Depression... lang :-(

Liebes Forum,

seit letzten Donnerstag und überhaupt der letzten Woche ist es raus - ich habe eine Depression. Ich habe zu lange gewartet und es kam nur raus, weil ich seit Anfang September regelmäßig Heulkrämpfe bekomme, die ich nicht stoppen kann, weil ich nicht mehr essen und kaum noch schlafen kann, weil ich ständig daran denke, mich umzubringen und so zum Arzt gegangen bin. Er hat mir Tabletten gegeben und mich zu vielen Fachärzten geschickt, um alles mögliche abzuklären, und das dauert noch einige Wochen, die Termine hab ich schon.

Ich hatte schon, weil es mir mies ging, eine Psychotherapie begonnen - hat auch gedauert, bis ich einen Platz hatte. Dann 9 Gespräche bis jetzt, ganz nett…- Antrag ist gestellt. Nach dem 9. Gespräch kam heraus (durch Zufall), dass der Therapeut bereits jemanden aus meiner Familie behandelt - ich habe nicht viel Kontakt zu der Person, doch der Therapeut sagt nun, es täte ihm Leid, aber aus Befangenheitsgründen könne er die Therapie nicht weiterführen. Ich müsste jmd anderen suchen.

Ich kann nicht mehr. Morgens an der Arbeit heule ich vor mich hin, zum Glück so, dass es keiner mitbekommt, und ich kann nicht ausfallen, weil beide Kollegen krank sind. Nachmittags habe ich Herzrasen und schwitze, zur Beruhigung nehme ich Tabletten und kann und kann nicht schlafen, auch nachts kaum.

Ich habe einen Kater, schon mehrere Jahre, und mir ist nahegelegt worden, in eine Klinik zu gehen. Ich kann nicht und will nicht - was wird aus meinem Job und eben - - mein Kater? Mein Kater ist chronisch krank und deshalb will ihn keiner meiner Bekannten in Pflege nehmen. Der wirklich einzige, der es täte, mein bester Freund - der hat eine Katzenhaarallergie.

Ich kann einfach nicht mehr. Ich glaube, wenn es diesen Kater nicht gäbe, bei dem ich nicht wüsste was aus ihm werden soll, dann hätte ich mich gestern vormittag umgebracht. Ich weiß nicht ein noch aus und ich weiß auch nicht, wohin. Und ich habe so wenig Geld, dass ich auch nicht jemanden bitten kann, für Geld nach ihm zu sehen.

Nun ist es noch so, dass ich meine Wohnung verlassen muss - ich muss was finden, was ich mir leisten kann, wo Katzen erlaubt sind. Ich habe 3 Monate Zeit, aber es stresst mich zusätzlich.
Irgendwie kommt alles zusammen.

Tut mir Leid, dass ich so hier ankomme - aber vielleicht bin ich so verrannt, dass ich irgendwas nicht sehe.
Ich weiß nicht mehr weiter. Hat jemand von euch eine Idee, irgend einen Rat?

Kassandra

hallo kassandra.

Ich weiß nicht mehr weiter. Hat jemand von euch eine Idee,
irgend einen Rat?

hier ein paar anregungen von mir:

es gibt eigentlich überall selbsthilfegruppen mit (ehemaligen) betroffenen, die ähnliches - vielleicht sogar noch schlimmeres - durchgemacht haben und dir mit ihren erfahrungen sicher weiterhelfen und dich „vor ort“ mit rat und tat unterstützen können. aus welcher gegend kommst du denn?

wegen dem kater:
frage mal beim nächsten tierheim nach. ich halte es für sehr wahrscheinlich, daß man dort verständnis für deine situation hat und den kater aufnimmt, wenn es nötig werden sollte.
in der regel werden die tiere von ehrenamtlichen mitarbeitern betreut, die diese arbeit sehr gern machen.
du müßtest evtl. nur für futter und medikamente aufkommen. vielleicht könnte dir das geld dein bester freund leihen?

gruß & alles gute

michael

Liebe Kassandra,

das ist ja jetzt offensichtlich eine sehr schlimme Krise in der du steckst. Wenn du gestern kurz davor warst, dich umzubringen, dann ist ja angesagt, dass du etwas tust, um dich davon abzuhalten und deine Gedanken in eine neue Richtung zu lenken.
Kennzeichen einer Depression ist dieses Gefühl, alles ist so aussichtslos, dass sich umbringen der naheliegendste Weg zu sein scheint. Das ist ein sehr sehr quälendes Gefühl. ein weiteres Kennzeichen ist, sich zu verrennen in diese Vorstellung, es geht nur mit Selbstmord weg. Das stimmt aber nicht. Wenn die Depression behandelt wird, wird es sofort besser. Und das Leben hat sehr sehr wunderschöne Seiten. Davon fühlst Du dich zwar vermutlich sehr weit weg im Moment; aber sei es dir wert, dass du dir selber hilfst, dahin zu kommen,die schönen Seiten des Lebens wiederzu erleben,indem du eine Behandlung machst.
Ich finde sehr gut, dass du dir hier Hilfe suchst.Mach weiter damit. Den Therapeuten, der dich wegen Befangenheit wegschickt, könntest du noch einmal kontaktieren und ihn eindringlich bitten und auffordern, dir zu helfen, einen anderen Therapieplatz zu bekommen und dich so lange stabilisierend zu begleiten. Eine Patientin mit Selbstmordgedanken darf ein Therapeut nicht einfach wegschicken, er muss sich darum kümmern.

Ich finde es nicht richtig dir selbst gegenüber, dass du das Wohl Deines Stubentigers höher bewertest als dein eigenes. Ich finde es wichtig, dass du dich zuerst darum kümmerst, dass du selbst Hilfe findest und dann überlegst, was der Kater braucht.

Alles Liebe von Gerda

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Hallo Kassandra,

Dein Artikel hat mit sehr beruehrt. Du schreibst von Deiner Depression. Aber, was ist der Grund? Beziehungsprobleme, Probleme auf der Arbeit? Es ist schwer Dir einen Rat zu geben, wenn man die Ursache nicht kennt. Vielleicht solltest Du mal um Rat fragen, wie sich Deine Probleme loesen lassen. Warum musst Du Deine Wohnung verlassen?

Etwas ratlos, aber dennoch mit den besten Wuenschen auf baldige Genesung
Sibylle

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Hallo Kasssandra,
ich kann sehr gut verstehen, das dir die Versorgung deines Katers sehr wichtig ist, weiß ich doch, wie einem so ein Tier ans Herz wächst.
Die Idee mit dem Tierheim finde ich eigentlich ganz gut. Wenn du ihn nicht in ein Tierheim geben möchtest, damit hätte ich auch so meine Probleme, können die Leute dort dir vielleicht Adressen von privaten Pflegestellen geben. Soweit ich weiss arbeiten Tierheime meistens mit solchen Pflegestellen zusammen.
Oder du könntest versuchen bei Tierärzten o.ä., Zettel auszuhängen, und so eine Pflegestelle finden. Vielleicht findest Du ja einen tierlieben Menschen dem es nicht um die Bezahlung sondern um das Tier geht. Für meinen Hund musste ich auch einmal so jemanden finden, und der nette Mensch wohnte gleich in der Nachbarschaft.
Ich drücke Dir die Daumen das du eine tolle Stelle findest, deinen Kater gut versorgt weißt, und dich dann ganz um deine Gesundheit kümmern kannst.
Viel Kraft wünscht Dir
Rala

Liebes Forum Kassandra,

daß Du etwas tun mußt hast Du richtig erkannt.
Leider bin ich nicht der Profi, der hier gefragt ist.
Aber einen Tip hätte ich denn doch: Frage doch mal unter „Haus- und Nutztiere“ ob Dir jemand wegen Deinem Kater helfen kann. Es gibt sicher eine Lösung. Hilfreich wäre es, wenn Du wenigstens die Stadt oder region nennen würdest, in der Du lebst. Ein Tierpflegeheim in Füssen hift Dir wenig, wenn Du in Flensburg wohnst…

Ich wünsche Dir Kraft und liebe Menschen um Dich herum - laß´ weiter von dir hören.

BeLa

Hi Kassandra

Ich habe einen Kater, schon mehrere Jahre, und mir ist
nahegelegt worden, in eine Klinik zu gehen. Ich kann nicht und
will nicht - was wird aus meinem Job und eben - - mein Kater?
Mein Kater ist chronisch krank und deshalb will ihn keiner
meiner Bekannten in Pflege nehmen. Der wirklich einzige, der
es täte, mein bester Freund - der hat eine Katzenhaarallergie.

hast du keine Nachbarn, die nach ihm schauen können ? Ich habe immer die Nachbarskatze versorgt wenn meine Nachbarin weg musste und nach meinem Fussler schaut eine Freundin aus dem Nachbarort (weil meine Nachbarin mittlerweile schwerstens gehbehindert ist)

Ich kann einfach nicht mehr. Ich glaube, wenn es diesen Kater
nicht gäbe, bei dem ich nicht wüsste was aus ihm werden soll,
dann hätte ich mich gestern vormittag umgebracht.

Kenne ich gut - bei mir warens die Pferde die mich hier behalten haben

Und ich habe so wenig Geld, dass ich auch nicht jemanden bitten kann,
für Geld nach ihm zu sehen.

das geht auch manchmal auf gegenseitigkeit - ohne Geld :o)

Nun ist es noch so, dass ich meine Wohnung verlassen muss -
ich muss was finden, was ich mir leisten kann, wo Katzen
erlaubt sind. Ich habe 3 Monate Zeit, aber es stresst mich
zusätzlich.

Wo wohnst du ?

Tut mir Leid, dass ich so hier ankomme - aber vielleicht bin
ich so verrannt, dass ich irgendwas nicht sehe.

das ist schon fast das Hauptsymptom einer Depression - dass man eben einfach nichts mehr überblicken KANN selbst wenn man will :o) das muss dir nicht leid tun, das IST einfach so - und unter anderem genau dafür gibt es Internetforen dass man sich auch mal die Seele ausleeren kann

Liebe Grüße *ichdrückdich*

hexerl

Hallo Kassandra,

es ist bestimmt sehr schwer für dich, dir jetzt gerade vorzustellen, dass du das Alles überstehst, aber: es wird garantiert irgendwann besser werden…und bring dich bitte nicht um :frowning:

Wenn du in ärztlicher Behandlung bist(hoffentlich ein Psychiater, der sich mit der entsprechenden Medikation gut auskennt), hast du für Notfälle erstmal eine Anlaufsstelle und die körperlichen Aspekte klärst du ja bei den anderen Ärzten ab.

Das mit deinem Psychotherapeuten ist hart und ich denke, du solltest ihn bitten, dir bei der Suche nach einem Ersatz zu helfen. Außerdem gehe ich mal davon aus, dass es ihm möglich sein müsste, dir solange notfallmäßig Auffangtermine zu geben bis sich etwas anderes ergeben hat(falls das dein Arzt nicht leisten kann).

Du schreibst, dir wurde geraten in die Klinik zu gehen.
Wenn du das in einem Beratungsgespräch mit deinem Noch-Therapeuten oder dem Psychiater geklärt hast und wirklich nix anderes mehr geht…gut, dann ist das eben so.
Da du einen Job hast, dem du trotz Depression noch nachgehen kannst, würde ich diesen Stabilisationsfaktor aber nicht so ohne Weiteres gefährden(es gibt ein Leben nach der Klinik!), es sei denn, der Job wirkt verstärkend auf deine Depression(durch mobbing etc.).
Vielleicht kannst du mal vorsichtig abklopfen, wie dein Arbeitgeber zu einer mehrwöchigen Abwesenheit steht.

Solange du dir nicht sicher bist, ob und wann du in eine Klinik gehst, würde ich dir auch raten deinen Kater zu behalten, vor allem, wenn du allein lebst. Ein Lebewesen, das dich braucht und so liebt und akzeptiert, wie du bist, ist in solchen Lebenssituationen sehr wichtig.
Und wenn er im Moment das Einzige ist, was dich am Leben hält, solltest du ihn meiner Meinung nach nicht eher weggeben als unbedingt nötig.
Auch auf Klinikplätze kann es Wartezeiten geben.

Den Tag strukturieren, arbeiten, rausgehen, versuchen Kontakte zu halten, so wie du es anscheinend machst, ist schon mal sehr gut und wenn du dabei mal vor dich hinweinst…ist halt so…damit müssen die anderen eben umgehen lernen.
Und wenn du es schaffst irgendeinen Sport zu machen, dich richtig auszupowern, kann das, so banal es klingen mag, bei Depressionen tatsächlich ein wenig Erleichterung bringen.

Du schreibst von einem guten Freund, den du hast.
Kannst du ihn nicht bitten, dir bei der Wohnungssuche, oder anderen ärgerlichen Sachen, die sich zu richtigen Killern auswachsen können, zu helfen.
Spar dir deine Kraft für die Hauptsache…aus dem Tief rauszukommen.

Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe wäre noch gut, oder Beratungsstellen…alles, was in der Richtung bei dir in der Gegend angeboten wird, würde ich ausschöpfen.
Wenn du noch ein wenig Kraft hast, leier jetzt an, was dich eventuell aus einer heftigen Krise rausholen könnte.
In Situationen, wo nichts mehr geht, kann möglicherweise alles retten…z.B. süße flauschige Katzen :smile:

Gib nicht auf, es lohnt sich, auch wenn es dir im Moment nicht so vorkommt.

Alles, alles Liebe und Gute und viel Kraft

Anna
(weiß jetzt gar nicht, ob du überhaupt mit irgendwelchen Überlebenstipps vollgelabert werden wolltest…?)

Kassandra, melde dich mal!:smile:
Dir geht es sehr schlecht. viele haben es gelesen und dir geantwortet. Ich finde es schwierig, in so einem Forum von ganz akuten Suizidgedanken zu lesen und dann nichts mehr von Dir zu hören.

Gruss
Gerda

Hallo Kasandra,

es tut mir leid, zu hören wie schlecht es Dir geht. Ich kann Dir aus eigener Erfahrung nachfühlen, wie es Dir gehen muss. Ich hab letztes Jahr ähnliches durchgemacht, habe einen Suizidversuch und eine entsprechende Therapie hinter mir. Ich kann daher aus Erfahrung sagen, das ist keine Lösung.

Vorab, ich bin nicht für eine professionelle Therapie ausgebildet und auch nicht qualifiziert, kenne mich aber dennoch in der Materie aus. Als erstes ist darüber reden wichtig, rede mit Deiner Familie, Deinen Freunden, schreibe in Internetforen. Du kannst mir, wenn Du magst auch eine Mail schreiben, dann können wir „unter uns“ das ganze ausführlich diskutieren.

Am besten wäre wohl ein Aufenthalt in einer entsprechenden Klinik: Du sagst, Du machst Dir sorgen wegen Deinem Kater und wegen Deiner Arbeit.
Nun, im Internet gibt es viele Möglichkeiten, über Seiten von Katzenliebhabern bis zu Tierheimen usw.
Wenn Du nahestehenden Leuten Deine Situation schilderst, können sie Dir vielleicht auch helfen, vielleicht kennen sie jemand, der auf Deinen kleinen Liebling aufpassen könnte.
Wegen Deiner Arbeit. Ich kann verstehen, dass Du da nicht möchtest, dass man davon Wind kriegt, aber es wäre sicher hilfreich, wenn Du mit jemand sprechen würdest. Entweder ist das Dein Chef, oder, je nach Grösse der Firma, die Personalabteilung. Erstens kann der Arbeitgeber seinerseits auch einiges für Dich tun, andererseits ist es wichtig, dass Du dort nicht noch zu sehr belastet wirst. Und dazu müsste der Verantwortliche von Deinen Problemen wissen.

Ich hoffe, meine Ausführungen helfen ein wenig.

Und melde Dich bitte wieder mal.

Grüssle und die besten Wünsche für eine baldige Genesung
Pascal