch ein anderes
Medikament. Könnten Medikamente einen so verändern? Uns tun die
Kinder unsäglich leid. Da entstehen sicher seelische Wunden, die
verheilen nicht so schnell. Die Kinder wurden zeitweise von beiden
Grosseltern betreut. Jetzt mussten sie vorübergehend ins Tagesheim,
weils wieder schlechter geht. Wir wollen uns nicht einmischen, unser
Sohn ruft ab und zu an und erzählt. Wir verstehens einfach nicht.
Besten Dank zum voraus für die Hilfe.
Freundliche Grüsse
Meine Frage: Ist es möglich, dass eine
Depression einen Menschen so verändert, dass er alles
wegwerfen will?
JA - ganz oft sogar das eigene Leben …
Sie nimmt noch Antidepressiva und vielleicht noch ein anderes
Medikament. Könnten Medikamente einen so verändern?
ich glaube eher : Nein
die Medikamente reduzieren die Spitzen der Depression - wirken beruhigend und oder aufmunternd, antriebseigernd, fördern guteLaunegefühle etc. aber sie verändern normalerweise nicht ins Negative hinein
Wir verstehens einfach nicht.
es ist auch nicht einfach zu verstehen - eine Depression ist eine, Krankheit, die „normalsterbliche“ auch nicht verstehen können, weil das Gefühls- und Erleben eines Depressiven „unvorstellbar“ ist.
deine gesamte Familie hat es zur Zeit nicht leicht. Ihr alle müsst stark und zuversichtlich sein, um diese Situation durchzustehen.
Ist denn schon die Ursache der Depression bekannt? Ist es eventuell eine Depression, die nach der Geburt eines der beiden Kinder aufgetreten ist?
Meine Frage: Ist es möglich, dass eine
Depression einen Menschen so verändert, dass er alles
wegwerfen will?
Sie nimmt noch Antidepressiva und vielleicht noch ein anderes
Medikament. Könnten Medikamente einen so verändern?
Ich glaube nicht, dass die Medikamente sie so verändert haben, sondern ihre Krankheit, die Depression. Damit ist nicht zu spaßen. Wenn sie keine Medikamente nehmen und nicht so oft zur Therapeutin gehen würde, würde sie vielleicht schon nicht mehr leben (du schreibst von Suizid-Versuchen).
Uns tun
die Kinder unsäglich leid. Da entstehen sicher seelische Wunden,
die verheilen nicht so schnell. Die Kinder wurden zeitweise von
beiden Grosseltern betreut. Jetzt mussten sie vorübergehend ins
Tagesheim,weils wieder schlechter geht. Wir wollen uns nicht
einmischen,unser Sohn ruft ab und zu an und erzählt. Wir verstehens
einfach nicht.
Und deine Schwiegertochter? Was empfindest du für sie? Aus deinen Zeilen und dazwischen lese ich was von Unverständnis und Ablehnung. Das wird sie spüren.
Ich finde es richtig von dir, dass du dich nun informierst, um die Situation zu verstehen und dein Verhalten besser darauf einstellen zu können.
Sei froh, dass sie in ärztlicher Behandlung ist. Dadurch könnt ihr hoffen, dass sich alles stabilisiert. Depressive Menschen sagen und tun Dinge, die sie - sobald sie wieder klar denken können - selber nicht nachvollziehen können. Diese Phase gilt es zu überstehen. Gemeinsam.
eine schwierige Situation, für Euch alle. Aber, auch wenn ich ja keinen von Euch kenne, möchte ich trotzdem wetten, dass es für die Schwiegertochter am schwersten ist.
Du schreibst, Du machst Dir Sorgen um Deine Enkelkinder und auch um Deinen Sohn. Vermutlich, wahrscheinlich geht das auch Deiner Schwiegertochter so. Wenn ich mir vorstelle, ich wäre depressiv und hätte zusätzlich noch solche Verantwortungen zu tragen (vor allem Kinder), dann würde ich mich, glaube ich, noch zusätzlich sehr schuldig fühlen. Zumal die Lösung ja scheinbar so einfach ist: Man muss ja, so eine verbreitete Meinung, sich nur ein wenig zusammenreißen.
Es ist meine persönliche, laienhafte Meinung, aber ich würde der Schwiegertochter immer wieder vermittlen, dass sie eine Krankheit hat. Eine legitime, echte Krankheit. Und das die erste Priorität sein muss, dass es IHR wieder besser geht. Dazu gehört wohl, dass man ihr beispielsweise bei der Kinderbetreuung hilft. Und das wertfrei. Und irgendwie den größten Spagat hinkriegt, sie gleichzeitig ernst zu nehmen, aber manche Aussagen vielleicht zumindest im Moment nicht zu persönlich zu nehmen. Vielleicht könntet Ihr ja versuchen, mehr über die Krankheit Depression zu erfahren?
Ich wünsche Euch allen viel Kraft, Durchhaltevermögen und Liebe. Und natürlich Eurer Schwiegertochter gute Besserung!
Ich konnte vor ein paar Tagen mal einen (ungewollten) Einblick in das Wesen einer Depression machen. Ich hab einen Tranqulizer abgesetzt, den ich jahrelang in ganz niedriger Dosierung gegen meinen Schwindel nahm. Die Entzugserscheinungen waren nicht all zu schlimm, aber wie gesagt hatte ich 2-3 Tage lang diese depressive Verstimmung.
Plötzlich macht nichts mehr Sinn, all die vielen Dinge die man sonst gern in Angriff nehmen würd (und in meinem Fall nicht kann), scheinen einfach nicht mehr erstrebenswert. Und plötzlich ist eben auch Suizid eine denkbare Option. Das ist ein schrecklicher Zustand, gar keine Frage.
Ich hatte mich schnell wieder gefasst, nachdem ich mir ins Bewusstsein gerufen habe, dass es sich um eine vorrübergehende Episode handelt, und ich bald die Früchte dieser zusätzlichen Belastung würde ernten können. Ich glaub dass das ganz wichtig ist. Ziele setzen, über den Horizont hinaus blicken. In dem Sinne könntest du sie vielleicht auch unterstützen. Einfach immer die Perspektive des jetzigen Handelns betonen, Ziele die jenseits der Depression liegen ins Auge fassen. Und niemals Zweifel daran aufkommen lassen, dass es sich um einen vorübergehenden Zustand handelt…
Hallo Erika
Dein Posting ist ein einziger Vorwurf an die Schwiegertochter.
Als ob ein Depressiver aktiv Schuld trägt an seiner Depression.
Du schreibst, du/ihr wollt euch nicht einmischen. Gut.
Dann beherzige das auch.
Gruß,
Branden
Dein Posting ist ein einziger Vorwurf an die Schwiegertochter.
Dies auch, aber sie hat auch Fragen gestellt. Und sie macht sich Sorgen wegen Sohn und Enkel, was ist daran schlimm? Um die Schwiegertochter kümmern sich schon einige andere (offensichtlich erfolglos).
Du schreibst, du/ihr wollt euch nicht einmischen. Gut.
Dann beherzige das auch.
Was die Schwiegertochter anbelangt, ok. Aber die anderen? Zusehen und abwarten, daß sie ebenfalls Futter für Ärzte werden?
Als ob ein Depressiver aktiv Schuld trägt an seiner
Depression.
Offensichtlich fragt sie ja hier wegen Unkenntnis.
Du bist einseitig und ungerecht, m.E.
entspricht meinem Eindruck und Erfahrung
Morgen!
Und auch leider meiner eigenen Erfahrung. Bei mir waren es die eigenen Eltern, die mir Vorwürfe machten, dass sich mein armer, lieber Mann so für mich und meine „Spinnerei“ aufreibt. Als wüßte ich das nicht und würde mich absichtlich „auf die faule Haut“ legen mit der Ausrede „Ich hab Depressionen“.
Sogar der Therapeut damals hat mir ins Gewissen geredet, ich solle auf meinen Mann aufpassen, der wäre nicht unendlich belastbar. Weitergeholfen hat mir das nicht die Bohne. Nur insofern als ich mich wirklich wieder „zusammengerissen“ habe, über meine eigentliche Leistungsfähigkeit hinaus (anderen zuliebe klappt das bei mir immer). Was mir dann aber nach einigen Monaten verstärkt auf die Füße gefallen ist. Das eigentliche Problem kann man mit „sich Zusammenreißen“ nicht lösen. Nur verschleppen.
Den Fragestellern kann ich nur raten, sich weiter zu informieren über die Krankheit der Schwiegertochter und einen Weg zu suchen, Ihr da rauszuhelfen. Vorwürfe (auch stillschweigende, die sind manchmal noch bedrückender) helfen in keinem Fall weiter. Der Sohn scheint ja sein „in guten wie in schlechten Zeiten“ sehr ernst zu nehmen, das ist jede Anerkennung wert und auch Unterstützung.
Man kann der Schwiegertochter schon mal ernst ins Gewissen reden, aber dann im Hinblick auf nötige Schritte zur Behandlung ihrer Krankheit. So nach dem Motto: Tu, was Du jetzt brauchst, um wieder auf die Beine zu kommen, wir unterstützen Dich dabei, wo wir können. Aber unsere Kraft ist begrenzt. So ein kleiner Appell an das Pflichtgefühl (nicht ihre häuslichen Pflichten, sondern die Pflicht, was zu ihrer Gesundung beizutragen meine ich) hätte mir geholfen.
Hallo.
Du schreibst das deine schwiegertochter drogen konsumiert hat. das hat eine menge dazu beigetragen das sie so ist. irgendwie kommt es mir vor als ob sie etwas mehr als nur hashisch geraucht hat.
zum thema medikamente wollte ich sagen das es verschiedene arten von depressionen gibt, solche die medikamente erfordern, weil die symptome organisch sind und diese die aus der psyche resultieren.
menschen mit depressionen kann man nicht direkt helfen, wenn ihr sohn in den depressiven phasen seiner frau helfen will macht er es nur noch schlimmer. die frau ist sich bewusst was da abgeht, kann so gesehn nichts dafür und macht sich noch mehr vorwürfe.
die entscheidung muss bei der schwiegertochter alleine sein, ihr könnt nur unterstützen. aber wie gesagt wenn ihr noch mehr ein problem daraus macht wird es nur noch schlimmer.
was die frau braucht sind gute erfahrungen, nur so kann sie sich neu orientieren und ihr sollte bewusst sein das wenn sie drogen konsumiert es nie besser wird, nur noch schlimmer. medikamente zu nehmen ist nichts schlimmes, sondern vorteilhaft und natürlich muss auch weiterhin die psychotherapie bestehen.