Depression Down-Regulation

Hallo,
bei Antidepressiva spricht man häufig von der b-downregulation. Dies bedeutet eine Verminderung der Sensitivität und Anzahl der postsynaptischen NA Rezeptoren. Wieso wirkt dies Antidepressiv. Ich dachte, dasss gerade bei Depression eine Vermindeurng der Leitfähigkeit der NA vorliegt.
Gruss
Tim

Hallo,

man hat früher angenommen, daß die Hypersensitivität der beta-noradrenergen Rezeptoren eine kausale Bedeutung für die Depression hat. Inzwischen geht man davon aus, daß es sich um eine Folge der geringeren Verfügbarkeit der Monoamine im synaptischen Spalt handelt. Mit der Wiederaufnahmehemmung durch Antidepressiva kommt es dann zu einer erniedrigten Sensitivität dieser Rezeptoren.

Grüße,

Oliver Walter

Ja, was mich nur wundert ist, dass eine erhöhte Sensitivität der Noradrenergen Rezeptoren eher Manie auslösen sollte, da nun viel besser geleitet werden kann. Dies scheint ja aber nicht so zu sein.

Bei Depression haben wir es wahrscheinlich mit einer verringerten Verfügbarkeit von Monoaminen zu tun. Diese wird durch die Hemmung der Wiederaufnahme durch die Antidepressiva kompensiert. Dadurch kommt es wahrscheinlich zu einer Adaptation an den Zellmembranen mit multiplen Veränderungen inkl. Beta-Downregulation, aber auch Up-Regulation anderer Rezeptoren. Diese Veränderungen wirken über die mit ihnen gekoppelten Second Messenger-Systeme auch intrazellulär. Auf der Verhaltensebene korrelieren sie mit dem Abbau depressiver Symptome. Das von Dir angenommene „Überschießen“ der antidepressiven Reaktion ist zwar nicht die Regel, kommt aber vor, da Antidepressiva durchaus hypomane Episoden auslösen können.

Grüße,

Oliver Walter

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