Depression durch subjektive Einsamkeit

Hallo liebe Experten und „Laien“,

ich erhoffe mir Hilfe von Ihnen/Euch bei einem Problem, das nicht Resultat zu weniger sozialer Kontakte ist, sondern in gewissem Sinne zu vieler.
Aber nun zur eigentlichen Sache:
Ich bin, oder fühle mich seit Längerem depressiv und sehr niedergeschlagen, sobald ich, und sei
es auch nur für kurze Zeit, alleine bin.
Ich brauche ständig Menschen um mich, da reichen z.B. Verwandte nicht, es müssen Menschen in meinem Alter sein die mich respektieren.
Das Problem ist nicht, dass ich mehr Freunde brauche, ich habe die Möglichkeit genug Zeit mit verschiedenen Freunden zu verbringen.
Das Problem ist, dass ich das eigentlich in diesem Umfang nicht will, und oft Einladungen zu Aktivitäten als Belastung
empfinde. Ich möchte Zeit für mich und tue eigentlich auch gerne Dinge alleine, doch in letzter Zeit fühle ich mich dadurch, wie gesagt, schnell niedergeschlagen.
Der Konflikt besteht also zwischen dem, was mein Körper, oder mein Geist mir sagt, beziehungsweise was ich fühle.
Es ist also ein Konflikt zwischen dem Wollen und dem Fühlen, wenn man so will.
Ich habe gerade mein Abitur bestanden und sehe somit nichtmehr jeden einzelnen Tag meine Freunde;
vielleicht handelt es sich dabei ja um eine Art Entzug, ich denke aber eher dass die Tatsache, jeden Tag soviele Menschen zu treffen, meinen Zustand überlagerte.

Ich entschuldige mich im voraus für diese umständliche Wortwahl=)

Hallo,

kleine Lebenskrise.

Ich bin, oder fühle mich seit Längerem depressiv und sehr
niedergeschlagen
es müssen Menschen in meinem Alter sein die
mich respektieren.
Das Problem ist, dass ich das eigentlich in diesem Umfang
nicht will
Ich habe gerade mein Abitur bestanden

Abi fertig, gewohntes Umfeld und Freunde weg. 110% Power über längere Zeit, 10% zu viel. Ein Loch tut sich plötzlich auf, das du mit kaum oder nie erlebter „Einsamkeit“ und daher völlig unvorbereitet nicht schließen kannst.

Was hast du in nächster Zukunft vor?

Grüße
Tommy

dachte ich mir…
…auch gerade, was Tommy da so schreibt. Aber entschuldigen musst Du Dich schon mal für gar nix! Und so subjektiv scheint mir das Ganze auch nicht zu sein. Ich meine, suche Dir doch mal 1-2 wahre Freunde anstatt der 30 oberflächlichen Schein-„Freunde“. Menschen also, die Dich innerlich berühren, anregen und hochgradig weiterbringen. Das beruht natürlich zumeist auf Gegenseitigkeit.

but that helps!
Yedi386

Hmm,
interessante Ansätze habt ihr da.
Ich werde ab 1.Juni eine Ausbildung zum Rettungssanitäter machen, im Zuge des Zivildienstes.
Bis dahin habe ich frei.
In meinem Ursprungstext habe ich eines nicht deutlich genug ausgedrückt, denke ich. Ich habe durchaus drei Freunde, die ich seit über einem Jahrzehnt kenne und die ich auf jeden Fall zu meinen besten Freunden zählen kann. Das heißt, es ist eben nicht nur die „Masse“ an „minderwertigen“ Beziehungen, die ich habe.
Dennoch besteht dieses Problem. Die Vermutung des nicht zu füllenden „Loches“ kam mir bisher nicht in den Sinn; falls das zutrifft, so hätte ich nie gedacht dass das einen so belasten kann, danke dafür=)

Einsamkeit
Hi Ak1991,

also wo Du von einem gefühlten inneren Loch schreibst und von Einsamkeit, dann muss ich Dir zu bedenken geben, dass einsam derjenige ist, der nicht nur keine Kontakte, Bindung und Bezug nach außen hat, sondern vor allem auch keinen Kontakt/Bezug zu sich selbst.

Das ist der Unterschied zum Alleinsein. Denn alleine ist derjenige, der zwar niemanden um sich hat, dennoch aber wenigstens Kontakt/Bezug zu sich selbst hat.

Somit ist derjenige, der allein ist, reicher, als derjenige, der einsam ist. Wenn Du also einsam bist, dann müsstest Du erst einmal den Kontakt zu Dir selbst aufnehmen. Zu Deinem Selbst. Zu allem was Dich ausmacht. Um ein höheres Selbstbewusstsein zu erlangen. Bedeutet: Dich Dir Deiner selbst bewusst zu werden. Gefühle sind wichtig. Körperlichkeit ebenso (ein gutes Körperempfinden). Dich Annehmen und zulassen, so wie Du bist. Dich spüren und wahrnehmen. Dich voll und ganz selbst finden. Als vollständiges, eigenständiges, selbstbestimmtes Individuum. Das ist ein langwieriger Prozess, der über Jahre dauern kann. Aber Du bist doch mit Deiner Nachforschung hier schon mal auf einem guten Weg…

Da müssen wir alle durch. Wünsche Dir viel Erfolg dabei!
Yedi386

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Danke Yedi386, den Unterschied zwischen Einsamkeit und Alleinsein kannte ich bisher noch nicht, bzw. habe ihn mir nie klar gemacht.
Du schreibst sehr theoretisch, aber ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich diese Selbstfindung anstellen soll. Ich habe mal überlegt mit Meditation anzufangen, aber hast du vielleicht praktischere Tipps, ein Buch, etc.?
An Selbstbewusstsein mangelt es mir in der Regel nicht, zumindest meint das mein Umfeld ;=)